Bericht des Prüfungsausschusses

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Dr. Clemens Börsig, Vorsitzender des Prüfungsausschusses

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

als Vorsitzender des Prüfungsausschusses freue ich mich, Ihnen nachfolgend die Aufgabe und Tätigkeit dieses Gremiums im Geschäftsjahr 2019 vorzustellen.

Verantwortung

Auf der Grundlage der gesetzlichen Vorschriften, des Deutschen Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse behandelt der Prüfungsausschuss insbesondere Fragen der Rechnungslegung, der Finanzberichterstattung sowie der nichtfinanziellen Bericht­erstattung. Darüber hinaus befasst er sich mit der Abschlussprüfung und überprüft die Qualifikation sowie die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Ferner erörtert er die Wirksamkeit und die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems, des internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems sowie des Compliance Management Systems. Nach Bestellung des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung beauftragt der Prüfungsausschuss den Prüfer mit der Abschlussprüfung und mit der prüferischen Durchsicht von Zwischenfinanzberichten, legt die Prüfungsschwerpunkte fest und trifft die Honorarvereinbarung mit dem Prüfer. Der Prüfungsausschuss beauftragt den Prüfer zudem mit der freiwilligen Prüfung des Nichtfinan­ziellen Berichts im Rahmen einer Limited Assurance.

Paritätische Besetzung

Im Geschäftsjahr 2019 waren auf der Seite der Anteilseigner Dr. Clemens Börsig als Vorsitzender und Joe Kaeser im Prüfungsausschuss vertreten. Beide sind unabhängig und verfügen über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und besondere Kenntnisse und Erfahrungen in Bezug auf die Abschlussprüfung und in der Anwendung interner Kontrollsysteme. Die Arbeitnehmer wurden im abgelaufenen Geschäfts­jahr durch Michael Brecht als stellvertretenden Vorsitzenden und durch Ergun Lümali repräsentiert.

Sitzungen und Teilnehmer

Der Prüfungsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2019 sechs Mal. An allen Sitzungen nahm der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dr. Manfred Bischoff, als ständiger Gast teil. Weitere ständige Teilnehmer waren der Vorstandsvorsitzende, die für Finanzen und Controlling sowie für Integrität und Recht zuständigen Vorstandsmitglieder sowie die Vertreter des Abschlussprüfers. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten informierten auch die Leiter von Fachabteilungen wie beispielsweise der Bereiche Accounting, Interne Revision, Compliance und der Rechtsabteilung. Zusätzlich führte der Prüfungsausschussvorsitzende insbesondere zur Vorbereitung von anstehenden Sitzungen regelmäßig Einzelgespräche, unter anderem mit den vorgenannten Vorstandsmitgliedern, dem Abschlussprüfer, dem Leiter Interne Revision, dem Leiter Compliance sowie bei Bedarf mit den ­Leitern weiterer Fachabteilungen.

Information an den Aufsichtsrat

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses informierte den ­Aufsichtsrat in dessen jeweils folgender Sitzung über die Tätigkeit des Ausschusses sowie den Inhalt von Sitzungen und Gesprächen.

Themen im Jahr 2019

In der Sitzung am 5. Februar 2019 behandelte der Prüfungsausschuss die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2018 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands. Nach sorgfältiger Prüfung nahm der Ausschuss die präsentierten Zahlen zustimmend zur Kenntnis, stellte fest, dass keine Einwendungen gegen die vorgeschlagene Veröffentlichung bestehen, und empfahl dem im Anschluss tagenden Aufsichtsrat, sich dieser Einschätzung anzuschließen. Die vorläufigen Kennzahlen und der Gewinnverwendungsvorschlag wurden in der Jahrespressekonferenz am 6. Februar 2019 veröffentlicht.

In einer weiteren Sitzung am 13. Februar 2019 prüfte und ­erörterte der Ausschuss eingehend den jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers ­versehenen Jahresabschluss, Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2018 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag. Dabei hat sich der Prüfungsausschuss insbesondere mit den im jeweiligen Bestätigungsvermerk beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalten (Key Audit Matters) und der jeweiligen Vorgehensweise bei der Prüfung inklusive der Schlussfolgerungen beschäftigt. Ferner prüfte und erörterte der Prüfungsausschuss auch den mit einem Vermerk nach ISAE 3000 versehenen Nichtfinanziellen Bericht. Die Vertreter des Abschlussprüfers berichteten über die Ergebnisse der Abschlussprüfung und der freiwilligen Prüfung des Nichtfinanziellen Berichts im Rahmen einer Limited Assurance und ­standen für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Die Prüfungsberichte zum Jahres- und Konzernabschluss ­inklusive zusammengefasstem Lagebericht und zum Internal Control System, der Vermerk zum Nichtfinanziellen Bericht sowie wesentliche Vorgänge hinsichtlich der Rechnungslegung wurden gemeinsam mit dem Abschlussprüfer erörtert. Darüber hinaus befasste sich der Prüfungsausschuss auch mit dem ­Risikomanagementsystem. Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat nach intensiver Prüfung und Erörterung, die auf­gestellten Abschlüsse, den zusammengefassten Lagebericht, die mit dem Corporate Governance Bericht zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung, den Nichtfinanziellen Bericht und den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zur Zahlung einer Dividende von 3,25 € je dividendenberech­tigter Stückaktie zu billigen. Der Prüfungsausschuss verabschiedete ferner den Bericht des Prüfungsausschusses über das Geschäftsjahr 2018.

