Ertragslage

Die Entwicklung der Ertragslage war im Geschäftsjahr 2018 durch das um 1,4 Mrd. € auf 7,3 Mrd. € gestiegene Finanzergebnis sowie durch den Rückgang des operativen Ergebnisses um 2,3 Mrd. € auf -1,2 Mrd. € geprägt. (Vgl. Tabelle B.34)

Der Absatz der Daimler AG lag im Jahr 2018 leicht unter dem Vorjahresniveau und damit unter unseren im Prognosebericht des Vorjahres genannten Erwartungen. Bei Pkw ging er im Berichtsjahr um 4 % auf 1.791.000 Einheiten1 zurück. Anlaufbedingt verzeichneten die GLE-Klasse einen Rückgang um 18 % auf 137.000 Einheiten1 und die B-Klasse einen Rückgang um 21 % auf 62.000 Einheiten1. Der Absatz der C-Klasse lag mit 303.000 (i.V. 336.000) Einheiten1, teilweise lebenszyklusbedingt, unter dem Niveau des Vorjahres. Im Jahr 2018 war die GLC-Klasse ausgesprochen erfolgreich: Hier stieg der Absatz um 18 % auf 293.000 Einheiten1. Der Absatz bei Lkw erhöhte sich um 6 % auf 112.000 Einheiten1. Der Transporterabsatz konnte um 8 % auf 386.000 Einheiten1 gesteigert werden.

Der Umsatz lag mit 112,5 Mrd. € auf Vorjahresniveau und im Rahmen unserer im Prognosebericht des Vorjahres genannten Erwartungen. Im Bereich Pkw ging er aufgrund geringerer Absatzzahlen von Fahrzeugen um 4 % auf 83,8 Mrd. € zurück. Absatzbedingt konnte der Umsatz bei den Nutzfahrzeugen um 12 % auf 28,7 Mrd. € erneut gesteigert werden.

Die Umsatzkosten stiegen um 1 % auf 103,2 Mrd. €. Der Anstieg resultiert vor allem aus höheren Aufwendungen für Fertigungsmaterial und bezogene Leistungen. Ursächlich hierfür waren insbesondere höhere Aufwendungen für neue Produkte und Technologien, Belastungen im Zusammenhang mit dem Zertifizierungsverfahren nach dem neuen Standard WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) sowie Aufwendungen für Servicemaßnahmen. Die Forschungs- und Entwicklungskosten, die in den Umsatzkosten ausgewiesen werden, lagen mit 8,1 (i. V. 7,6) Mrd. € über dem Niveau des Vorjahres; ihr Anteil an den Umsatzerlösen betrug 7,2 (i. V. 6,8) %. Die Forschungs- und Entwicklungskosten standen in erster Linie im Zusammenhang mit der Erneuerung und Erweiterung des Produktportfolios, insbesondere der Elektrofahrzeuge sowie den Fahrzeugbaureihen der S-Klasse, der C-Klasse, den Geländewagen und dem neuen Sprinter. Darüber hinaus wird kontinuierlich an neuen Motorengenerationen, alternativen Antriebssystemen sowie der Intensivierung der Modulstrategie gearbeitet. Zum Jahresende waren rund 20.500 Personen im Forschungs- und Entwicklungsbereich beschäftigt.

Die Vertriebskosten erhöhten sich um 0,6 Mrd. € auf 7,9 Mrd. €. Höhere Aufwendungen für Frachten, Marketing sowie für Vertriebssysteme waren wesentliche Faktoren hierfür. Der Anteil der Vertriebskosten an den Umsatzerlösen stieg von 6,5 % auf 7,0 %.

Die Verwaltungskosten lagen mit 2,3 (i. V. 2,0) Mrd. € über dem Vorjahresniveau. Darin enthalten sind Kosten im Zusammenhang mit »Projekt Zukunft« in Höhe von 0,2 Mrd. €. Der Anteil an den Umsatzerlösen betrug 2,0 (i. V. 1,8) %.

In den zuvor genannten Funktionskosten sind im Zusammenhang mit der Übertragung von Pensionsverpflichtungen und Zweckvermögen auf die Daimler Pensionsfonds AG Aufwendungen in Höhe von 0,6 Mrd. € berücksichtigt.

Das negative sonstige betriebliche Ergebnis lag bei 0,3 (i. V. 0,4) Mrd. €. Dem Anstieg periodenfremder Erträge standen insbesondere Aufwendungen für rechtliche Verfahren gegenüber. (Vgl. Tabelle B.34)

B.34 Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung der Daimler AG

  2018 2017
in Millionen €    
     
Umsatzerlöse 112.491 112.685
Umsatzkosten (inkl. F&E-Aufwendungen) -103.232 -101.874
Vertriebskosten -7.904 -7.312
Allgemeine Verwaltungskosten -2.304 -2.010
Sonstiges betriebliches Ergebnis -292 -355
Operatives Ergebnis -1.241 1.134
Finanzergebnis 7.318 5.866
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.055 -2.018
Jahresüberschuss 5.022 4.982
     
Einstellung in die Gewinnrücklagen -1.545 -1.077
     
Bilanzgewinn 3.477 3.905

Das Finanzergebnis erhöhte sich um 1,4 Mrd. € auf 7,3 Mrd. €. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf ein um 4,6 Mrd. € gestiegenes Beteiligungsergebnis zurückzuführen. Gegenläufig wurde das Finanzergebnis durch einen um 3,2 Mrd. € höheren Zinsaufwand vor allem im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersversorgung beeinflusst. Dieser resultiert insbesondere aus deutlich höheren Zinsaufwendungen aufgrund der im Gegensatz zum Vorjahr negativen Rendite des Zweckvermögens sowie aus Belastungen infolge der anteiligen Übertragung von Pensionsverpflichtungen und Zweckvermögen auf die Daimler Pensionsfonds AG. Darüber hinaus hat die Bewertung der Pensionsverpflichtungen zu höheren Zinsaufwendungen beigetragen.

Der Aufwand aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beträgt 1,1 (i. V. 2,0) Mrd. €. Das rückläufige operative Ergebnis führt zu dem geringeren Steueraufwand. Darüber hinaus waren im Vorjahr hohe periodenfremde Steueraufwendungen enthalten.

Der Jahresüberschuss beträgt 5,0 (i. V. 5,0) Mrd. € und lag damit im Rahmen unserer im Prognosebericht des Vorjahres genannten Erwartungen.

Die wirtschaftliche Lage der Daimler AG ist im Wesentlichen durch ihre operative Tätigkeit und die ihrer Tochtergesell­schaften geprägt. An den operativen Ergebnissen der Tochtergesellschaften partizipiert die Daimler AG über deren Ausschüttungen. Damit entspricht die wirtschaftliche Lage der Daimler AG grundsätzlich der des Daimler-Konzerns, die im Kapitel »Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage« erläutert ist.

1 Der Absatz betrifft ausschließlich Neufahrzeuge. Im Absatz der Daimler AG sind auch an Konzerngesellschaften fakturierte Fahrzeuge enthalten, die von den Gesellschaften noch nicht an Konzerndritte verkauft wurden. Fahrzeugverkäufe von Produktionsgesellschaften des Daimler-Konzerns an Konzerndritte und Tochtergesellschaften der Daimler AG sind im Absatz nicht berücksichtigt.

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