Forschung und Entwicklung

Forschung und Entwicklung als Erfolgsfaktor

Forschung und Entwicklung haben bei Daimler seit jeher einen zentralen Stellenwert. Vor mehr als 130 Jahren haben Gottlieb Daimler und Carl Benz das Automobil erfunden. Nun gestalten wir die Zukunft der Mobilität neu. Es ist unser Ziel, unseren Kunden faszinierende Produkte und maßgeschneiderte Lösungen für eine bedarfsgerechte, sichere und nachhaltige Mobilität anzubieten. Darauf richten wir unser Technologieportfolio und unsere Kernkompetenzen aus.

Wesentliche Faktoren für den Markterfolg unserer Fahrzeuge sind das Know-how, die Kreativität und die Motivation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung. Zum Jahresende 2019 arbeiteten bei Daimler weltweit 24.300 (i. V. 25.600) Personen in Forschungs- und Entwicklungsbereichen. 16.200 (i. V. 17.700) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren im Ressort Konzernforschung & Mercedes- Benz Cars Entwicklung tätig, 5.600 (i. V. 5.300) Beschäftigte sind dem Geschäftsfeld Daimler Trucks zuzurechnen, 1.200 (i. V. 1.300) dem Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans und 1.300 (i. V. 1.300) Daimler Buses. Rund 5.100 (i. V. 5.800) Forscher und Entwickler waren außerhalb Deutschlands beschäftigt.

Globales Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk

Mit unserem globalen Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk sind wir in den Schlüsselmärkten direkt bei den Kunden präsent. Die größten Standorte sind Sindelfingen und Stuttgart- Untertürkheim in Deutschland. Unsere wichtigsten Forschungseinrichtungen in Nordamerika sind die Standorte in Sunnyvale/Kalifornien sowie Long Beach/Kalifornien, Portland/Oregon und Redford/Michigan. In Asien sind Bangalore, Indien, das Global Hybrid Center in Kawasaki, Japan, und unser Forschungs- und Entwicklungszentrum in Peking, China, die bedeutendsten Standorte. Mercedes-Benz Research & Development India (MBRDI) mit Sitz in Bangalore ist das größte Forschungs- und Entwicklungszentrum von Daimler außerhalb Deutschlands. Die Schwerpunkte von MBRDI liegen auf den Gebieten Digitalisierung, Simulation und Data Science. Im November 2018 haben wir Pläne für den Bau eines weiteren Research and Development (R&D) Tech Centers in China mit einer Gesamtinvestition von rund 145 Mio. € bekannt gegeben. Damit bauen wir unsere Präsenz in unserem größten Einzelmarkt weiter aus. Nach dem im Jahr 2014 in China gegründeten Mercedes-Benz Forschungs- und Entwicklungszentrum wird es der zweite wichtige Forschungs- und Entwicklungs­standort des Unternehmens in Peking sein. Die Inbetriebnahme des neuen R&D Tech Centers in China ist für das Jahr 2020 geplant.

Zusätzlich zu unseren internen Aktivitäten pflegen wir intensive Kontakte zu externen Forschungseinrichtungen. So arbeiten wir weltweit mit verschiedenen renommierten Forschungsinstituten zusammen und beteiligen uns an internationalen Austauschprogrammen für Nachwuchswissenschaftler.

Wir sind offen für Kooperationen – weltweit. Zu unseren Partnern zählen erfolgversprechende Start-ups wie what3words oder Anagog ebenso wie Zulieferunternehmen, zum Beispiel Bosch, oder in ausgewählten Themenfeldern auch Wettbewerber wie BMW. Chinesische Partner sind beispielsweise Baidu, Alibaba und die Tsinghua Universität. Digital Hubs als Entwicklungszentren betreiben wir weltweit, beispielsweise in Berlin, Seattle, Lissabon und Tel Aviv.

Zielgerichtete Einbindung des Lieferantennetzwerks

Um unsere anspruchsvollen Ziele zu erreichen, arbeiten wir auch intensiv mit den Forschungs- und Entwicklungsbereichen unserer Lieferanten zusammen. Gerade mit Blick auf den rasanten technologischen Wandel in der Automobilindustrie und die Notwendigkeit, neue Technologien möglichst schnell zur Marktreife zu bringen, ist eine enge Verzahnung mit den Lieferpartnern unabdingbar. Dies gilt auch im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung der Prozesse über alle Stufen der Wertschöpfungskette hinweg. Darüber hinaus sind für uns leistungsfähige Partner unverzichtbar, wenn es um die Entwicklung und Bereitstellung neuer Konzepte für die Mobilität der Zukunft geht. Im Rahmen der gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsarbeit verfolgen wir das Ziel, dass die Kernkompetenzen für Technologien, die für die Zukunft des Automobils insgesamt und die Einzigartigkeit unserer Marken wichtig sind, im Unternehmen bleiben.