Darüber hinaus behandelte der Ausschuss in dieser Sitzung den Bericht über die im Geschäftsjahr 2018 an den Abschlussprüfer insgesamt für Prüfungsleistungen und Nicht-Prüfungs­leistungen gezahlten Honorare und legte den Genehmigungsrahmen für die Beauftragung des Abschlussprüfers mit Nicht-Prüfungsleistungen für den Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 15. Februar 2020 fest. Der Prüfungsausschuss beschloss zudem die an den Aufsichtsrat beziehungsweise im weiteren Verlauf an die Hauptversammlung gerichtete Empfehlung, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Abschlussprüfer und Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischen­finanzberichten für das Geschäftsjahr 2019 sowie zum Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten für das Geschäftsjahr 2020 im Zeitraum bis zur ordentlichen Hauptversammlung im Geschäftsjahr 2020 zu bestellen. Dabei wurden die Erörterung der Qualität der Abschlussprüfung und die Ergebnisse der Unabhängigkeitsprüfung berücksichtigt, bei der keine Anhaltspunkte für Befangenheitsgründe oder für eine Gefährdung der Unabhängigkeit festgestellt worden waren. Vorbehaltlich der Wahlentscheidung der Hauptversammlung erörterte der Ausschuss auch den Vorschlag für die mit dem Prüfer für das Geschäftsjahr 2019 zu treffende Honorarvereinbarung. Schließlich befasste sich der Prüfungsausschuss im Rahmen seiner Zuständigkeit mit den Tagesordnungspunkten für die ordentliche Hauptversammlung 2019 und mit dem ­Jahresprüfplan 2019 der Internen Revision.

Im Jahresverlauf 2019 erörterte der Prüfungsausschuss in den quartalsbezogenen Sitzungen mit dem Vorstand und mit dem zum Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten bestellten Abschlussprüfer die Zwischenfinanz­berichte vor deren Veröffentlichung. Darüber hinaus nahm der Ausschuss die Berichte der Bereiche Interne Revision, ­Compliance und der Rechtsabteilung entgegen. Der Vorstand berichtete dem Ausschuss zudem regelmäßig über den ­aktuellen Stand der wesentlichen rechtlichen Verfahren, einschließlich der kartellrechtlichen Verfahren sowie Anfragen, Ermittlungen, Untersuchungen, Anordnungen und Verfahren im Zusammenhang mit Dieselabgasemissionen. Außerdem ließ sich der Prüfungsausschuss regelmäßig über mögliche Regelverstöße berichten, die Mitarbeiter und Externe an das unternehmenseigene Hinweisgebersystem BPO (Business Practices Office) meldeten.

Im April 2019 behandelte der Ausschuss neben dem Zwischen­finanzbericht für das erste Quartal 2019 die quartalsbezogenen Berichte des Bereichs Compliance und der Rechtsabteilung. Außerdem billigte der Prüfungsausschuss die Honorarverein­barung mit dem der Hauptversammlung vorgeschlagenen Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2019 unter dem Vorbehalt seiner Wahl am 22. Mai 2019. Ferner beschloss der Ausschuss, dem Aufsichtsrat zu empfehlen, den Nichtfinanziellen Bericht für das Jahr 2019 erneut im Rahmen einer freiwilligen inhalt­lichen Prüfung (mit Limited Assurance) überprüfen zu lassen.

In seiner Sitzung im Juni 2019 erörterte der Prüfungsausschuss Aspekte des Risikomanagementsystems und befasste sich dabei insbesondere mit dessen Änderungen und Weiter­entwick­lungen. Ebenfalls besprochen wurden Methoden, Prozesse und Anpassungen des internen Kontrollsystems. ­Anpassungsbedarf ergab sich insbesondere aufgrund der von der Hauptversammlung am 22. Mai 2019 beschlossenen neuen Unternehmensstruktur (»Projekt Zukunft«). Des Weiteren wurde im Rahmen dieser Sitzung die Planung der Abschlussprüfung einschließlich der Prüfungsschwerpunkte für das Geschäftsjahr 2019 festgelegt. Ferner befasste sich der Prüfungsausschuss eingehend mit aktuellen Themen der Rechnungslegung. Hierzu zählten die Verlautbarung der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) betreffend das einheitliche elektronische Berichtsformat sowie der methodische Ansatz für die Bewertung des Leasingbestandes einschließlich der Dieselfahrzeuge. Außerdem diskutierte der Ausschuss in dieser Sitzung die Ergebnisse der intern durchgeführten Qualitätsanalyse der Abschlussprüfung für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018. Schließlich informierte sich der Prüfungsausschuss über die Umsetzung des zentralen Finanzrisikomanagements sowie das Pension-Management in der neuen Unternehmensstruktur. Abschließend nahm das Gremium einen Bericht zu aktuellen steuerlichen Themen, insbesondere dem Risiko von Strafzöllen aufgrund von inter­nationalen Handelsstreitigkeiten, zur Kenntnis.

