Geschäftsentwicklung

Absatz

Daimler hat im Jahr 2019 insgesamt 3,34 (i. V. 3,35) Mio. Fahrzeuge abgesetzt. Das zu Jahresbeginn angestrebte Ziel einer leichten Steigerung wurde damit nicht ganz erreicht. Die Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars (+0 %), Daimler Trucks (-6 %), Mercedes-Benz Vans (+4 %) und Daimler Buses (+6 %) blieben jeweils leicht hinter den Erwartungen zurück.

Das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars hat im Jahr 2019 trotz schwieriger Rahmenbedingungen insgesamt 2.385.400 (i. V. 2.382.800) Fahrzeuge abgesetzt und damit das Rekordniveau aus dem Vorjahr übertroffen. Mit einem Absatz von 2.278.300 (i. V. 2.252.800) Fahrzeugen war die Marke Mercedes-Benz erneut die absatzstärkste Premiummarke der Automobilbranche. Die Nummer eins im Premiumsegment sind wir unter anderem in Deutschland und einigen europäischen Kernmärkten, in Südkorea, Australien, Indien, Kanada und Japan. Darüber hinaus sind wir auch in China mit einem neuen Absatzrekord die Nummer eins im Premiumsegment.

Besonders erfolgreich waren die Modelle der A- und B-Klasse, deren Absatz im Berichtsjahr einschließlich CLA und CLA Shooting Brake um 29 % auf insgesamt 527.000 Fahrzeuge zulegte. Der Absatz der C-Klasse Modelle verringerte sich um 8 % auf 439.600 Limousinen, T-Modelle, Coupés und Cabriolets. Die E-Klasse hat sich weiterhin sehr gut im Markt behauptet: Insgesamt erreichte der Absatz mit 418.100 Fahrzeugen aber nicht das hohe Niveau des Vorjahres. Mit 71.300 abgesetzten Fahrzeugen ist die S-Klasse Limousine weiterhin die meistverkaufte Luxuslimousine der Welt. Insgesamt haben wir in diesem Marktsegment 75.400 (i. V. 83.800) Fahrzeuge abgesetzt.

Unser Absatz im SUV-Segment war von den Modellwechseln beim GLE und GLS geprägt. Dabei hat die Nachfrage die Verfügbarkeit der neuen Modelle deutlich übertroffen. Mit 789.800 (i. V. 829.200) Fahrzeugen erreichte der Absatz aber dennoch ein sehr hohes Niveau. Vor allem aufgrund des Markt­erfolgs unserer Mercedes-AMG GT Modelle ist der Absatz unserer Sports Cars um 48 % auf 28.400 Fahrzeuge gestiegen. (Vgl. Abbildung B.07)

Daimler GB2019 B.07 Absatz+I33+I17

In Europa hat Mercedes-Benz Cars insgesamt 992.200 (i. V. 982.700) Fahrzeuge abgesetzt. Einem Zuwachs in Deutschland (+4 %) standen dabei Rückgänge in Italien (-1 %) und Spanien (-5 %) gegenüber. In den Volumenmärkten Großbritannien und Frankreich lag der Absatz auf dem Vorjahresniveau. In China war das Geschäftsfeld im Berichtsjahr weiterhin sehr erfolgreich: Dort ist der Absatz um 2 % auf 694.200 Fahrzeuge gewachsen. Auch in anderen asiatischen Märkten haben wir neue Absatzrekorde erzielt – beispielsweise in Südkorea (+18 %). In der NAFTA-Region erreichte der Absatz mit 368.900 Fahrzeugen nicht das hohe Vorjahresniveau: Sowohl in den USA (-4 %) als auch in Kanada (-12 %) waren Rückgänge zu verzeichnen.