Schutz unserer Marken und Patente

Ohne den Schutz und das Management seiner Patente, Marken und Designs wäre Daimler nicht so erfolgreich, wie wir es heute sind. Ganz in diesem Sinne wollen wir unser im Konzern genutztes geistiges Eigentum und die Innovationen, mit denen wir Kunden rund um den Globus begeistern, besonders gut schützen und managen. Auch damit wollen wir unsere mehr als 130-jährige Unternehmensgeschichte erfolgreich fortschreiben. Im Jahr 2019 haben wir diese Tradition fortgesetzt und mehr als 2.100 (i.V. 1.900) weitere neue Ideen – zunehmend mit Fokus auf die Zukunftsfelder Vernetzung, automatisiertes und autonomes Fahren sowie elektrische Antriebe – zum Patent angemeldet. Über die technischen Schutzrechte hinaus, die unsere Innovationen für die Mobilität der Zukunft langfristig sichern sollen, wird die Einzigartigkeit der Produkterscheinung mit mehr als 7.500 (i. V. 7.500) eingetragenen Designs abgesichert. Unser Portfolio von weltweit mehr als 34.500 (i. V. 36.300) Markenschutzrechten dient dem Schutz der Marke Mercedes-Benz, unserer neuen Marke EQ für die Elektromobilität sowie aller übrigen Marken in den relevanten Märkten. Und um das sicherzustellen, wurde mit der Daimler Brand & IP Management GmbH & Co. KG im vergangenen Jahr ein marken- und technologieübergreifendes IP-Kompetenzzentrum geschaffen. Dort wird das Daimler-Portfolio an Patenten, Marken, Designs und Domains registriert und verwaltet – vom Prozess der Erfindungsmeldung über die Anmeldung bis hin zur Erteilung beziehungsweise Eintragung. Und im Streitfall oder bei Missbrauch übernimmt das Team die Verteidigung vor den Behörden und Gerichten.

9,7 Mrd. € für Forschung und Entwicklung

Auch in den kommenden Jahren wollen wir die Mobilität mit richtungsweisenden Innovationen aktiv mitgestalten und damit einhergehend die Digitalisierung im gesamten Unternehmen vorantreiben. Im Jahr 2019 haben wir deshalb die Forschungs- und Entwicklungsleistungen von dem bereits sehr hohen Niveau im Jahr 2018 ausgehend nochmals leicht auf 9,7 (i. V. 9,1) Mrd. € erhöht. Zum Jahresbeginn 2019 waren wir noch von einer Entwicklung auf Vorjahresniveau ausgegangen. 3,1 (i. V. 2,5) Mrd. € davon wurden als Entwicklungskosten aktiviert; das entspricht einer Aktivierungsquote von 32 (i. V. 28) %. Die Abschreibungen auf aktivierte Forschungs- und Entwicklungsleistungen erreichten im Berichtsjahr 1,8 (i. V. 1,5) Mrd. €. Auch gemessen am Umsatz bewegten sich die Forschungs- und Entwicklungsleistungen mit einer Quote von 5,6 (i. V. 5,4) % weiterhin auf einem hohen Niveau. Schwerpunkte waren neben Produktionsanläufen die Weiterentwicklung unserer Plattformen sowie der elektrischen und konventionellen Antriebsstränge. Darüber hinaus gewinnen die beiden Themen Digitalisierung und das automatisierte und autonome Fahren verstärkt an Bedeutung.

Bei Mercedes-Benz Cars standen zunehmend die Themen Digitalisierung, das automatisierte und autonome Fahren und die Entwicklung elektrischer Antriebe sowie einer neuen Plattform für Fahrzeuge mit rein elektrischem Antrieb im Mittelpunkt.

Bei Daimler Trucks spielten die Themen automatisiertes Fahren, Elektromobilität sowie Konnektivität eine wichtige Rolle. Weitere Schwerpunkte waren die Nachfolgegenerationen für bestehende Produkte, Kraftstoffeffizienz und Emissionsreduzierung sowie maßgeschneiderte Produkte und Technologien für wichtige Wachstumsmärkte.

Bei Mercedes-Benz Vans standen die Weiterentwicklung des Sprinter und von Vito und V-Klasse im Vordergrund. Darüber hinaus treibt Mercedes-Benz Vans die Elektrifizierung seiner gewerblichen und privaten Baureihen voran.

Das Geschäftsfeld Daimler Buses hat seine Entwicklungsaktivitäten vor allem auf neue Produkte sowie die weitere Verringerung des Kraftstoffverbrauchs konzentriert. Eine wichtige Rolle spielten außerdem alternative Antriebssysteme, insbesondere die Elektrifizierung, sowie weitere zukunftsweisende Projekte in den Bereichen automatisiertes und autonomes Fahren. (Vgl. Abbildung B.39 und Tabelle B.40)

Daimler GB2019 B.36 Fotschungs und Entwicklungsleistungen

B.40 Forschungs- und Entwicklungsleistungen nach Geschäftsfeldern

  2019 2018 19/18
in Millionen €     Veränd. in %
       
­Daimler-Konzern davon aktiviert 9.662
3.076
9.107
2.526
+6
+22
Mercedes-Benz Cars davon aktiviert 7.518
2.904
6.962
2.269
+8
+28
­Daimler Trucks davon aktiviert 1.490
53
1.295
40
+15
+33
Mercedes-Benz Vans davon aktiviert 543
96
666
176
-18
-45
­Daimler Buses davon aktiviert 203
23
199
41
+2
-44
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