Vermögenslage

Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2017 von 255,3 Mrd. € auf 281,6 Mrd. €; währungsbereinigt war ein Anstieg von 25,4 Mrd. € zu verzeichnen. Von der Bilanzsumme entfielen 165,3 (i. V. 150,0) Mrd. € auf Daimler Financial Services; dies entsprach unverändert 59 % aller Vermögenswerte im Daimler-Konzern.

Die Ausweitung der Bilanzsumme ist überwiegend auf das höhere Volumen im Finanzdienstleistungsgeschäft, gestiegene Vorräte sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zurückzuführen. Darüber hinaus führte das höhere Investitionsvolumen zu einem Anstieg der Immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen. Der infolge des Portfoliowachstums gestiegene Refinanzierungsbedarf war auf der Passivseite insbesondere mit höheren Finanzierungsverbindlichkeiten verbunden. Zudem war eine Erhöhung der Rückstellungen sowie der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zu verzeichnen. Der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme lag mit 43 % über dem Niveau des Vorjahres (i. V. 42 %). Der Anteil der kurzfristigen Schulden an der Bilanzsumme lag mit 35 % leicht über dem des Vorjahres (i. V. 34 %).

Die Immateriellen Vermögenswerte von 14,8 (i. V. 13,7) Mrd. € beinhalten 11,3 (i. V. 10,3) Mrd. € aktivierte Entwicklungskosten, 2,0 (i. V.2,0) Mrd. € Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie 1,1 (i. V. 1,1) Mrd. € Geschäftswerte. Von den Entwicklungskosten entfielen ein Anteil von 81 (i. V. 79) % auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars und ein Anteil von 8 (i. V. 10) % auf das Geschäftsfeld Daimler Trucks. Die im Berichtsjahr aktivierten Entwicklungskosten liegen bei 2,5 (i. V. 2,8) Mrd. € und entsprechen einem Anteil von 28 (i. V. 32) % an den gesamten Forschungs- und Entwicklungsleistungen des Konzerns. Weitere Informationen zu den immateriellen Vermögenswerten sind in Anmerkung 10 des Konzernanhangs zu finden.

Die Sachanlagen liegen mit 30,9 (i. V. 28,0) Mrd. € über dem Niveau des Vorjahres. Im Jahr 2018 wurden weltweit 7,5 (i. V. 6,7) Mrd. € insbesondere an unseren Produktions- und Montagestandorten für neue Produkte und Technologien, die Erweiterung der Kapazitäten sowie für Modernisierungsmaßnahmen investiert. Auf die deutschen Standorte entfielen Sachinvestitionen von 4,4 (i. V. 4,0) Mrd. €. Weiteres zu den Sachanlagen sind in Anmerkung 11 des Konzernanhangs nachzulesen.

Die Vermieteten Gegenstände und Forderungen aus Finanzdienstleistungen erhöhten sich auf insgesamt 146,2 (i. V. 133,1) Mrd. €. Der währungsbereinigte Zuwachs von 12,3 Mrd. € war insbesondere durch das gestiegene Neugeschäft bei Daimler Financial Services bedingt; das Geschäft mit Endkunden konnte insbesondere in der NAFTA-Region, Asien und in Westeuropa weiter ausgebaut werden. Der Anteil des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts an der Bilanzsumme lag mit 52 % auf dem Vorjahresniveau.

Die At-equity bewerteten Finanzinvestitionen von 4,9 (i. V. 4,8) Mrd. € umfassen vor allem die Buchwerte der Beteiligungen an Beijing Benz Automotive Co., Ltd., BAIC Motor Corporation Ltd. und There Holding B. V.

Wir verweisen auf unsere Ausführungen in Anmerkung 13 des Konzernanhangs zum Konzernabschluss.

Die Vorräte stiegen von 25,7 Mrd. € auf 29,5 Mrd. €; der Anteil an der Bilanzsumme liegt mit 10 % auf dem Vorjahresniveau. Der Anstieg in allen automobilen Geschäftsfeldern betraf im Wesentlichen die Fertigen Erzeugnisse sowie die Unfertigen Erzeugnisse und Leistungen. Bei Mercedes-Benz Cars und bei Mercedes-Benz Vans war ein Vorratsaufbau insbesondere aufgrund der Einführung neuer Modelle sowie der Kapazitätsausweitung in der NAFTA-Region zu verzeichnen. Der unterjährige Bestandsaufbau infolge der Auslieferungsverzögerungen konnte im letzten Quartal nicht vollumfänglich zurückgefahren werden. Darüber hinaus stiegen die Vorräte bei Daimler Trucks unter anderem infolge der erwarteten positiven Absatzentwicklung in der NAFTA-Region und in Europa.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen mit 12,6 Mrd. € über dem Vorjahreswert von 12,0 Mrd. €. Auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars entfielen 45 (i. V. 43) % der Forderungen, 25 (i. V. 24) % auf das Geschäftsfeld Daimler Trucks.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stiegen gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Mrd. € auf 15,9 Mrd. €.

