Vermögenslage

Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2018 von 281,6 Mrd. € auf 302,4 Mrd. €; im Anstieg sind 3,1 Mrd. € Effekte aus der Währungsumrechnung enthalten. Währungsbereinigt war ein Anstieg von 17,7 Mrd. € zu verzeichnen. Von der Bilanzsumme entfielen 174,8 (i. V. 165,3) Mrd. € auf Daimler Mobility; dies entsprach 58 % aller Vermögenswerte im Daimler-Konzern (i. V. 59 %).

Die Ausweitung der Bilanzsumme ist überwiegend auf ein höheres Volumen im Finanzdienstleistungsgeschäft sowie höhere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zurückzuführen. Zudem führte der Ausweis von Nutzungsrechten infolge der geänderten Leasingnehmerbilanzierung zu einem Anstieg der Sachanlagen (siehe Anmerkung 11 des »Konzernanhangs« zum Konzernabschluss). Auf der Passivseite sind insbesondere höhere Finanzierungsverbindlichkeiten (einschließlich Leasingverbindlichkeiten) und höhere Rückstellungen zu verzeichnen, während sich das Eigenkapital im Vergleich zum 31. Dezember 2018 verringerte. Tabelle B.35 zeigt die verkürzte Bilanz des Daimler-Konzerns sowie des Industriegeschäfts und Daimler Mobility.

B.35 Verkürzte Bilanz

  Daimler-Konzern Industriegeschäft Daimler Mobility
  2019 31. Dezember
2018
2019 31. Dezember
2018
2019 31. Dezember
2018
in Millionen €            
             
Aktiva            
Immaterielle Vermögenswerte 15.978 14.801 15.077 13.913 901 888
Sachanlagen 37.143 30.948 36.782 30.859 361 89
Vermietete Gegenstände 51.482 49.476 18.799 18.509 32.683 30.967
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 103.661 96.740 -88 -90 103.749 96.830
At-equity bewertete Finanzinvestitionen 5.949 4.860 4.842 4.651 1.107 209
Vorräte 29.757 29.489 28.420 28.096 1.337 1.393
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12.332 12.586 11.045 10.545 1.287 2.041
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 18.883 15.853 16.152 12.799 2.731 3.054
Verzinsliche Wertpapiere und ähnliche Geldanlagen 8.655 9.577 7.522 8.364 1.133 1.213
      davon kurzfristig 7.885 8.855 7.420 8.362 465 493
      davon langfristig 770 722 102 2 668 720
Übrige finanzielle Vermögenswerte 6.083 5.733 -13.283 -12.719 19.366 18.452
Sonstige Vermögenswerte 12.515 11.025 2.349 1.376 10.166 9.649
Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte 531 531
Summe Aktiva 302.438 281.619 127.617 116.303 174.821 165.316
             
Passiva            
Eigenkapital 62.841 66.053 47.858 53.243 14.983 12.810
Rückstellungen 30.652 22.955 29.473 21.942 1.179 1.013
Finanzierungsverbindlichkeiten 161.780 144.902 13.289 4.771 148.491 140.131
      davon kurzfristig 62.601 56.240 -21.218 -20.993 83.819 77.233
      davon langfristig 99.179 88.662 34.507 25.764 64.672 62.898
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12.707 14.185 11.896 13.395 811 790
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 9.864 10.032 6.224 5.888 3.640 4.144
Vertrags- und Rückerstattungsverbindlichkeiten 13.631 12.519 13.239 12.146 392 373
Sonstige Schulden 10.963 10.761 5.638 4.918 5.325 5.843
Zur Veräußerung bestimmte Schulden 212 212
Summe Passiva 302.438 281.619 127.617 116.303 174.821 165.316

Der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte an der Bilanzsumme lag mit 42 % unter dem Niveau des Vorjahres (i. V. 43 %). Der Anteil der kurzfristigen Schulden an der Bilanzsumme lag mit 35 % auf dem Niveau des Vorjahres. Die Grafik B.36 zeigt die Bilanzstruktur nach Fristigkeiten.

Daimler GB2019 B.36 bilanzstruktur daimler konzern

Die Immateriellen Vermögenswerte von 16,0 (i. V. 14,8) Mrd. € beinhalten 12,5 (i. V. 11,3) Mrd. € aktivierte Entwicklungskosten, 1,7 (i. V. 2,0) Mrd. € Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie 1,2 (i. V. 1,1) Mrd. € Geschäftswerte. Von den Entwicklungskosten entfiel ein Anteil von 85 (i. V. 81) % auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars, 8 (i. V. 10) % auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans sowie 6 (i. V. 8) % auf das Geschäftsfeld Daimler Trucks. Die im Berichtsjahr aktivierten Entwicklungskosten liegen bei 3,1 (i. V. 2,5) Mrd. € und entsprechen einem Anteil von 32 (i. V. 28) % an den gesamten Forschungs- und Entwicklungsleistungen des Konzerns.

