Weltwirtschaft

Im Berichtsjahr verzeichnete die Weltwirtschaft mit einem realen Zuwachs von nur noch leicht über 2,5 % eine deutlich schwächere Entwicklung als im Vorjahr und rutschte erstmals seit dem Jahr 2016 wieder unter die 3 %-Marke. (Vgl. Abbildung B.05) Die Verlangsamung betraf dabei nahezu alle Regionen, jedoch in unterschiedlichem Maße. Auch das Wachstum des Welthandels verlangsamte sich deutlich, was vor allem das Wachstum in exportabhängigen Volkswirtschaften spürbar bremste.

Daimler GB2019 B05 Wirtschaftswachstum

Die Volkswirtschaften der Industrieländer konnten das dynamische Wachstumstempo der beiden Vorjahre nicht halten. Dies galt auch für die US-Wirtschaft. Nach einem starken ersten Quartal ließ das Wachstum im weiteren Jahresverlauf spürbar nach, blieb mit etwa 2,3 % im Gesamtjahr aber noch solide. Während sich der private Konsum nach wie vor robust zeigte, schwächte sich die Investitionstätigkeit der Unternehmen nach und nach deutlich ab. Dies lag zum einen am nachlassenden Schub der Steuersenkungen und zum anderen an der anhaltenden Unsicherheit hinsichtlich einer weiteren Eskalation des Handelskonfliktes mit China. Noch deutlicher trübte sich die wirtschaftliche Entwicklung in der Eurozone ein; die schwache globale Nachfrage, insbesondere aus China, der Handelsstreit zwischen den USA und China und die Gefahr eines ungeordneten Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union belasteten insbesondere den Industriesektor. Trotz der Widerstandfähigkeit des Dienstleistungssektors und des privaten Konsums fiel das Wachstum in der Eurozone auf nur noch etwas über 1 %. Die deutsche Wirtschaft konnte aufgrund ihrer starken Abhängigkeit von Industrie und Außenhandel nur noch um 0,6 % zulegen. Auch die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs expandierte vor dem Hintergrund der andauernden Brexit-Unsicherheit und der dämpfenden Auswirkungen auf die Investitionstätigkeit mit 1,3 % nur moderat. Langsameres Exportwachstum und weiterhin schwache Investitionen belasteten auch das Wachstum in Japan, das mit rund 1 % in der Größenordnung des Vorjahres blieb.

Das Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft hat im abgelaufenen Jahr weiter an Fahrt verloren, wobei sich die Abschwächung sowohl bei der Inlands- als auch bei der Auslandsnachfrage zeigte. Der Zuwachs im Gesamtjahr fiel mit nur noch 6,1 % spürbar schwächer aus als im Vorjahr. Die übrigen Volkswirtschaften in Asien konnten sich der Verlangsamung des Welthandels und der Abschwächung in China erwartungsgemäß nicht entziehen und wuchsen insgesamt spürbar langsamer als im Vorjahr. Besonders ausgeprägt war die Abkühlung in Indien; dort fiel das Wachstum mit rund 5 % auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Im südamerikanischen Wirtschaftsraum haben sich die Hoffnungen auf eine nennenswerte Erholung nicht erfüllt. Die andauernde und tief greifende Krise in Argentinien und eine weiterhin eher enttäuschende Entwicklung in Brasilien bremsten das Wachstum in der Region. Auch die Region Mittel- und Osteuropa verzeichnete ein geringeres Wachstum als im Vorjahr; dies war hauptsächlich durch die ausgeprägte Wirtschaftskrise in der Türkei und einen deutlichen Wachstumsrückgang in Russland verursacht. Der im Jahresdurchschnitt im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedrigere Ölpreis sorgte für ein weiterhin eher schwaches Wachstum im Mittleren und Nahen Osten. In Summe blieb das Wachstum der Schwellenländer mit rund 4 % merklich hinter dem des Vorjahres zurück.

In diesem heterogenen Wachstumsumfeld blieben die Wechselkurse volatil. Der Kurs des US-Dollars zum Euro bewegte sich im Jahresverlauf zwischen 1,08 und 1,16. Zum Jahresende war der Euro rund 2 % schwächer als zum Jahresende 2018. Beim japanischen Yen ergab sich eine Schwankungsbreite zum Euro von 116 bis 128. Im Jahresendvergleich ergab sich eine Abwertung des Euro um rund 3 %. Der Wert des britischen Pfunds gegenüber dem Euro war zum Jahresende 2019 im Vergleich zum Vorjahresabschluss um etwa 5 % höher. Gegenüber dem brasilianischen Real legte der Euro um knapp 2 % zu, im Vergleich zur türkischen Lira betrug die Aufwertung des Euro rund 10 %. Gegenüber dem russischen Rubel verlor der Euro mit einer Abwertung von rund 12 % deutlich an Wert.

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