Stakeholder-Einbeziehung

Es ist uns wichtig, kontinuierlich mit allen unseren Interessengruppen im Gespräch zu bleiben, um verschiedene Perspektiven auf unser Nachhaltigkeitsengagement zusammenzutragen, Zukunftstrends früh zu identifizieren und aufzugreifen sowie Erfahrungen auszutauschen. Dabei geht es auch darum, kontroverse Themen bereits sehr früh konstruktiv zu diskutieren. Im Mittelpunkt steht für uns immer ein für beide Seiten ertragreicher und zielführender Dialog.

Voraussetzung dafür ist die Identifikation unserer Stakeholder. Stakeholder sind für uns Personen und Organisationen, die rechtliche, finanzielle, ethische oder ökologische Erwartungen an Daimler haben. Kriterium für deren Identifikation und Gewichtung ist, inwieweit eine Person oder Gruppe durch die Entscheidungen unseres Unternehmens beeinflusst wird oder umgekehrt die Entscheidungen unseres Unternehmens beeinflussen kann. Unsere primären Stakeholder sind Aktionäre, Mitarbeiter, Kunden sowie Lieferanten. Darüber hinaus tauschen wir uns regelmäßig mit zivilgesellschaftlichen Gruppen wie Nichtregierungsorganisationen aus. Aber auch mit Verbänden, Gewerkschaften, Medien, Analysten, Kommunen, Anwohnern in der Nachbarschaft unserer Standorte sowie mit Vertretern aus Wissenschaft und Politik pflegen wir den Kontakt.

Zur Ermittlung und Auswahl unserer relevanten Stakeholder setzen wir unterschiedliche Instrumente ein. Zum einen arbeiten wir mit Instrumenten, durch die wir den Dialog proaktiv initiieren. Dies sind zum Beispiel der Daimler Sustainability Dialogue, Stakeholder-Befragungen, der Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung, Fachtagungen und thematische Dialoge etwa in Form von Workshops. Zum anderen sind es beobachtende Instrumente, die uns dabei helfen, über den von uns initiierten Dialog hinaus Entwicklungen und damit verbundene Erwartungen zu erkennen, wie die Teilnahme an branchenspezifischen und -übergreifenden Netzwerken und Initiativen, das Heranziehen von Studien und Publikationen sowie die Analyse von Medien.

Dialog auf Konzernebene

Um den Dialog mit unseren Stakeholdern konzernweit zu implementieren, haben wir klare Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege für den Austausch festgelegt sowie spezifische Dialogformen etabliert. Der proaktive Dialog mit unseren Stakeholdern wird von Experten aus dem Ressort Integrität und Recht initiiert und von unseren Nachhaltigkeitsgremien koordiniert.

Ein wesentliches Instrument des Dialogs mit unseren Stakeholdern ist der »Daimler Sustainability Dialogue«. Seit 2008 findet dieser jährlich in Stuttgart statt und bringt Stakeholder aus verschiedenen Bereichen mit Mitgliedern des Vorstands der Daimler AG und des Managements zusammen. In verschiedenen Workshops wird über ausgewählte Nachhaltigkeitsthemen diskutiert und gemeinsam an deren Weiterentwicklung gearbeitet. Die für die Themen verantwortlichen Daimler-Repräsentanten nehmen die Impulse auf, lassen sie unterjährig in Zusammenarbeit mit den Stakeholdern in ihre Arbeit einfließen und berichten auf der Folgeveranstaltung über die Fortschritte. Im Berichtsjahr haben wir den »Daimler Sustainability Dialogue« in Stuttgart bereits zum zwölften Mal durchgeführt. Die Vorabendveranstaltung galt dem Thema Nachhaltige Mobilität in Städten. Am Haupttag diskutierten mehr als 100 Stakeholder mit Daimler-Vertretern in sieben Arbeitsgruppen zu Themen wie Menschenrechte, Umweltschutz, autonomes Fahren und künstliche Intelligenz.