Die Sachanlagen erhöhten sich auf 37,1 (i. V. 30,9) Mrd. €. Im Rahmen der Einführung der Leasingnehmerbilanzierung nach IFRS 16 zum 1. Januar 2019 wurden in den Sachanlagen Nutzungsrechte von 4,2 Mrd. € ausgewiesen. Im Jahr 2019 wurden weltweit 7,2 (i. V. 7,5) Mrd. € insbesondere an unseren Produktions- und Montagestandorten für neue Produkte und Technologien, die Erweiterung der Kapazitäten sowie für Modernisierungsmaßnahmen investiert. Auf die deutschen Standorte entfielen Sachinvestitionen von 4,4 (i. V. 4,4) Mrd. €.

Die Vermieteten Gegenstände und Forderungen aus Finanzdienstleistungen erhöhten sich insgesamt auf 155,1 (i. V. 146,2) Mrd. €. Der währungsbereinigte Zuwachs von 6,5 Mrd. € war insbesondere durch das höhere Neugeschäft bei Daimler Mobility bedingt; das Vertragsvolumen konnte unter anderem in Nord- und Südamerika, in Europa sowie in Asien weiter erhöht werden. Der Anteil des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts an der Bilanzsumme lag mit 51 % unter dem Vorjahresniveau (i. V. 52 %).

Die At-equity bewerteten Finanzinvestitionen erhöhten sich auf 5,9 (i. V. 4,9) Mrd. €. Der Anstieg resultierte insbesondere aus der Zusammenlegung der Mobilitätsdienste des Daimler-Konzerns und der BMW Group und der damit verbundenen erstmaligen Einbeziehung der fünf operativen Gemeinschaftsunternehmen, die zum Jahresende 2019 in der YOUR NOW Holding GmbH zusammengeführt wurden (siehe Anmerkung 13 des »Konzernanhangs« zum Konzernabschluss). Darüber hinaus umfassen sie vor allem die Buchwerte der Beteiligungen an Beijing Benz Automotive Co., Ltd., BAIC Motor Corporation Ltd. und der There Holding B. V.

Die Vorräte stiegen leicht von 29,5 Mrd. € auf 29,8 Mrd. €; der Anteil an der Bilanzsumme liegt mit 10 % auf dem Vorjahresniveau. Während im Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars ein Anstieg insbesondere im Zusammenhang mit Modellwechseln und der Einführung neuer Modelle zu verzeichnen war, konnten die Vorräte in den Geschäftsfeldern Daimler Trucks und Mercedes-Benz Vans unter das Niveau von 2018 zurückgeführt werden.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen mit 12,3 Mrd. € unter dem Vorjahreswert von 12,6 Mrd. €. Auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars entfielen 53 (i. V. 45) % der Forderungen, 23 (i. V. 25) % auf das Geschäftsfeld Daimler Trucks sowie 9 (i. V. 8) % auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stiegen gegenüber dem Vorjahr um 3,0 Mrd. € auf 18,9 Mrd. €.

Der Bestand an Verzinslichen Wertpapieren und ähnlichen Geldanlagen wurde gegenüber dem 31. Dezember 2018 von 9,6 Mrd. € auf 8,7 Mrd. € reduziert. Er beinhaltet die der Liquidität zugeordneten Schuldtitel, die im Wesentlichen auf einem aktiven Markt gehandelt werden. Die Schuldtitel weisen in der Regel ein externes Rating von A oder besser aus.

Die Übrigen finanziellen Vermögenswerte liegen mit 6,1 Mrd. € über dem Niveau des Vorjahres (i. V. 5,7 Mrd. €). Sie bestehen vor allem aus Eigen- und Fremdkapitalanteilen, Anteilen an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, derivativen Finanzinstrumenten sowie Krediten und sonstigen Forderungen gegen Dritte.

Die Sonstigen Vermögenswerte von 12,5 (i. V. 11,0) Mrd. € beinhalten insbesondere latente Steuern sowie Steuererstattungsansprüche. Der Anstieg betrifft im Wesentlichen die latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge.

Das Eigenkapital des Konzerns reduzierte sich gegenüber dem 31. Dezember 2018 von 66,1 Mrd. € auf 62,8 Mrd. €. Positive Effekte resultierten aus dem Konzernergebnis von 2,7 Mrd. € und den Effekten in der Währungsumrechnung von 0,5 Mrd. €. Diesen stehen die an die Aktionäre ausgeschüttete Dividende von 3,5 Mrd. €, Effekte der ergebnisneutralen Bewertung der derivativen Finanzinstrumente von 0,5 Mrd. € sowie die in den Gewinnrücklagen erfassten versicherungsmathematischen Verluste aus leistungsorientierten Pensionsplänen von 2,2 Mrd. € gegenüber. Das den Aktionären der Daimler AG zustehende Eigenkapital reduzierte sich entsprechend auf 61,3 (i. V. 64,7) Mrd. €.

