Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme liegt mit 99,4 Mrd. € um 17,8 Mrd. € unter dem Vorjahresniveau. In der Tabelle B.38 ist die Bilanz der Daimler AG zum 31.12.2019 im Vergleich zur Bilanz vor (31.12.2018) und nach den Ausgliederungen auf die Mercedes-Benz AG und die Daimler Truck AG (01.01.2019) dargestellt.

B.38 Bilanzstruktur der Daimler AG

  31.12.2019 1.1.20191 31.12.2018
in Millionen €      
       
Aktiva      
Anlagevermögen 57.214 50.973 55.092
Vorräte 1 10.524
Forderungen, Wertpapiere und sonstige Vermögensgegenstände 38.925 35.437 44.784
Zahlungsmittel 2.942 4.819 6.354
Umlaufvermögen 41.867 40.257 61.662
Rechnungsabgrenzungs­posten 285 300 406
  99.366 91.530 117.160
       
Passiva      
Gezeichnetes Kapital 3.070 3.070 3.070
(Bedingtes Kapital 500 Mio. €)      
Kapitalrücklage 11.480 11.480 11.480
Gewinnrücklagen 22.541 25.182 25.182
Bilanzgewinn 963 3.477 3.477
Eigenkapital 38.054 43.209 43.209
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 94 123 838
Übrige Rückstellungen 1.511 2.136 15.595
Rückstellungen 1.605 2.259 16.433
Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen
227 428 7.210
Übrige Verbindlichkeiten 59.474 45.634 49.232
Verbindlichkeiten 59.701 46.062 56.442
Rechnungsabgrenzungs­posten 6 0 1.076
  99.366 91.530 117.160

1 Werte nach erfolgter Ausgliederung. Abweichungen zur Ausgliederungsbilanz (veröffentlicht im Ausgliederungsbericht vom 22. Mai 2019) ergeben sich durch nachträgliche Anpassungen gemäß Ausgliederungsvertrag.

Das Anlagevermögen hat sich im Jahresverlauf um 2,1 Mrd. € auf 57,2 Mrd. € erhöht. Ursächlich hierfür ist das um 12,9 Mrd. € höhere Finanzanlagevermögen, das insbesondere aus konzerninternen Umstrukturierungen im Rahmen von »Projekt Zukunft« resultiert. Der Anstieg ist des Weiteren durch eine Kapitaleinzahlung in die Tochtergesellschaft LEONIE FS DVB GmbH und den konzerninternen Erwerb der Mercedes-Benz Bank AG von der Daimler Mobility AG bedingt. Der Rückgang des Sachanlagevermögens um 9,3 Mrd. € sowie der immateriellen Vermögensgegenstände um 1,5 Mrd. € ist im Wesentlichen auf die konzerninternen Umstrukturierungen im Rahmen von »Projekt Zukunft« zurückzuführen.

Die Forderungen, Wertpapiere und sonstigen Vermögensgegenstände sind im Vergleich zum 31. Dezember 2018 um 5,9 Mrd. € auf 38,9 Mrd. € gesunken. Ausschlaggebend für die Reduzierung waren vor allem die Ausgliederungen im Rahmen der konzerninternen Umstrukturierungen von »Projekt Zukunft« in Höhe von 9,3 Mrd. €. Darüber hinaus reduzierten sich im Geschäftsjahr 2019 die sonstigen Wertpapiere um 1,1 Mrd. € sowie die sonstigen Vermögensgegenstände um 1,1 Mrd. €, was insbesondere auf geringere Steuererstattungsansprüche zurückzuführen ist. Gegenläufig erhöhten sich die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen um 5,6 Mrd. €.

Die Zahlungsmittel sanken von 6,4 Mrd. € auf 2,9 Mrd. €. Im Rückgang enthalten sind die Ausgliederungen im Rahmen der konzerninternen Umstrukturierungen von »Projekt Zukunft« von 1,5 Mrd. €.

Die Bruttoliquidität – bestehend aus Zahlungsmitteln, sonstigen Wertpapieren sowie unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesenen Festgeldern – verringerte sich am Bilanzstichtag um 4,7 Mrd. € auf 9,6 Mrd. €. Die Reduzierung der Bruttoliquidität war unter anderem durch die Ausgliederungen im Rahmen der konzerninternen Umstrukturierungen von »Projekt Zukunft« in Höhe von 1,5 Mrd. € sowie die Verringerung der sonstigen Wertpapiere um 1,1 Mrd. € im Geschäftsjahr 2019 bedingt.

Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf 6,8 (i. V. 13,8) Mrd. €. Der Rückgang resultiert insbesondere aus geringeren Ausschüttungen der Tochtergesellschaften sowie dem Wegfall des Mittelzuflusses aus dem operativen Fahrzeuggeschäft. Zudem ergaben sich im Vorjahr positive Effekte aus Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr mit in- und ausländischen Konzerngesellschaften sowie Dritten, die aufgrund der Ausgliederung nicht mehr bei der Daimler AG wirksam werden.

Aus dem Cash Flow aus der Investitionstätigkeit ergab sich im Geschäftsjahr 2019 ein Mittelabfluss von 7,6 (i. V. 14,7) Mrd. €. Der Rückgang begründet sich insbesondere durch den Wegfall der Investitionen der Daimler AG in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagevermögen, bedingt durch die Ausgliederung des operativen Geschäfts auf die Mercedes-Benz AG sowie Daimler Truck AG. Im Vergleich zum Vorjahr resultierten im Bereich der Finanzanlagen zudem geringere Mittelabflüsse aus konzerninternen Umstrukturierungen im Rahmen von »Projekt Zukunft«. Des Weiteren ergaben sich positive Effekte aus den im Rahmen des Liquiditätsmanagements vorgenommenen Käufen und Verkäufen von Wertpapieren.

Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit weist im Berichtszeitraum einen Mittelabfluss von 2,6 (i. V. Mittelzufluss von 5,5) Mrd. € auf. Die Veränderung erklärt sich durch höhere Forderungen aus der Finanzierung der Tochtergesellschaften sowie einen geringeren Anstieg der Verbindlichkeiten aus dem konzerninternen Verrechnungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditätsmanagements. Gegenläufig resultierte im Berichtsjahr aus höheren externen Finanzierungsverbindlichkeiten ein Mittelzufluss. Im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit ist die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2018 mit 3,5 Mrd. € enthalten.

Das Eigenkapital nahm im Berichtsjahr um 5,2 Mrd. € auf 38,1 Mrd. € ab. Die Veränderung steht im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Rückgang des Bilanzgewinns infolge der Dividendenzahlung 2018. Zudem wurden im Geschäftsjahr 2,6 Mrd. € aus den anderen Gewinnrücklagen entnommen. Die Eigenkapitalquote lag zum Bilanzstichtag bei 38,3 (i. V. 36,9) %. Zum 31. Dezember 2019 befinden sich keine eigenen Aktien im Bestand der Daimler AG.

Die Rückstellungen sind im Vergleich zum 31. Dezember 2018 um 14,8 Mrd. € auf 1,6 Mrd. € gesunken. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen die im Rahmen der konzerninternen Umstrukturierungen von »Projekt Zukunft« von der Daimler AG auf die Mercedes-Benz AG und Daimler Truck AG vorgenommenen Ausgliederungen in Höhe von 14,7 Mrd. €. Gegenläufig wirken die im Rahmen der Ausgliederung neu entstehenden Rückstellungen in Höhe von 0,5 Mrd. € für interne Derivate.

Im Übrigen resultiert der Rückgang aus den Steuerrückstellungen sowie den Personal- und Sozialrückstellungen. Gegenläufig wirken Zuführungen zu den Rückstellungen für derivative Finanzinstrumente.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betragen zum 31. Dezember 2019 0,1 (i. V. 0,8) Mrd. €. Der Rückgang begründet sich nahezu vollständig mit der Übertragung von Pensionsverpflichtungen und Zweckvermögen auf die Mercedes-Benz AG und die Daimler Truck AG.

Die Verbindlichkeiten sind um 3,3 Mrd. € auf 59,7 Mrd. € gestiegen. Ursächlich hierfür sind insbesondere die gestiegenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 11,9 Mrd. €, was im Wesentlichen auf Verlustübernahmen von verbundenen Unternehmen zurückzuführen ist. Zusätzlich wurden Anleihen und Schuldverschreibungen in Höhe von 1,5 Mrd. € aufgenommen. Gegenläufig verringerten sich die Verbindlichkeiten aufgrund der Ausgliederung im Rahmen der konzerninternen Umstrukturierungen von »Projekt Zukunft« um 10,4 Mrd. €.

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