Automobilmärkte

Die globale Pkw-Nachfrage bewegte sich im Berichtsjahr weiterhin auf sehr hohem Niveau, musste aber im Vergleich zum Vorjahr einen marginalen Rückgang von circa 1 % verzeichnen. Die traditionellen Absatzmärkte in Westeuropa und in den USA haben die erheblichen Volumenrückgänge der Finanzkrise inzwischen vollständig aufgeholt und bewegten sich zuletzt nur noch seitwärts. Der chinesische Markt schwächte sich im Jahresverlauf merklich ab und ging insgesamt leicht zurück. Die Märkte in den übrigen Schwellenländern entwickelten sich in Summe in etwa auf dem Vorjahresniveau. (Vgl. Abbildung B.06)

Daimler GB2018 B.06 Automobilmaerkte weltweit

In Europa bewegten sich die Pkw-Verkäufe insgesamt in etwa auf der Vorjahreshöhe. In Westeuropa lag die Nachfrage dabei ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres. Die nachlassende Dynamik war zum einen auf das inzwischen wieder erreichte hohe Marktniveau zurückzuführen. Zum anderen belasteten Angebotsengpässe im Zuge der Umstellung auf das neue Testverfahren zur Fahrzeugzulassung (»Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure« (WLTP)) die Absatzzahlen in den letzten vier Monaten des Jahres. Der deutsche Markt konnte im Vergleich zum Vorjahr nicht mehr zulegen, während die Nachfrage in Frankreich um rund 3 % zulegte. Der britische Markt hingegen verzeichnete einen Rückgang von rund 7 %. Dank deutlicher Anstiege in den mittel- und osteuropäischen EU-Märkten sowie in Russland blieben die Verkäufe in Osteuropa insgesamt etwa auf Vorjahresniveau. Der türkische Markt ging dagegen mit einem Minus von über 30 % massiv zurück.

Dank günstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen erreichte der US-amerikanische Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit über 17 Mio. verkauften Einheiten erneut ein sehr hohes Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr blieb das Marktvolumen damit in etwa unverändert. Der Trend hin zum SUV hielt mit deutlich ansteigenden Verkaufszahlen in diesen Segmenten weiter an, dagegen verzeichneten klassische Limousinen erneut eine deutlich rückläufige Nachfrage.

Der chinesische Pkw-Markt verzeichnete erstmals seit Jahrzehnten einen leichten Absatzrückgang. Zum einen wirkte der Wegfall steuerlicher Kaufanreize, die den Markt in den vergangenen Jahren noch unterstützt hatten, belastend auf die Nachfrage. Zum anderen sorgte der zunehmend schärfere Handelsstreit mit den USA für Unsicherheit und eine entsprechende Zurückhaltung bei den Autokäufern. Vor allem aufgrund des schwachen zweiten Halbjahres ging der Markt im Gesamtjahr um rund 4 % zurück.

In Japan blieb die Pkw-Nachfrage in etwa unverändert auf solidem Niveau. Der indische Markt setzte seinen Wachstumskurs der vergangenen Jahre mit einem leichten Anstieg der Pkw-Verkäufe fort. In Brasilien ging die Erholung der Pkw-Nachfrage weiter. Von immer noch niedrigem Niveau ausgehend verzeichnetete der Markt einen zweistelligen Zuwachs.

Die Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw entwickelte sich in den für uns relevanten Regionen insgesamt positiv. Der nordamerikanische Markt profitierte vom kräftigen Wachstum der US-Wirtschaft und von einer schwungvollen Entwicklung der Unternehmensinvestitionen. Im Segment der Gewichtsklassen 6-8 legten die Verkaufszahlen um gut 20 % zu.

Trotz der etwas geringeren gesamtwirtschaftlichen Dynamik zeigte sich der Lkw-Markt in der Region EU30 (Europäische Union, Schweiz und Norwegen) weiterhin robust. Auf hohem Niveau verzeichnete der Markt einen moderaten Zuwachs. Die Einzelmärkte entwickelten sich dabei uneinheitlich: In Deutschland legte die Nachfrage leicht zu, in Frankreich sogar deutlich. Der britische Markt lag dagegen erwartungsgemäß unter dem Vorjahresniveau. Die Verkaufszahlen in den mittel- und osteuropäischen EU-Ländern verzeichneten in Summe einen deutlichen Anstieg. Auch wenn das Wirtschaftswachtum in Brasilien eher enttäuschend ausfiel, legte der dortige Lkw-Markt von niedrigem Niveau kommend um nahezu 50 % zu. Der türkische Markt musste dagegen aufgrund der wirtschaftlichen Turbulenzen einen deutlich zweistelligen Markteinbruch verbuchen. In Russland ließ die Dynamik im Jahresverlauf stark nach, sodass sich die Nachfrage im Gesamtjahr nach letzten Schätzungen nur noch leicht über dem Vorjahresniveau bewegte.

Ein uneinheitliches Bild gaben die aus Sicht von Daimler wichtigsten asiatischen Märkte ab. Der japanische Markt für leichte, mittlere und schwere Lkw bewegte sich weiterhin auf solidem Niveau und verfehlte den Vorjahreswert nur knapp. In Indien konnte die Lkw-Nachfrage die dämpfenden regulatorischen Effekte des Vorjahres hinter sich lassen. Der Markt für mittelschwere und schwere Lkw erholte sich kräftig und erreichte einen deutlich zweistelligen Zuwachs. In China entwickelte sich der Markt besser als erwartet und konnte das außergewöhnlich hohe Absatzvolumen in etwa beibehalten.

Die Transporternachfrage hat sich in der Region EU30 im Jahr 2018 weiter positiv entwickelt. Dabei erhöhte sich das Marktvolumen für mittelgroße und große Transporter um 5 % und für Midsize-Pickups um 7 %. Der Markt für kleine Transporter lag auf dem Vorjahresniveau. Auch in Deutschland ist der Transportermarkt im kombinierten Segment für mittelgroße und große Transporter insgesamt um 6 % gewachsen. In den USA lag der Markt für große Transporter leicht über dem Vorjahr. In China war in dem von uns adressierten Marktsegment der mittelgroßen Transporter ein leichter Anstieg zu verbuchen. Ausgehend von einem niedrigen Niveau verzeichnete der Markt für große Transporter in Lateinamerika ein deutliches Marktwachstum.

Bei den Bussen lag das Marktvolumen in der Region EU30 leicht über dem hohen Niveau des Vorjahres. In Lateinamerika (ohne Mexiko) hat sich die Situation aufgrund der Markterholung in Brasilien verbessert; allerdings wurde das Wachstum in Lateinamerika durch einen starken Marktrückgang in Argentinien gebremst. Aufgrund der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Lage blieb der Markt in der Türkei nochmals spürbar hinter dem Vorjahresniveau zurück.

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