Während bei der Bilanzsumme ein Anstieg zu verzeichnen war, ging das Eigenkapital gegenüber dem Vorjahr zurück. Dementsprechend lag die Eigenkapitalquote des Konzerns mit 20,5 % unter dem Niveau des Vorjahres (22,2 %); für das Industriegeschäft belief sich die Eigenkapitalquote auf 36,7 (i. V. 42,8) %. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Eigenkapitalquoten 2018 und 2019 um die tatsächliche beziehungsweise vorgeschlagene Dividendenzahlung bereinigt sind.

Die Rückstellungen liegen mit 30,7 Mrd. € deutlich über dem Vorjahreswert (i. V. 23,0 Mrd. €); der Anteil an der Bilanzsumme liegt mit 10 % über dem Niveau des Vorjahres (i. V. 8 %). Sie umfassen insbesondere die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen von 9,7 (i. V. 7,4) Mrd. €, die im Wesentlichen die Differenz aus dem Barwert der Pensionsverpflichtungen von 36,2 (i. V. 31,7) Mrd. € und dem Marktwert der Fondsvermögen zur Finanzierung dieser Verpflichtungen von 27,8 (i. V. 25,5) Mrd. € enthalten. Der Rückgang der Abzinsungsfaktoren führte zu einem Anstieg des Barwerts der Pensionsverpflichtungen. Dieser Effekt wurde durch eine positive Entwicklung der Rendite der Planvermögen nur teilweise kompensiert. Darüber hinaus beinhalteten die Rückstellungen die Verpflichtungen für Produktgarantien von 8,7 (i. V. 7,0) Mrd. €, für den Personal- und Sozialbereich von 4,2 (i. V. 4,3) Mrd. €, für Haftungs- und Prozessrisiken sowie behördliche Verfahren von 4,9 (i. V. 2,1) Mrd. € und für übrige Rückstellungen von 3,1 (i. V. 2,1) Mrd. €. Dabei führte vor allem eine Neueinschätzung von Risiken insbesondere in den Geschäftsfeldern Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans zu einem Anstieg der Rückstellungen für Produktgarantien sowie der Rückstellungen für Haftungs- und Prozessrisiken sowie behördliche Verfahren. Der Anstieg steht im Zusammenhang mit laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge in verschiedenen Regionen und Märkten sowie aus einer aktualisierten Risikobewertung für einen erweiterten Rückruf von Takata-Airbags. Der Anstieg der übrigen Rückstellungen ist insbesondere auf die Überprüfung und Priorisierung des Produktportfolios im Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans zurückzuführen.

Die Finanzierungsverbindlichkeiten lagen mit 161,8 Mrd. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres (i. V. 144,9 Mrd. €). Der währungsbereinigte Anstieg von 14,9 Mrd. € war im Wesentlichen auf die Refinanzierung des wachsenden Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts zurückzuführen. Zudem wirkten gestiegene Leasingverbindlichkeiten von 3,9 Mrd. € im Zusammenhang mit der Einführung der Leasingnehmerbilanzierung nach IFRS 16. Von den Finanzierungsverbindlichkeiten entfallen 53 % auf Anleihen, 25 % auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, 9 % auf Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen sowie 8 % auf Einlagen aus dem Direktbankgeschäft.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich gegenüber dem Vorjahreswert auf 12,7 (i. V. 14,2) Mrd. €. 64 % der Verbindlichkeiten entfallen auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars (i. V. 60 %), 20 % auf das Geschäftsfeld Daimler Trucks (i. V. 24 %) sowie 7 % auf das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans (i. V. 7 %).

Die Übrigen finanziellen Verbindlichkeiten lagen nahezu unverändert bei 9,9 (i. V. 10,0) Mrd. €. Sie umfassten vor allem die Verbindlichkeiten aus Restwertgarantien, aus der Personalabrechnung, erhaltene Kautionen sowie Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzungen auf Finanzierungsverbindlichkeiten.

Die Vertrags- und Rückerstattungsverbindlichkeiten lagen mit 13,6 Mrd. € über dem Vorjahreswert von 12,5 Mrd. €. Sie beinhalten insbesondere unrealisierte Umsätze aus Service- und Wartungsverträgen und erweiterten Garantien sowie Verpflichtungen aus Verkaufsgeschäften, die im Anwendungsbereich des IFRS 15 sind. Höhere Umsätze aus Service- und Wartungsverträgen sowie erweiterten Garantien führten im Wesentlichen zum Anstieg der Vertrags- und Rückerstattungsverbindlichkeiten.

Die Sonstigen Schulden von 11,0 (i. V. 10,8) Mrd. € beinhalten hauptsächlich latente Steuern, Steuerverbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten.

Weitergehende Informationen zu den bilanzierten Vermögenswerten, dem Eigenkapital und den Schulden des Konzerns können der »Konzernbilanz« (Vgl. Tabelle F.03), der »Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals« (Vgl. Tabelle F.05) sowie den jeweiligen Erläuterungen im »Konzernanhang« entnommen werden.

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