Bei smart wurde die Absatzentwicklung von der vollständigen Umstellung auf den rein elektrischen Antrieb bis zum Jahr 2020 geprägt. Das Angebot von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor wurde deshalb im Jahresverlauf sukzessive reduziert. Insgesamt hat die Marke im Berichtsjahr weltweit in rund 40 Märkten 107.100 (i. V. 130.000) Fahrzeuge der Modelle fortwo und forfour abgesetzt. (Vgl. »Mercedes-Benz Cars«)

Der Absatz von Daimler Trucks lag im Jahr 2019 leicht unter dem Vorjahresniveau. Insgesamt haben wir im Berichtsjahr 488.500 (i. V. 517.300) schwere, mittelschwere und leichte Lkw sowie Busse der Marken Thomas Built Buses und FUSO aus­geliefert. Daimler Trucks ist nach wie vor der weltweit größte Hersteller von Lkw über 6 t. (Vgl. Abbildung B.08) In der Region EU30 schwächte sich der Lkw-Markt in der zweiten Jahreshälfte nach deutlichen Vorzieheffekten im ersten Halbjahr spürbar ab. Unsere Verkäufe waren mit 79.800 (i. V. 85.400) Lkw insgesamt leicht rückläufig. Die Marke Mercedes-Benz behauptete im schweren und mittleren Segment weiterhin die Marktführerschaft, allerdings ging unser Marktanteil auf 20,0 (i. V. 20,6) % zurück. (Vgl. Tabelle B.09)

Daimler GB2019 B08 Absatzstruktur Daimler Trucks

B.09 Marktanteile1

  2019 2018 19/18
in %   Veränd.
Prozentpunkte
       
Mercedes-Benz Cars      
Europäische Union 6,4 6,2 +0,2
davon Deutschland 10,8 10,5 +0,3
USA 1,9 1,8 +0,1
China 3,3 2,9 +0,4
Japan 1,6 1,6 0,0
       
Daimler Trucks      
Schwere und mittelschwere Lkw EU30 20,0 20,6 -0,6
davon Deutschland 35,2 36,5 -1,3
Schwere Lkw NAFTA (Klasse 8) 38,8 38,8 0,0
Mittelschwere Lkw NAFTA (Klasse 6 und 7) 32,9 37,8 -4,9
Schwere und mittelschwere Lkw Brasilien 29,2 27,9 +1,3
Lkw Japan 18,8 19,3 -0,5
Schwere und mittelschwere Lkw Indien 5,8 6,0 -0,2
       
Mercedes-Benz Vans      
Mittelgroße und große Transporter EU30 16,7 15,2 +1,5
davon Deutschland 27,0 25,2 +1,8
Kleine Transporter EU30 2,4 3,1 -0,7
Große Transporter USA 8,8 8,4 +0,4
       
Daimler Buses      
Busse über 8 t EU30 27,5 29,0 -1,5
davon Deutschland 50,8 49,3 +1,5
Busse über 8 t Brasilien 53,8 51,6 +2,2

1 Basierend auf Schätzwerten in einzelnen Märkten.

Dagegen steigerten wir unseren Absatz in Lateinamerika erneut deutlich auf 42.600 (i. V. 38.200) Lkw. Entscheidend für diesen Zuwachs war die Entwicklung in unserem dortigen Hauptmarkt Brasilien. Dort setzten wir 29.700 Lkw ab – ein Zuwachs um 39 % verglichen mit der Vorjahresperiode. Die Marktanteile unserer Lkw der Marke Mercedes-Benz entwickelten sich positiv. Im schweren und mittleren Segment bauten wir unseren Marktanteil auf 29,2 (i. V. 27,9) % aus und behielten die Marktführerschaft. In der NAFTA-Region übertraf unser Absatz mit 201.100 (i. V. 189.700) Einheiten das hohe Vorjahresniveau noch einmal leicht. Unser Marktanteil lag in den Gewichtsklassen 6 – 8 bei 37,0 (i. V. 38,4) %. Damit behaupteten wir weiterhin die Marktführerschaft. 

