Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung als Erfolgsfaktor

Forschung und Entwicklung haben bei ­Daimler seit jeher einen zentralen Stellenwert. Vor mehr als 130 Jahren haben Gottlieb ­Daimler und Carl Benz das Automobil erfunden. Nun gestalten wir die Zukunft der Mobilität. Es ist unser Ziel, unseren Kunden faszinierende Produkte und maßgeschneiderte Lösungen für eine bedarfsgerechte, sichere und nachhaltige Mobilität anzubieten. Darauf richten wir unser Technologieportfolio und unsere Kernkompetenzen aus.

Wesentliche Faktoren für den Markterfolg unserer Fahrzeuge sind das Know-how, die Kreativität und die Motivation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Forschung und Entwick­lung. Zum Jahresende 2018 arbeiteten bei ­Daimler weltweit 25.600 (i. V. 24.600) Personen in Forschungs- und Entwicklungsbereichen. 17.700 (i. V. 16.800) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren im Ressort Konzernforschung & Mercedes-Benz Cars Entwicklung tätig, 5.300 (i. V. 5.300) Beschäftigte sind dem Geschäftsfeld ­Daimler Trucks zuzurechnen, 1.300 (i. V. 1.300) dem Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans und 1.300 (i. V. 1.200) ­Daimler Buses. Rund 5.800 (i. V. 5.400) Forscher und Entwickler waren außerhalb Deutschlands beschäftigt.

Globales Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk

Mit unserem globalen Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk sind wir in den Schlüsselmärkten direkt bei den Kunden präsent. Die größten Standorte sind ­Sindel­­­­fingen und Stuttgart-Untertürkheim in Deutschland. Unsere wichtigsten Forschungseinrichtungen in Nordamerika sind die Zentrale in Sunnyvale/Kalifornien sowie die Standorte Long Beach/Kalifornien, Portland/Oregon und Redford/Michigan. In Asien sind Bangalore, Indien, das Global Hybrid Center in Kawasaki, Japan, und unser Forschungs- und Entwicklungszentrum in Peking die bedeutendsten Standorte. Mercedes-Benz Research & Development India (MBRDI) mit Sitz in Bangalore ist das größte Forschungs- und Entwicklungszentrum von ­Daimler außerhalb Deutschlands. Die Schwerpunkte des MBRDI liegen auf den Gebieten Digitalisierung, Simulation und Data Science. Im November 2018 haben wir Pläne für den Bau eines Research and Development Tech Center China mit einer Gesamtinvestition von rund 145 Mio. € bekannt gegeben. Damit bauen wir unsere Präsenz in unserem größten Einzelmarkt weiter aus. Nach dem im Jahr 2014 gegründeten Mercedes-Benz Forschungs- und Entwicklungszentrum wird es der zweite wichtige Forschungs- und Entwicklungsstandort des Unternehmens in Peking sein. Die Inbetriebnahme des R&D Tech Center ist für das Jahr 2020 geplant.

Im September haben wir das neue Prüf- und Technologiezentrum in Immendingen eröffnet. Mit Investitionen von mehr als 200 Mio. € ist auf einem ehemaligen Militärgelände mit einer Fläche von 520 Hektar ein neuer Daimler-Forschungsstandort entstanden. Wir bündeln dort die weltweite Fahrzeugerprobung und werden hier unter anderem alternative Antriebe wie Hybride und Elektrofahrzeuge der Produkt- und Technologiemarke EQ weiterentwickeln sowie künftige Assistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen erproben.

Das neue Prüf- und Technologiezentrum Immendingen

Zusätzlich zu unseren internen Aktivitäten pflegen wir intensive Kontakte zu externen Forschungseinrichtungen. So arbeiten wir weltweit mit verschiedenen renommierten Forschungsinstituten zusammen und beteiligen uns an internationalen Austauschprogrammen für Nachwuchswissenschaftler.

