Automobilmärkte

Der weltweite Pkw-Markt verzeichnete im Berichtsjahr einen Rückgang von rund 5 %. Dabei entwickelte sich der westeuropäische Absatzmarkt stabil, und auch der US-amerikanische Markt erreichte mit einem geringen Minus von etwa 1 % annähernd das Vorjahresniveau. Ausschlaggebend für die weltweite Schwäche war die weiterhin ungünstige Entwicklung des chinesischen Marktes, der mit einem Minus von nahezu 10 % deutlich unter dem Vorjahr lag. (Vgl. Abbildung B.06)

Daimler GB2019 B.06 Automobilmaerkte weltweit

In Europa waren die Pkw-Verkäufe insgesamt in etwa stabil. Innerhalb Westeuropas erzielte der deutsche Markt ein leichtes Plus von rund 5 %. Frankreich lag mit einem marginalen Anstieg von knapp 2 % in etwa auf dem Vorjahresniveau. In Großbritannien war die Nachfrage mit einem Minus von rund 2 % dagegen eher schwach. Die Absatzmärkte in Mittel- und Osteuropa lagen insgesamt leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Während sich die Pkw-Verkäufe in den mittel- und osteuropäischen EU-Märkten mit einem leichten Anstieg noch solide zeigten, waren ein leichter Rückgang in Russland und vor allem der zweistellige Verlust des türkischen Marktes für das Minus in der Region verantwortlich.

Dank immer noch vergleichsweise günstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen erreichte der US-amerikanische Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit rund 17 Mio. verkauften Einheiten nochmals ein hohes Niveau. Im Vorjahresvergleich entspricht das einem leichten Minus von gut 1 %. Die Segmentverschiebung zugunsten von Pickups und SUVs setzte sich dabei weiter fort, während klassische Limousinen erneut einen deutlichen Nachfragerückgang verzeichneten.

Die Schwäche des chinesischen Pkw-Marktes hielt im Berichtsjahr an. Mit einem Minus von nahezu 10 % fiel der Nachfragerückgang noch höher aus als im Jahr 2018. Als Hauptgründe hierfür gelten die merkliche Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, die Verunsicherung der Autokäufer aufgrund des fortwährenden Handelsstreits mit den USA und anhaltend negative Nachwirkungen der Marktstimuli vergangener Jahre. Das für Mercedes-Benz besonders relevante Premiumsegment zeigte sich hingegen robust und konnte nochmals deutlich zulegen.

In Japan war die Pkw-Nachfrage leicht rückläufig. Vor allem das schwache vierte Quartal infolge der Mehrwertsteuererhöhung Anfang Oktober war ausschlaggebend für das leichte Minus im Gesamtjahr. Der indische Markt verzeichnete aufgrund der unerwartet schwachen volkswirtschaftlichen Entwicklung einen deutlichen Rückgang.

Die Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw entwickelte sich in den für uns relevanten Regionen sehr unterschiedlich. Der Markt in der Region NAFTA legte in den Klassen 6-8 trotz des nachlassenden Wirtschaftswachstums von einem bereits sehr hohen Niveau kommend nochmals um 8 % zu, wobei sich die Dynamik in der zweiten Jahreshälfte allerdings deutlich abschwächte.

Auch der Lkw-Markt in der Region EU30 (Europäische Union, Schweiz und Norwegen) zeigte sich gemessen an der eher schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung noch relativ robust. Die Entwicklung im Jahresverlauf war allerdings zweigeteilt. Aufgrund einer seit Mitte Juni gültigen regulatorischen Neuregelung waren die Zulassungszahlen aufgrund von Vorzieheffekten im ersten Halbjahr 2019 außergewöhnlich stark. In der zweiten Jahreshälfte war dagegen eine deutlich schwächere Marktentwicklung zu beobachten. Dennoch erreichte der Markt im Gesamtjahr in etwa das hohe Niveau des Vorjahres. Auch wenn das Wirtschaftswachstum in Brasilien eher enttäuschend ausfiel, setzte sich die schwungvolle Erholung des dortigen Lkw-Marktes mit einem Anstieg von 34 % fort. Der türkische Markt verzeichnete dagegen aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Krise einen deutlich zweistelligen Markteinbruch. In Russland führte das schwache wirtschaftliche Umfeld zu einem leichten Rückgang der Lkw-Nachfrage.

Der japanische Markt für leichte, mittlere und schwere Lkw war unterjährig durch regulatorische Änderungen sowie die Mehrwertsteuererhöhung Anfang Oktober beeinflusst. Vor allem in den letzten Monaten des Jahres schwächte sich die Nachfrage deshalb deutlich ab. Dennoch konnte im Gesamtjahr das Niveau des Jahres 2018 in etwa wieder erreicht werden. Der Markt in Indonesien verzeichnete einen deutlichen Marktrückgang. Der indische Markt für mittelschwere und schwere Lkw entwickelte sich sehr schwach und ging deutlich zweistellig zurück. In China entwickelte sich die Nachfrage nach schweren Lkw stabil und lag immer noch auf außergewöhnlich hohem Niveau.

Die Transporternachfrage hat sich in der Region EU30 im Jahr 2019 weiter positiv entwickelt. Dabei erhöhte sich das Markt­volumen im kombinierten Segment für mittelgroße und große Transporter um 4 % und für kleine Transporter um 6 %. Der Markt für Midsize-Pickups lag auf dem Niveau des Vorjahres. In Deutschland ist der Transportermarkt im kombinierten Segment für mittelgroße und große Transporter insgesamt um 8 % gewachsen. In den USA ist die Nachfrage nach großen Transportern deutlich gestiegen. In China lag der Markt in dem von uns adressierten Segment der mittelgroßen Transporter leicht unter dem Vorjahr. Aus­gehend von einem niedrigen Niveau verzeichnete der Markt für große Transporter in Lateinamerika getrieben durch Brasilien ein deutliches Marktwachstum.

Bei den Bussen lag das Marktvolumen in der Region EU30 deutlich über dem hohen Niveau des Vorjahres. In Lateinamerika (ohne Mexiko) hat sich die Situation aufgrund der spürbaren Markterholung in Brasilien deutlich verbessert; allerdings wurde das Wachstum in Lateinamerika durch einen starken Marktrückgang in Argentinien gebremst. Aufgrund der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Lage blieb der Markt in der Türkei nochmals spürbar hinter dem Vorjahresniveau zurück.

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