Cash Flow

Aus dem Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit (vgl. Tabelle B.24) ergab sich im Jahr 2019 ein Mittelzufluss von 7,9 (i. V. 0,3) Mrd. €. Der Anstieg ist insbesondere auf die Effekte im Zusammenhang mit dem Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäft zurückzuführen. Hier wirkte unter anderem ein Zahlungsmittelzufluss von 0,9 Mrd. €, der mit der im Juli 2019 bei Daimler Mobility durchgeführten off-balance ABS-Transaktion in Verbindung steht. Zudem waren insgesamt positive Effekte im Zusammenhang mit dem Working Capital Management zu verzeichnen, die insbesondere auf die positive Entwicklung der Vorräte in allen automobilen Geschäftsfeldern zurückzuführen waren. Während die Entwicklung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die Veränderung des Working Capital ebenfalls positiv beeinflusste, wirkte bei allen automobilen Segmenten die Entwicklung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen belastend. Der Cash Flow der Geschäfts­tätigkeit war zudem positiv beeinflusst durch die geänderte Abbildung der Leasingnehmerbilanzierung.

Der Rückgang des Ergebnisses vor Ertragsteuern war im Wesentlichen auf die nicht zahlungswirksamen Zuführungen zu Rückstellungen in den sonstigen betrieblichen Aktiva und Passiva zurückzuführen. Die mit dem Rückgang des operativen Ergebnisses einhergehenden niedrigeren Ertragsteuerzahlungen wirkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum positiv auf den Cash Flow der Geschäftstätigkeit, während die im Zusammenhang mit der Beendigung des Ordnungswidrigkeitenverfahrens gegen die Daimler AG gezahlte Geldbuße von 870 Mio. € zu einem Rückgang führte.

Aus dem Cash Flow aus der Investitionstätigkeit (vgl. Tabelle B.24) ergab sich ein Mittelabfluss von 10,6 (i. V. 9,9) Mrd. €. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultierte insbesondere aus dem Saldo der Zahlungsmittelabflüsse (netto) von 0,7 Mrd. € im Rahmen der Zusammenlegung der Mobilitätsdienste des Daimler-Konzerns und der BMW Group. Hier wirkten insbesondere Kapitalerhöhungen in die Gemeinschaftsunternehmen. Des Weiteren beeinflussten die gestiegenen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte den Cash Flow aus der Investitionstätigkeit. Positive Effekte resultierten dagegen aus den im Rahmen des Liquiditätsmanagements vorgenommenen Käufen und Verkäufen von Wertpapieren und ähnlichen Geldanlagen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergaben sich insgesamt höhere Mittelzuflüsse (netto).

Aus dem Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit (vgl. Tabelle B.24) resultierte im Berichtszeitraum ein Mittelzufluss von 5,6 (i. V. 13,2) Mrd. €. Die Veränderung ist im Wesentlichen auf die niedrigere Nettoaufnahme von Finanzierungsverbindlichkeiten zurückzuführen, die insbesondere im Zusammenhang mit der Refinanzierung der Leasing- und Absatzfinanzierung steht. Zudem wirkte die mit der Einführung der Leasingnehmerbilanzierung erforderliche Abbildung der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit.

B.24 Verkürzte Kapitalflussrechnung

  Daimler-Konzern Industriegeschäft Daimler Mobility
  2019 2018 2019 2018 2019 2018
in Millionen €            
             
