Weltwirtschaft

Zu Jahresbeginn 2019 weist die Weltwirtschaft ein etwas schwächeres Wachstumstempo auf als im Vorjahr, entwickelt sich aber insgesamt weiterhin solide. Wir gehen davon aus, dass sich diese moderate Verlangsamung auch im weiteren Jahresverlauf fortsetzen wird. Dabei sind vor allem die Wachstumsperspektiven für die Industrieländer etwas verhaltener als im Vorjahr, während sich die Volkswirtschaften in den Schwellenländern in Summe auf einem ähnlichen Wachstumsniveau entwickeln sollten.

Die meisten Konjunkturindikatoren signalisieren für die Wirtschaft der Europäischen Währungsunion für das Jahr 2019 eine erneute Verlangsamung der Wachstumsdynamik. Bei einer anhaltend robusten inländischen Nachfrage dürfte ein geringerer Beitrag des Außenhandels zu einer Wachstumsrate von lediglich rund 1,5 % führen. Die Europäische Zentralbank wird unter diesen Voraussetzungen ihren angekündigten Kurs fortführen und voraussichtlich die Leitzinsen, wenn überhaupt, dann nicht vor dem Herbst 2019, anheben. Der Ausblick für die deutsche Wirtschaft ist ebenfalls etwas gedämpft. Wir erwarten auch hier eine weitere Verringerung des Wachstumstempos auf weniger als 1,5 %. Weil der genaue Ablauf und die konkreten wirtschaftlichen Auswirkungen des bevorstehenden EU-Austritts Großbritanniens immer noch schwer abzuschätzen sind, muss für die britische Wirtschaft auch im Jahr 2019 eine eher verhaltene Entwicklung unterstellt werden. Ein konjunktureller Einbruch wird aber trotz der hohen Unsicherheit von der Mehrzahl der Analysten nicht unterstellt.

In den Vereinigten Staaten deuten die konjunkturellen Frühindikatoren darauf hin, dass sich der solide Aufschwung der Wirtschaft fortsetzen sollte. Allerdings dürfte das Wachstum etwas schwächer ausfallen als im Vorjahr, da der positive Impuls der Steuersenkungen ausläuft. Dank einer stabilen Inlandsnachfrage, moderater Inflation und niedriger Arbeitslosigkeit wird die amerikanische Notenbank voraussichtlich ihren leicht restriktiven geldpolitischen Kurs mit weiteren moderaten Zinserhöhungen aufrechterhalten können. In Summe dürfte sich ein gesamtwirtschaftliches Plus von etwas unter 2,5 % ergeben.

Auch die Wachstumsaussichten der japanischen Wirtschaft bleiben auf niedrigerem Niveau stabil. Ein solider Ausblick für die Inlandsnachfrage dürfte externe Risiken abmildern, sodass erneut ein Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von etwas unter 1 % zu erwarten ist.

In China dürfen sich die graduelle Wachstumsverlangsamung der vergangenen Jahre auch in diesem Jahr fortsetzen. Auf der einen Seite dürften vor allem die Unsicherheiten rund um den Handelskonflikt mit den USA dabei weiterhin belastend wirken. Auf der anderen Seite sollten die angekündigten staatlichen Stimuli die Wirtschaft stabilisieren. Insgesamt ist mit einem immer noch soliden Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von etwas über 6 % zu rechnen. Während die mittel- und osteuropäischen Volkswirtschaften vermutlich nicht an das robuste Wirtschaftswachstum des Jahres 2018 anschließen dürften, wird für den südamerikanischen Wirtschaftsraum eine leichte konjunkturelle Beschleunigung angenommen. Mit knapp 2 % erwartetem BIP-Wachstum bleibt Südamerika aber nach wie vor unter seinen Möglichkeiten. Das weiterhin vergleichsweise niedrige Niveau bei den Rohstoff- und insbesondere Ölpreisen dürften weiterhin keinen Rückenwind für die Länder des Mittleren und Nahen Ostens liefern. Die Wachstumsraten bleiben voraussichtlich mit unter 2 % für diese Region weiterhin deutlich unterdurchschnittlich. Insgesamt sollten die Schwellenländer im Jahr 2019 wie im Vorjahr ein gesamtwirtschaftliches Wachstum in der Größenordnung von 4 bis 4,5 % erzielen und sich somit entlang ihres langfristigen Trends entwickeln.

Insgesamt dürfte die Weltwirtschaft im Jahr 2019 mit einem Wachstum von etwas unter 3 % zwar immer noch solide, aber spürbar langsamer expandieren als im Vorjahr.

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