Als global agierendes Unternehmen haben wir uns das Ziel gesetzt, Nachhaltigkeitsstandards weltweit in unseren Geschäftseinheiten und Fachbereichen zu implementieren. Deshalb organisieren wir den »Daimler Sustainability Dialogue« auch in anderen Ländern und Regionen. Internationale Dialogveranstaltungen fanden bereits in China, Japan, den USA und Argentinien statt. Im Berichtsjahr tauschten sich über 300 Stakeholder zum siebten Mal beim »Daimler Sustainability Dialogue« in Peking aus. Dabei wurden Themen wie Recycling von Batterien, Smart Cities und künstliche Intelligenz diskutiert. (Vgl. daimler.com/nachhaltigkeit/daimler-sustainability-dialogue-2019.html)

Ein wichtiger Impulsgeber für unsere Nachhaltigkeitsarbeit ist seit 2012 der Beirat für Integrität und Unternehmensverantwortung. Seine Mitglieder sind externe Experten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. Sie begleiten uns in Fragen der Integrität und Unternehmensverantwortung konstruktiv-kritisch und unabhängig aus der Außenperspektive. Der Beirat tagt in regelmäßigen Abständen und tauscht sich sowohl mit Mitgliedern des Vorstands als auch mit Verantwortlichen der jeweiligen Fachbereiche aus. Im Berichtsjahr fand zudem eine gemeinsame Sitzung mit dem Aufsichtsrat statt. Die Beiratsmitglieder verfügen über ein vielschichtiges Expertenwissen und Erfahrungen zu Umwelt- und Sozialpolitik, Verkehrs- und Mobilitätsentwicklung sowie zu diversen menschenrechtlichen und ethischen Fragestellungen. Im Berichtsjahr stand vor allem die Weiterentwicklung der nachhaltigen Geschäftsstrategie im Fokus. (Vgl. daimler.com/nachhaltigkeit/grundlagen/integritaet/beirat-fuer-integritaet.html)

Weiterhin sind wir in regelmäßigem Kontakt mit Vertretern der Zivilgesellschaft sowie mit anderen Unternehmen. Neben den von uns initiierten Dialogen engagieren wir uns auch in diversen Verbänden, Gremien und Nachhaltigkeitsinitiativen. Hierzu gehören für uns insbesondere der UN Global Compact, econsense – Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft sowie das World Business Council for Sustainable Development.

Für den Dialog mit unseren Stakeholdern nutzen wir außerdem Online- und Print-Medien, Expertengespräche, Workshops sowie lokale und regionale Dialogveranstaltungen. Neben dem institutionalisierten Dialog werden Anfragen von Stakeholdern zu diversen Nachhaltigkeitsthemen direkt und dezentral durch einzelne Fachbereiche und Geschäftseinheiten bearbeitet. Dadurch schaffen wir die Nähe zum operativen Geschäft und können fachliches Know-how ohne Umwege einfließen lassen. Über einzelne Anfragen wird auch in Sitzungen unserer Nachhaltigkeitsgremien berichtet, um sie so auch in strategische Entscheidungen unseres Nachhaltigkeitsmanagements einzubringen. Die Gremien koordinieren außerdem bei fachübergreifenden Themen den Dialog mit unseren Anspruchsgruppen. Unter anderem folgende Themen waren innerhalb des Berichtzeitraums signifikant in den Gesprächen: Klimaschutz, die Achtung der Menschenrechte, Lebenswerte Städte, Datenverantwortung und künstliche Intelligenz.

Dialog auf kommunaler und regionaler Ebene

Wir stehen auch mit Anspruchsgruppen an unseren Standorten im Austausch. Anlass- und projektbezogen greifen wir Fragen, Bedenken, Kritik und Anregungen von Stakeholdern auf und stellen uns einem ergebnisoffenen Dialog. Zudem führen wir proaktiv Dialog- und Informationsveranstaltungen zu aktuellen Themen durch. Die Ergebnisse der Dialoge fließen in die weiteren unternehmerischen Entscheidungen und deren Umsetzung ein. Ein Beispiel ist die Plattform Urbane Mobilität (PUM), ein Zusammenschluss zwischen neun Unternehmen der Automobilindustrie und neun deutschen Städten. Sie wurde ins Leben gerufen, um einen kontinuierlichen Dialog- und Kooperationsprozess zwischen Städten und der Automobilindustrie über die Gestaltung der künftigen Mobilität in urbanen Räumen zu etablieren. Daimler ist Gründungsmitglied und bringt sich aktiv in Pilotprojekten mit ein. (Vgl. plattform-urbane-mobilitaet.de)

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