In Asien entwickelten sich die Lkw-Märkte Indonesien und Indien im Berichtsjahr deutlich rückläufig. Mit 135.200 (i. V. 164.700) verkauften Einheiten ging unser Absatz in der Region deutlich zurück. Besonders ausgeprägt war diese Entwicklung in Indonesien, wo unser Absatz um 39 % auf 39.100 Einheiten zurückging. In Indien verkauften wir 14.500 (i. V. 22.500) Fahrzeuge und lagen damit ebenfalls deutlich unter den hohen Verkaufszahlen des Vorjahres. Mit der Marke BharatBenz erreichten wir einen Marktanteil von 5,8 (i. V. 6,0) %. Im japanischen Lkw-Markt setzten wir 42.200 (i. V. 44.000) Einheiten ab und lagen damit leicht unter dem Vorjahresabsatz.

Der Absatz der Auman Lkw, die wir in China in unserem Joint Venture Beijing Foton Daimler Automotive Co., Ltd (BFDA) produzieren, lag mit 86.200 (i. V. 103.400) Einheiten deutlich unter dem Vorjahreswert. Mitte des Jahres fand im chinesischen Markt die Einführung des neuen Schwer-Lkw Auman EST-A mit dem lokal gefertigten Mercedes-Benz Motor OM457 statt. (Vgl. »Daimler Trucks«)

Mercedes-Benz Vans erzielte im Jahr 2019 einen weiteren Absatzrekord: Mit 438.400 Fahrzeugen wurde der Vorjahreswert um 4 % übertroffen. Während wir mit den Modellen Sprinter, Vito und Citan hauptsächlich gewerbliche Kunden ansprechen, steht bei der V-Klasse die private Nutzung im Vordergrund. Mit der X-Klasse adressieren wir unterschiedlichste Kunden im privaten wie im gewerblichen Bereich. In der Region EU30, unserer Kernregion, lag unser Van-Absatz im Jahr 2019 mit 298.100 (i. V. 278.300) Einheiten leicht über dem Vorjahr; unser Marktanteil im kom­binierten Segment der mittelgroßen und großen Transporter betrug in dieser Region 16,7 (i. V. 15,2) %. In Deutschland ­setzten wir 121.300 (i. V. 107.300) Einheiten ab. Der Absatz in der NAFTA-Region legte erneut deutlich zu. Dabei erreichten wir in den USA mit 45.700 (i. V. 38.700) Einheiten unseren bisher höchsten Jahresabsatz; der Marktanteil bei den großen Transportern erhöhte sich auf 8,8 (i. V. 8,4) %. In Lateinamerika erreichte der Absatz mit 18.600 (i. V. 18.700) Einheiten das Vorjahresniveau. Mit 29.500 (i. V. 29.100) Einheiten lag der Absatz in China ebenfalls auf dem Vorjahresniveau. In Russland und in einem schwierigen Markt­umfeld in der Türkei lagen die Absätze deutlich unter dem Vorjahr. ­­Weltweit lag der Absatz des Sprinter mit 231.500 (i. V. 206.300) Einheiten deutlich über dem Vorjahr. Die Verkäufe des Vito lagen mit 109.300 (i. V. 108.300) Fahrzeugen auf dem Vorjahresniveau. Der Absatz der Großraumlimousine V-Klasse erreichte mit 63.100 (i. V. 63.900) Einheiten ebenfalls das Vorjahresniveau. Der Absatz des Mercedes-Benz Citan erreichte 20.700 (i. V. 26.300) Fahrzeuge. Von der X-Klasse setzten wir im Berichtsjahr 13.800 (i. V. 16.700) Fahrzeuge ab. (Vgl. »Mercedes-Benz Vans«)

