Anti Financial Crime Compliance

Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung stellen erhebliche gesellschaftspolitische Risiken dar. Deshalb haben wir die Prävention und Bekämpfung von Geldwäsche in unserer Verhaltensrichtlinie als ein zentrales Compliance-Ziel definiert. Mit unserem Kerngeschäft, der weltweiten Produktion und dem weltweiten Verkauf von Kraftfahrzeugen, richten sich die Daimler AG und ihre Konzerngesellschaften nach den Vorschriften des Geldwäschegesetzes (GwG), die für sogenannte »gewerbliche Güterhändler« gelten. Demnach sind wir verpflichtet, konzern- und folglich weltweit Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu ergreifen (sogenanntes Anti-Money Laundering, »AML«, und Counter Terrorist Financing, »CTF«).

Für den Güterhandel hat die Daimler AG den Chief Compliance Officer als verantwortlichen Konzern-Geldwäschebeauftragten behördlich bestellt. Er berichtet unmittelbar an den Vorstand und ist Ansprechpartner für die Regulierungsbehörden, die Strafverfolgungsbehörden, Behörden zur Aufklärung, Verhütung und Beseitigung von Gefahren sowie für die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen. Der Geldwäschebeauftragte ist mit ausreichenden Befugnissen und Mitteln zur Erfüllung seiner Aufgaben ausgestattet.

Dabei verfolgen die Daimler AG und ihre Konzerngesellschaften konzern- und weltweit mit einer zentralen Konzerneinheit »Anti Financial Crime« einen integrierten Compliance-Ansatz, der den Maßnahmen zur Geldwäscheprävention stets eine Sanktionslistenprüfung vorschaltet. Dieser integrierte Ansatz verbindet die Verhinderung der Umgehung von supranationalen und nationalen Sanktionen mit der Prävention und Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, organisierter Kriminalität sowie sonstiger Wirtschaftskriminalität. Denn neben den gesellschaftspolitischen Implikationen können diese Risiken unsere Reputation nachhaltig beeinträchtigen und finanzielle Schäden verursachen, die unsere Konzerngesellschaften sowie unsere Share- und Stakeholder treffen.

Der Fachbereich Anti Financial Crime unterstützt den Geldwäschebeauftragten bei seinen Aufgaben, indem er für die Daimler AG und ihre Konzerngesellschaften im Bereich des Güterhandels geschäftsfeldübergreifend die Ordnungsfunktion nach dem GwG wahrnimmt und das konzernweite Sanctions Compliance Programm verantwortet. Als zentrale Konzerneinheit bündelt der Fachbereich deshalb die beiden Center of Competence zur Prävention und Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung sowie das Center of Competence zur Sanctions Compliance.

Das Sanctions Compliance Programm der Daimler AG, das für alle Konzerngesellschaften gilt, umfasst unter anderem konzern- und weltweit die systematische Durchführung von Sanktionslistenprüfungen. Dabei prüfen wir, ob betroffene natürliche oder juristische Personen oder Organisationen weltweit in Sanktionslisten erfasst sind. Wir berücksichtigen sowohl supranationale Sanktionslisten, zum Beispiel der Vereinten Nationen oder der Europäischen Union, als auch nationale Sanktionslisten, insbesondere die der USA und anderer Länder. Die Prüfung betrifft, wie gesetzlich vorgesehen, Kunden und Geschäftspartner, zum Beispiel im Vertrieb oder Einkauf, aber auch Beschäftigte oder strategische Kooperationspartner. Die Sanktionslistenprüfung erfolgt in enger Abstimmung mit der Abteilung für Exportkontrolle und berücksichtigt datenschutzrechtliche Anforderungen.

Bei der Daimler Mobility AG (DMO) und den ihr zugeordneten Konzerngesellschaften erfolgen die Bekämpfung von Geldwäsche und die Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung über eine eigenständige divisionale Rahmenrichtlinie, samt der dazugehörigen, die Rahmenrichtlinie ausfüllenden Richtlinien der zugeordneten Konzerngesellschaften. Zudem besteht zwischen den einzelnen, der DMO zugeordneten Konzerngesellschaften ein eigenständiges Netzwerk von sogenannten lokalen Geldwäscheverantwortlichen (»AML Responsibles«).

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