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresanfang 15.853 12.072 12.799 9.515 3.054 2.557
Ergebnis vor Ertragsteuern 3.830 10.595 1.699 9.215 2.131 1.380
Abschreibungen/Wertminderungen 7.751 6.305 7.597 6.177 154 128
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und
Erträge sowie Ergebnis aus dem Verkauf von Aktiva
-737 -1.050 -824 -1.557 87 507
Veränderung betrieblicher Aktiva und Passiva            
Vorräte 99 -3.850 1 -3.738 98 -112
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -346 -884 -410 -779 64 -105
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -1.625 1.694 -1.651 1.723 26 -29
Forderungen aus Finanzdienstleistungen -4.664 -10.257 -8 -7 -4.656 -10.250
Vermietete Fahrzeuge -1.156 -1.609 550 1.208 -1.706 -2.817
Sonstige betriebliche Aktiva und Passiva 5.641 877 5.789 1.067 -148 -190
Erhaltene Dividenden von at-equity bewerteten
Finanzinvestitionen
1.202 1.380 1.201 1.304 1 76
Gezahlte Ertragsteuern -2.107 -2.858 -959 -1.698 -1.148 -1.160
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 7.888 343 12.985 12.915 -5.097 -12.572
Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen
Vermögenswerten
-10.835 -10.701 -10.645 -10.534 -190 -167
Erwerb und Erlöse aus dem Verkauf von Anteilsbesitz -1.225 -417 -582 14 -643 -431
Erwerb und Verkauf verzinslicher Wertpapiere
und ähnlicher Geldanlagen
1.054 471 883 505 171 -34
Sonstige Ein- und Auszahlungen 399 726 358 708 41 18
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -10.607 -9.921 -9.986 -9.307 -621 -614
Veränderung der Finanzierungsverbindlichkeiten 9.404 17.456 6.760 8.889 2.644 8.567
Dividendenzahlungen -3.740 -4.220 -3.725 -4.215 -15 -5
Sonstige Transaktionen mit Anteilseignern -36 -10 -26 -20 -10 10
Interne Eigenkapital- und Finanzierungstransaktionen -2.767 -5.127 2.767 5.127
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 5.628 13.226 242 -473 5.386 13.699
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und ­Zahlungsmitteläquivalente 121 133 112 149 9 -16
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresende 18.883 15.853 16.152 12.799 2.731 3.054

Seit dem 31. Dezember 2018 stiegen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unter Berücksichtigung von Wechselkurseffekten um 3,0 Mrd. €. Die Liquidität, die zusätzlich die verzinslichen Wertpapiere und ähnlichen Geldanlagen umfasst, erhöhte sich um 2,1 Mrd. € auf 27,5 Mrd. €.

Die von Daimler verwendete Messgröße für die Finanzkraft seiner industriellen Aktivitäten ist der Free Cash Flow des Industriegeschäfts (vgl. Tabelle B.25), dessen Ableitung auf Grundlage der veröffentlichten Cash Flows aus der Geschäfts- und Investitionstätigkeit erfolgt. Die im Cash Flow aus der Investitionstätigkeit enthaltenen Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von verzinslichen Wertpapieren und ähnlichen Geldanlagen werden herausgerechnet, da diese Wertpapiere der Liquidität zugeordnet sind und deren Veränderung daher nicht Bestandteil des Free Cash Flow des Industriegeschäfts ist. Demgegenüber werden Effekte im Zusammenhang mit der Abbildung der Nutzungsrechte, die aus der geänderten Leasingnehmerbilanzierung resultieren und im Wesentlichen zahlungsunwirksam sind, im Free Cash Flow des Industriegeschäfts berücksichtigt.

B.25 Free Cash Flow des Industriegeschäfts

  2019 2018 19/18
in Millionen €     Veränderung
       
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 12.985 12.915 +70
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -9.986 -9.307 -679
Veränderung der verzinslichen Wertpapiere und ähnliche Geldanlagen -883 -505 -378
Nutzungsrechte -987 -987
Übrige Anpassungen 239 -205 +444
Free Cash Flow des Industriegeschäfts 1.368 2.898 -1.530

Die übrigen Anpassungen betreffen die im Zusammenhang mit »Projekt Zukunft« durchgeführten konzerninternen Käufe und Verkäufe von Anteilsbesitz, die im Free Cash Flow des Industriegeschäfts storniert werden. Weiterhin werden Effekte aus der Finanzierung konzerninterner Händler sowie Effekte aus konzerninternen Geldanlagen herausgerechnet. Darüber hinaus werden die im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit auszuweisenden Zahlungsströme im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Veräußerung von Anteilen an Tochtergesellschaften ohne Beherrschungsverlust im Free Cash Flow berücksichtigt.

Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts belief sich im Jahr 2019 auf 1,4 Mrd. € und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 2,9 Mrd. €. Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts entsprach damit der im Prognosebericht zum 30. Juni 2019 angepassten Prognose. Das Ziel aus unserem Prognosebericht zum 31. Dezember 2018, dass der Free Cash Flow des Industriegeschäfts leicht über dem Vorjahreswert liegen dürfte, wurde dagegen nicht erfüllt.

Der Rückgang des Free Cash Flow im Industriegeschäft um 1,5 auf 1,4 Mrd. € ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Hier wirkte insbesondere die im Zusammenhang mit der Beendigung des Ordnungswidrigkeitenverfahrens gegen die Daimler AG gezahlte Geldbuße. Neben den negativen Effekten im Zusammenhang mit der Abbildung der Nutzungsrechte beeinflusste die Entwicklung der Operating Leases sowie die gestiegenen Investitionen in immaterielle Vermögenswerte den Free Cash Flow des Industriegeschäfts negativ. Des Weiteren waren höhere Mittelabflüsse (netto) für den Erwerb und Erlös von Anteilsbesitz zu verzeichnen. Positive Effekte ergaben sich dagegen aus der Entwicklung des Working Capital sowie den niedrigeren Ertragsteuerzahlungen.

Neben der Ableitung auf Grundlage der veröffentlichten Cash Flows aus der Geschäfts- und Investitionstätigkeit kann der Free Cash Flow des Industriegeschäfts auf Basis der Cash Flows vor Zinsen und Steuern (CFBIT) der automobilen Segmente abgeleitet werden. (vgl. Tabelle B.26)

B.26 Überleitung vom CFBIT zum Free Cash Flow des Industriegeschäfts

  2019
in Millionen €  
   
CFBIT der automobilen Segmente 3.499
Gezahlte Ertragsteuern -959
Gezahlte Zinsen -388
Übrige Überleitungsposten -784
Free Cash Flow des Industriegeschäfts 1.368

Der CFBIT der automobilen Segmente leitet sich aus dem EBIT und der Veränderung der Net Assets ab und enthält auch die Zugänge der Nutzungsrechte.

Die Überleitung vom CFBIT der automobilen Segmente zum Free Cash Flow des Industriegeschäfts umfasst darüber hinaus die gezahlten Steuern und Zinsen. Die übrigen Überleitungsposten beinhalten insbesondere Eliminierungen zwischen den Segmenten sowie Sachverhalte, die dem Industriegeschäft zuzuordnen sind, aber nicht von den automobilen Segmenten verantwortet werden.

Ab dem Geschäftsjahr 2020 werden neben dem Free Cash Flow des Industriegeschäfts auch die bereinigten Cash Conversion Rates der automobilen Segmente prognostiziert und berichtet.

In der Tabelle B.27 wird für die automobilen Segmente die Überleitung vom CFBIT zum bereinigten CFBIT sowie die bereinigte Cash Conversion Rate dargestellt.

B.27 Überleitung CFBIT zum bereinigten CFBIT der automobilen Segmente

  Mercedes-Benz Cars Daimler
Trucks
Mercedes-Benz Vans Daimler
Buses
Summe ­automobile Segmente
in Millionen €          
           
2019          
CFBIT 851 2.431 -83 300 3.499
Rechtliche Verfahren (und damit zusammenhängende Maßnahmen) 653 482 1.135
bereinigter CFBIT 1.504 2.431 399 300 4.634
bereinigtes EBIT 5.841 2.463 284 283 8.871
           
bereinigte Cash Conversion Rate1 0,3 1,0 1,4 1,1  

1 Die bereinigte Cash Conversion Rate berechnet sich aus dem Verhältnis von bereinigtem CFBIT zu bereinigtem EBIT.

In den Bereinigungen aus rechtlichen Verfahren sind alle Zahlungen der automobilen Segmente enthalten, die im Zusammenhang mit laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und den damit zusammenhängenden Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge stehen.