Wir sind offen für Kooperationen – weltweit. Zu unseren Partnern zählen erfolgversprechende Start-ups wie what3words

Mercedes-Benz and what3words: The Revolution of Voice Navigation

oder Anagog ebenso wie Zulieferunternehmen, zum Beispiel Bosch, oder in ausgewählten Themenfeldern auch Wettbewerber wie BMW. Chinesische Partner sind beispielsweise Baidu, Alibaba und die Tsinghua Universität. Digital Hubs als Entwicklungszentren betreiben wir weltweit, beispielsweise in Berlin, Seattle, Lissabon und Tel Aviv.

DigitalLife TechTalks #1 meet and greet Sabine Scheunert (about Anagog)

Zielgerichtete Einbindung der Zulieferindustrie

Um unsere anspruchsvollen Ziele zu erreichen, arbeiten wir auch intensiv mit den Forschungs- und Entwicklungsbereichen der Zulieferindustrie zusammen. Gerade mit Blick auf den rasanten technologischen Wandel in der Automobilindustrie und die Notwendigkeit, neue Technologien möglichst schnell zur Marktreife zu bringen, ist eine enge Verzahnung mit Zuliefer­firmen unabdingbar. Dies gilt auch im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung der Prozesse über alle Stufen der Wertschöpfungskette hinweg. Darüber hinaus sind für uns ­leistungsfähige Partner aus der Zulieferindustrie unverzichtbar, wenn es um die Entwicklung und Bereitstellung neuer Konzepte für die Mobilität der Zukunft geht. Im Rahmen der gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsarbeit verfolgen wir das Ziel, dass die Kernkompetenzen für Technologien, die für die Zu­kunft des Automobils insgesamt und die Einzigartigkeit unserer Marken wichtig sind, im Unternehmen bleiben.

Neue Strategie für Marken und Patente: alles unter einem Dach

Ohne den Schutz und das Management seiner Patente, Marken und Designs wäre Daimler nicht so erfolgreich, wie wir es heute sind. Ganz in diesem Sinne wollen wir unser im Konzern genutztes geistiges Eigentum und die Innovationen, mit denen wir Kunden rund um den Globus begeistern, besonders gut schützen und managen. Auch damit wollen wir unsere mehr als 130-jährige Unternehmensgeschichte erfolgreich fortschreiben. Im Jahr 2018 haben wir diese Tradition fortgesetzt und nahezu 1.900 weitere neue Ideen – zunehmend mit Fokus auf den CASE-Technologien – zum Patent angemeldet. Über die technischen Schutzrechte hinaus, die unsere Innovationen für die Mobilität der Zukunft langfristig sichern sollen, wird die Einzigartigkeit der Produkterscheinung mit mehr als 7.500 (i. V. 7.800) eingetragenen Designs abgesichert. Unser Portfolio von weltweit nahezu 36.300 (i. V. 35.800) Markenschutzrechten dient dem Schutz der Marke Mercedes-Benz, unserer neuen Marke EQ für die Elektromobilität sowie aller übrigen Marken in den relevanten Märkten.

In der schnelllebigen digitalen Welt genügt es aber nicht mehr, nur gute Ideen zu entwickeln. Im Rahmen des Projekts Zukunft haben wir die Chance genutzt, alle Themen und Aufgaben rund um Patente, unsere starken Marken, Urheberrecht und Lizenzvergaben an Auftragsfertiger, unter einem Dach zu bündeln, und hierzu die Tochtergesellschaft Daimler Brand & IP Management GmbH & Co. KG gegründet. Diese organisatorische Einheit wird sich künftig exklusiv um die Verwaltung, Verwertung, Verteidigung, Durchsetzung und das Management aller Schutzrechte des Daimler-Konzerns kümmern.