Daimler Buses hat im Geschäftsjahr 2019 weltweit 32.600 (i. V. 30.900) Busse und Fahrgestelle abgesetzt. Der leichte Anstieg war insbesondere auf die spürbare Markterholung in Brasilien, auf eine weiterhin erfreulich hohe Nachfrage in unserem wichtigen Markt EU30 und das deutliche Absatzwachstum in Argentinien zurückzuführen. Insgesamt konnte das Geschäftsfeld die Marktführerschaft in seinen wichtigsten klassischen Kernmärkten EU30, Brasilien, Argentinien und Mexiko behaupten. Vor dem Hintergrund einer anhaltend hohen Nachfrage in unserem Komplettbusgeschäft lag der Absatz in der Region EU30 mit 9.300 (i. V. 9.300) Fahrzeugen auf dem bereits hohen Niveau des Vorjahres. Mit einem Marktanteil von 27,5 (i. V. 29,0) % hat Daimler Buses seine führende Marktposition in dieser Region verteidigt. In Deutschland lag der Absatz mit 3.000 Einheiten um 5 % über dem Vorjahresniveau. Bedingt durch die weiterhin schwierige Situation blieben wir dagegen in der Türkei mit 200 (i. V. 300) Einheiten deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. In Lateinamerika (ohne Mexiko) hat sich die Situation aufgrund der spürbaren Markterholung in Brasilien weiter verbessert. Der Absatz von Fahr­gestellen der Marke Mercedes-Benz stieg in Brasilien um 30 % auf 11.400 Einheiten. Hier konnten wir mit einem Marktanteil von 53,8 (i. V. 51,6) % unsere führende Marktposition ausbauen. In Indien setzten wir 1.600 (i. V. 1.600) Einheiten ab und lagen damit auf dem Niveau des Vorjahres. In Mexiko lag der Absatz mit 2.600 (i. V. 3.200) Einheiten deutlich unter dem Vorjahresniveau. (Vgl. »Daimler Buses«)

Das Geschäft von Daimler Mobility hat sich im Berichts­­­jahr weiterhin positiv entwickelt. Das weltweite Vertragsvolumen ist, wie von uns bereits im Geschäftsbericht 2018 prognostiziert, weiter gewachsen. Es erreichte mit 162,8 Mrd. € (+6 %) einen neuen Höchststand. Das Neugeschäft lag wie schon zu Jahresbeginn erwartet mit 74,4 Mrd. € ebenfalls leicht über dem Niveau des Vorjahres. Während sich das Neugeschäft in den Regionen Europa (+2 %), Nord- und Südamerika (+9 %) und mit einem Plus von 2 % in Afrika & Asia-Pazifik (ohne China) jeweils positiv entwickelte, sank das Neugeschäft in China leicht (-4 %). Im Versicherungs­geschäft haben wir im Berichtsjahr rund 2,4 Mio. Verträge vermittelt und damit das Vor­jahresniveau nochmals um 5 % ­übertroffen. Insgesamt wurden im Jahr 2019 588 Mio. Transaktionen über die Mobilitätsdienste des Joint-Venture-Verbunds YOUR NOW vorgenommen. Mit den Marken Athlon und Daimler Fleet Management konnte Daimler Mobility mit 425.000 Verträgen ein Plus von 8 % im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Das Vertrags­volumen lag bei 7,0 Mrd. €. (Vgl. »Daimler Mobility«)

Auftragslage

Die Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars, Daimler Trucks, Mercedes-Benz Vans und Daimler Buses fertigen auf Bestellung nach den Wünschen von Kunden ausgestattete Fahrzeuge. Dabei passen wir die Kapazitäten bei einzelnen Modellen flexibel der sich verändernden Nachfrage an. Vor allem wegen der ­weiterhin hohen Nachfrage in China und den europäischen Märkten lagen die Bestellungen bei Mercedes-Benz Cars im Berichtsjahr trotz eines leichten Rückgangs weiterhin auf einem hohen Niveau. Hierzu haben auf der Produktseite vor allem unsere Modelle der A- und B-Klasse, die E-Klasse sowie die weiterhin sehr erfolgreichen Geländewagen bei­getragen. Bei einer unverändert hohen Produktion hat sich der Auftragsbestand zum Jahresende im Vergleich zum Vorjahr verringert. Bei Daimler Trucks lagen sowohl die Bestellungen als auch der Auftragsbestand zum Jahresende deutlich unter dem Vorjahresniveau. Ausschlaggebend dafür war insbesondere die deutliche Abschwächung der Nachfrage im zweiten Halbjahr in der NAFTA-Region und auch in der Region EU30.

Zurück
Ertragslage
Automobilmärkte