Der Bestand an Verzinslichen Wertpapieren und ähnlichen Geldanlagen wurde gegenüber dem 31. Dezember 2017 von 10,1 Mrd. € auf 9,6 Mrd. € reduziert. Er beinhaltet die der Liquidität zugeordneten Schuldtitel, die im Wesentlichen auf einem aktiven Markt gehandelt werden. Die Schuldtitel weisen in der Regel ein externes Rating von A oder besser aus.

Die Übrigen finanziellen Vermögenswerte gingen um 1,1 Mrd. € auf 5,7 Mrd. € zurück. Sie bestehen vor allem aus derivativen Finanzinstrumenten, Eigen- und Fremdkapitalanteilen, Anteilen an nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie Krediten und sonstigen Forderungen gegen Dritte. Der Rückgang war insbesondere auf die geringeren positiven Marktwerte der Währungsderivate zurückzuführen.

Die Sonstigen Vermögenswerte von 11,0 (i. V. 9,1) Mrd. € beinhalten insbesondere latente Steuern sowie Steuererstattungsansprüche. Der Anstieg der latenten Steuern resultiert unter anderem aus ergebnisneutralen Effekten aus der Bewertung der derivativen Finanzinstrumente.

Die Zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerte von 0,5 Mrd. € sowie die Zur Veräußerung bestimmten Schulden von 0,2 Mrd. € resultieren aus der im März 2018 durch den ­Daimler-Konzern und die BMW Group unterzeichneten Vereinbarung zur Zusammenlegung ihrer Geschäftseinheiten für Mobilitätsdienste.

Wir verweisen auf unsere Ausführungen in Anmerkung 3 des Konzernanhangs zum Konzernabschluss.

B.32 Verkürzte Bilanz1

  Daimler-Konzern Industriegeschäft² Daimler Financial
Services
  2018 31. Dezember 2017 3 2018 31. Dezember 2017 3 2018 31. Dezember 2017 3
in Millionen €            
             
Aktiva            
Immaterielle Vermögenswerte 14.801 13.735 13.913 12.789 888 946
Sachanlagen 30.948 27.981 30.859 27.914 89 67
Vermietete Gegenstände 49.476 47.074 18.509 18.071 30.967 29.003
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 96.740 86.054 -90 -109 96.830 86.163
At-equity bewertete Finanzinvestitionen 4.860 4.818 4.651 4.670 209 148
Vorräte 29.489 25.686 28.096 24.492 1.393 1.194
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12.586 11.995 10.545 9.742 2.041 2.253
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 15.853 12.072 12.799 9.515 3.054 2.557
Verzinsliche Wertpapiere und ähnliche Geldanlagen 9.577 10.063 8.364 8.894 1.213 1.169
davon kurzfristig 8.855 9.073 8.362 8.893 493 180
davon langfristig 722 990 2 1 720 989
Übrige finanzielle Vermögenswerte 5.733 6.806 -12.719 -10.661 18.452 17.467
Sonstige Vermögenswerte 11.025 9.061 1.376 39 9.649 9.022
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 531 531
Summe Aktiva 281.619 255.345 116.303 105.356 165.316 149.989
             
Passiva            
Eigenkapital 66.053 65.159 53.243 52.780 12.810 12.379
Rückstellungen 24.406 22.136 23.269 21.110 1.137 1.026
Finanzierungsverbindlichkeiten 144.902 127.124 4.771 1.600 140.131 125.524
davon kurzfristig 56.240 48.746 -20.993 -19.435 77.233 68.181
davon langfristig 88.662 78.378 25.764 21.035 62.898 57.343
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 14.185 12.451 13.395 11.632 790 819
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 10.032 9.275 5.888 5.375 4.144 3.900
Vertrags- und Rückerstattungsverbindlichkeiten 12.519 11.208 12.146 10.862 373 346
Sonstige Schulden 9.310 7.992 3.591 1.997 5.719 5.995
Zur Veräußerung bestimmte Schulden 212 212
Summe Passiva 281.619 255.345 116.303 105.356 165.316 149.989

1 Die Spalten »Industriegeschäft« und »Daimler Financial Services« stellen eine wirtschaftliche Betrachtungsweise dar.

2 Das Industriegeschäft umfasst die Fahrzeugsegmente Mercedes-Benz Cars, Daimler Trucks, Mercedes-Benz Vans und Daimler Buses.
Die Eliminierungen der konzerninternen Beziehungen zwischen dem Industriegeschäft und Daimler Financial Services sind grundsätzlich
dem Industriegeschäft zugeordnet.

3 Die Vergleichszahlen wurden aufgrund der Effekte aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 und IFRS 9 angepasst. Informationen zu
den Anpassungen der Vorjahresangaben können Anmerkung 1 des Konzernanhangs zum Konzernabschluss entnommen werden.

Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich gegenüber dem 31. Dezember 2017 von 65,2 Mrd. € auf 66,1 Mrd. €, währungsbereinigt ergibt sich ein Anstieg von 0,7 Mrd. €. (Vgl. Gewinn- und Verlustrechnung) Positive Effekte resultierten aus dem Konzernergebnis von 7,6 Mrd. €, und den Effekten in der Währungsumrechnung von 0,2 Mrd. €. Diesen stehen die an die Aktionäre ausgeschüttete Dividende von 3,9 Mrd. €, Effekte der ergebnisneutralen Bewertung der derivativen Finanzinstrumente von 1,3 Mrd. € sowie die in den Gewinnrücklagen erfassten versicherungsmathematischen Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen 1,5 Mrd. € gegenüber. Das den Aktionären der Daimler AG zustehende Eigenkapital erhöhte sich entsprechend auf 64,7 (i. V. 63,9) Mrd. €.

Das Eigenkapital stieg um 1 % und somit deutlich geringer im Verhältnis zum Anstieg der Bilanzsumme mit 10 %. Infolge der oben genannten Effekte lag die Eigenkapitalquote des Konzerns mit 22,2 % unter dem Niveau des Vorjahres (24,0 %); für das Industriegeschäft belief sich die Eigenkapitalquote auf 42,8 (i. V. 46,4) %. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Eigenkapitalquoten 2017 und 2018 um die tatsächliche beziehungsweise vorgeschlagene Dividendenzahlung bereinigt sind.

Die Rückstellungen erhöhten sich von 22,1 Mrd. € auf 24,4 Mrd. €; der Anteil an der Bilanzsumme liegt mit 9 % auf Vorjahresniveau. Sie umfassen insbesondere die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen von 7,4 (i. V. 5,8) Mrd. €, die im Wesentlichen die Differenz aus dem Barwert der Pensionsverpflichtungen von 31,7 (i. V. 31,7) Mrd. € und dem Marktwert der Fondsvermögen zur Finanzierung dieser Verpflichtungen von 25,5 (i. V. 27,2) Mrd. € enthalten. Darüber hinaus beinhalteten die Rückstellungen die Verpflichtungen für Ertragsteuern von 1,5 (i. V. 1,6) Mrd. € sowie für Produktgarantien von 7,0 (i. V. 6,7) Mrd. €, für den Personal- und Sozialbereich von 4,3 (i. V. 4,4) Mrd. € und für übrige Rückstellungen von 4,3 (i. V. 3,6) Mrd. €.

Die Finanzierungsverbindlichkeiten lagen mit 144,9 Mrd. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres (i. V. 127,1 Mrd. €). Der währungsbereinigte Anstieg von 17,5 Mrd. € war im Wesentlichen auf die Refinanzierung des wachsenden Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts sowie auf die Nutzung des günstigen Refinanzierungsumfeldes zurückzuführen. Von den Finanzierungsverbindlichkeiten entfallen 53 % auf Anleihen, 27 % auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, 8 % auf Einlagen aus dem Direktbankgeschäft sowie 9 % auf Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreswert aufgrund des gestiegenen Geschäftsvolumens auf 14,2 (i. V. 12,5) Mrd. €. 60 % der Verbindlichkeiten entfallen auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars (i. V. 63 %) und 24 % auf das Geschäftsfeld Daimler Trucks (i. V. 20 %).

Die Übrigen finanziellen Verbindlichkeiten lagen bei 10,0 (i. V. 9,3) Mrd. €. Sie umfassten vor allem die Verbindlichkeiten aus Restwertgarantien, aus der Personalabrechnung, erhaltene Kautionen sowie Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzungen auf Finanzierungsverbindlichkeiten. Der Anstieg resultierte unter anderem aus der Erhöhung der negativen Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente sowie aus der Verbindlichkeit infolge der Vergleichsvereinbarung zu Toll Collect.

Daimler GB2018 B.33 Bilanzstruktur Daimler Konzern

Die Vertrags- und Rückerstattungsverbindlichkeiten lagen mit 12,5 Mrd. € über dem Vorjahreswert von 11,2 Mrd. €. Sie beinhalten insbesondere unrealisierte Umsätze aus Service- und Wartungsverträgen sowie erweiterten Garantien und Verpflichtungen aus Verkaufsgeschäften, die im Anwendungsbereich des IFRS 15 sind. Höhere Umsätze aus Service- und Wartungsverträgen sowie erweiterten Garantien führten im Wesentlichen zum Anstieg der Vertrags- und Rückerstattungsverbindlichkeiten.

Die Sonstigen Schulden von 9,3 (i. V. 8,0) Mrd. € beinhalten hauptsächlich Rechnungsabgrenzungsposten, Steuerverbindlichkeiten und latente Steuern. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus den höheren passiven latenten Steuern.

Weitergehende Informationen zu den bilanzierten Vermögenswerten, dem Eigenkapital und den Schulden des Konzerns können der Konzernbilanz, der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals sowie den jeweiligen Erläuterungen im Konzernanhang entnommen werden.

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