9,1 Mrd. € für Forschung und Entwicklung

Auch in den kommenden Jahren wollen wir die Mobilität mit richtungsweisenden Innovationen aktiv mitgestalten und damit einhergehend die Digitalisierung im gesamten Unternehmen vorantreiben. Wie im Geschäftsbericht 2017 angekündigt, haben wir deshalb die Forschungs- und Entwicklungs­leistungen im Jahr 2017 von dem bereits sehr hohen Niveau ausgehend nochmals leicht auf 9,1 (i. V. 8,7) Mrd. € erhöht. 2,5 (i. V. 2,8) Mrd. € davon wurden als Entwicklungskosten aktiviert; das entspricht einer Aktivierungsquote von 28 (i. V. 32) %. Die Abschreibungen auf aktivierte Forschungs- und Entwicklungsleistungen erreichten im Berichtsjahr 1,5 (i. V. 1,3) Mrd. €. Auch gemessen am Umsatz bewegten sich die Forschungs- und Entwicklungsleistungen mit einer Quote von 5,4 (i. V. 5,3) % weiterhin auf einem hohen Niveau. Schwerpunkte waren neue Fahrzeugmodelle, besonders kraftstoffeffiziente und umweltschonende Antriebe sowie neue Sicherheitstechnologien, das automatisierte und autonome Fahren und die digitale Vernetzung unserer Produkte.

Bei Mercedes-Benz Cars standen die Nachfolgemodelle der aktuellen S-Klasse und der C-Klasse sowie die Elektromarke EQ im Vordergrund. Außerdem investieren wir in neue emissionsarme Verbrennungsmotoren, die Konnektivität unserer Fahrzeuge, das automatisierte und autonome Fahren sowie weitere innovative Sicherheitstechnologien. Insgesamt erreichten die Forschungs- und Entwicklungsleistungen bei ­Mercedes-Benz Cars 7,0 (i. V. 6,6) Mrd. €. ­Daimler Trucks hat wie im Vorjahr 1,3 Mrd. € in ­Forschungs- und Entwicklungsprojekte investiert. Die wichtigsten Projekte lagen hier in den Bereichen Emis­sions­standards und Kraftstoffeffizienz sowie bei maßgeschneiderten Produkten und Technologien für wichtige Wachstumsmärkte. Außerdem gewinnen die Zukunftstechnologien Elektromobilität, Konnektivität und das automatisierte und autonome Fahren an Bedeutung. Bei Mercedes-Benz Vans standen die Aufwendungen für die Nachfolgegeneration des Sprinter und die Weiterentwicklung von Vito und V-Klasse im Vordergrund. Darüber hinaus hat Mercedes-Benz Vans die Elektrifizierung seiner gewerblichen Baureihen vorangetrieben. Das Geschäftsfeld ­Daimler Buses hat seine Entwicklungsaktivitäten vor allem auf neue Produkte, die Erfüllung künftiger Abgasnormen sowie die weitere Verringerung des Kraftstoffverbrauchs konzentriert.

Eine wichtige Rolle spielten außerdem alternative Antriebssysteme, insbesondere die Elektrifizierung, sowie weitere zukunftsweisende Projekte in den Bereichen Automatisierungsfunktionen und autonomes Fahren. (Vgl. Abbildung B.36 und Tabelle B.37)

Daimler GB2018 B.36 Forschungs und Entwicklungsleistungen

B.37 Forschungs- und Entwicklungsleistungen nach Geschäftsfeldern

  2018 2017 18/17
in Millionen €     Veränd. in %
       
­Daimler-Konzern
    davon aktiviert
9.107
2.526
8.711
2.773
+5
-9
Mercedes-Benz Cars
    davon aktiviert
6.962
2.269
6.642
2.388
+5
-5
­Daimler Trucks
    davon aktiviert
1.295
40
1.322
45
-2
-11
Mercedes-Benz Vans
    davon aktiviert
666
176
565
310
+18
-43
­Daimler Buses
    davon aktiviert
199
41
194
30
+3
+37
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