Im Jahr 2019 führte der Free Cash Flow des Daimler-Konzerns zu einem Mittelabfluss von 4,8 (i. V. 10,2) Mrd. €. Neben den Effekten aus dem Free Cash Flow des Industriegeschäfts ist der Free Cash Flow des Daimler-Konzerns insbesondere durch das Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäft von Daimler Mobility beeinflusst. Zudem wirkten die Zahlungsmittelabflüsse (netto) infolge der Zusammenlegung der Mobilitätsdienste des Daimler-Konzerns und der BMW Group.

Die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts (vgl. Tabelle B.28) errechnet sich als Bestand der bilanziell ausgewiesenen Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und der in das Liquiditätsmanagement einbezogenen verzinslichen Wertpapiere und ähnlichen Geldanlagen abzüglich des währungsgesicherten Rückzahlungsbetrags der Finanzierungsverbindlichkeiten.

B.28 Netto-Liquidität des Industriegeschäfts

  31.12.2019 31.12.2018 19/18
in Millionen €     Veränderung
       
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 16.152 12.799 +3.353
Verzinsliche Wertpapiere und ähnliche Geldanlagen 7.522 8.364 -842
Liquidität 23.674 21.163 +2.511
Finanzierungsverbindlichkeiten -13.289 -4.771 -8.518
Marktbewertung und Währungsabsicherung für Finanzierungsverbindlichkeiten 612 -104 +716
Finanzierungsverbindlichkeiten (nominal) -12.677 -4.875 -7.802
Netto-Liquidität 10.997 16.288 -5.291

Soweit die konzerninterne Refinanzierung des Finanzdienstleistungsgeschäfts durch Gesellschaften des Industriegeschäfts erfolgt, wird diese bei der Ermittlung der Verschuldung des Industriegeschäfts abgezogen.

Infolge der Einführung der Leasingnehmerbilanzierung nach IFRS 16 und dem damit verbundenen Ansatz von Leasingverbindlichkeiten verringerte sich die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts am 1. Januar 2019 um 3,2 Mrd. € auf 13,1 Mrd. €. Seit Jahresbeginn reduzierte sich die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts zudem um 2,1 Mrd. € auf 11,0 Mrd. €. Dabei führte insbesondere die Dividendenzahlung an die Aktionäre der Daimler AG zu einem Rückgang der Netto-Liquidität, der nur teilweise durch den positiven Free Cash Flow des Industriegeschäfts kompensiert werden konnte.

Die auf Konzernebene vor allem aus der Refinanzierung des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts resultierende Netto-Verschuldung hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2018 um 14,1 Mrd. € auf 133,7 Mrd. € erhöht. Der Effekt aus der Einführung der Leasingnehmerbilanzierung belief sich auf 3,4 Mrd. €. (Vgl. Tabelle B.29)

B.29 Netto-Verschuldung des Daimler-Konzerns

  31.12.2019 31.12.2018 19/18
in Millionen €     Veränderung
       
Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente
18.883 15.853 +3.030
Verzinsliche Wertpapiere und ähnliche Geldanlagen 8.655 9.577 -922
Liquidität 27.538 25.430 +2.108
Finanzierungsverbindlichkeiten -161.780 -144.902 -16.878
Marktbewertung und Währungsabsicherung
für Finanzierungsverbindlichkeiten
579 -97 +676
Finanzierungsverbindlichkeiten (nominal) -161.201 -144.999 -16.202
Netto-Verschuldung -133.663 -119.569 -14.094
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