In seiner Sitzung im Juli 2019 befasste sich das Gremium schwerpunktmäßig mit den Ergebnissen des zweiten Quartals 2019, welches mit einer zweimaligen Neubewertung der Ergebniserwartung einherging. Im Rahmen der Risikobericht­erstattung erörterte der Prüfungsausschuss neben Pro­duktions- und Technologierisiken vor allem rechtliche Verfahren. Zudem nahm der Ausschuss die quartalsbezogenen Berichte der Bereiche Compliance, Interne Revision und der Rechtsabteilung entgegen. Schließlich diskutierte der Prüfungsausschuss mit dem Vorstand den jährlichen Bericht des Konzernbeauftragten für den Datenschutz.

In seiner Sitzung im Oktober 2019 behandelte der Ausschuss neben dem Zwischenfinanzbericht für das dritte Quartal 2019 die quartalsbezogenen Berichte des Bereichs Compliance und der Rechtsabteilung. Weiterhin nahm das Gremium die jähr­liche Überprüfung der zugelassenen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers vor und beschloss die Beibehaltung des aktuellen Katalogs der zugelassenen Nichtprüfungsleistungen.

Jahres- und Konzernabschluss 2019

In der Sitzung am 10. Februar 2020 behandelte der Prüfungsausschuss die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2019 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands. Nach sorgfältiger Prüfung nahm der Ausschuss die präsentierten Zahlen zustimmend zur Kenntnis, stellte fest, dass keine Einwendungen gegen die vorgeschlagene Veröffentlichung bestehen, und empfahl dem im Anschluss tagenden Aufsichtsrat, sich dieser Einschätzung anzuschließen. Die vorläufigen Kennzahlen und der Gewinnverwendungs­vorschlag wurden in der Jahrespressekonferenz am 11. Februar 2020 veröffentlicht.

In einer weiteren Sitzung am 19. Februar 2020 prüfte und ­erörterte der Ausschuss eingehend den jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers ­versehenen Jahresabschluss, Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2019 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag und den mit einem Vermerk nach ISAE 3000 ­versehenen Nichtfinanziellen Bericht. Dabei berichteten die Vertreter des Abschlussprüfers über die Ergebnisse der Abschlussprüfung und gingen dabei insbesondere auf die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters) und die jeweilige Vorgehensweise bei der Prüfung inklusive der Schlussfolgerungen sowie auf die freiwillige Prüfung des Nichtfinanziellen Berichts im Rahmen einer Limited Assurance ein und standen für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Die Prüfungsberichte zum Jahres- und Konzernabschluss (einschließlich der besonders wichtigen Prüfungssachverhalte in den Bestätigungsvermerken) und zum Internal Control System, der Vermerk zum Nichtfinanziellen Bericht für das Jahr 2019 sowie wesentliche Vorgänge hinsichtlich der Rechnungslegung wurden gemeinsam mit dem Abschlussprüfer diskutiert. Darüber hinaus befasste sich der Prüfungsausschuss auch mit dem Risikomanagementsystem. Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat nach intensiver Prüfung und Erörterung, die aufgestellten Abschlüsse, den zusammengefassten Lagebericht, die mit dem Corporate Governance Bericht zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung, den Nichtfinanziellen Bericht sowie den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zur Zahlung einer Dividende von 0,90 € je dividendenberechtigter Stückaktie zu billigen. Der Prüfungsausschuss verabschiedete ferner den Bericht des Prüfungsausschusses über das Geschäftsjahr 2019.

Effizienzprüfung

Wie in den Vorjahren führte der Prüfungsausschuss auch im Jahr 2019 auf Grundlage eines umfangreichen unternehmensspezifischen Fragebogens eine Selbstevaluierung seiner ­Tätigkeit durch. Die erneut sehr positiven Ergebnisse dieser Effizienzprüfung wurden in der Sitzung am 19. Februar 2020 vorgestellt und diskutiert. Handlungsbedarf im Hinblick auf die Aufgaben des Ausschusses oder auf den Inhalt, die Frequenz oder den Ablauf der Sitzungen ergab sich dabei nicht.

Stuttgart, im Februar 2020

Der Prüfungsausschuss

Dr. Clemens Börsig
Vorsitzender

 

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