Luftreinhaltung

Ziel

Die Verbesserung der innerstädtischen Luftqualität wird neben dem Klimaschutz auch in Zukunft ein wichtiger Umweltaspekt sein. Der Straßenverkehr hat heute noch einen erheblichen Anteil an straßennahen Stickoxidbelastungen. Grundsätzlich ist es unser Ziel, Emissionsanforderungen möglichst frühzeitig zu erfüllen und potenzielle Risiken für Mensch und Umwelt zu reduzieren.

Maßnahmen

Modernste Technologien ermöglichen es, die Schadstoffemissionen unserer Pkw und Nutzfahrzeuge ständig weiter zu reduzieren. Dabei haben wir konventionelle Benzin- und Dieselmotoren ebenso im Blick wie Hybridfahrzeuge, die konventionelle mit elektrischen Antriebstechnologien verbinden.

Die Einführung der neuen Dieselmotorenfamilien mit dem OM 654, dem OM 656 und dem OM 608 sowie die fortschreitende Elektrifizierung der Antriebe werden wesentlich zur Erreichung der gesetzten Ziele beitragen. Unser Zukunftsplan Diesel umfasst die Entwicklung von Software-Updates für insgesamt deutlich über 3 Mio. Fahrzeuge in Kundenhand – davon deutlich mehr als 1 Mio. in Deutschland. Mit den Updates verbessern wir das NOx-Emissionsverhalten im realen Fahrbetrieb um 25 bis 30 % im Durchschnitt der Fahrzeuge. Der Nachweis dafür erfolgt in dem mit den Behörden abgestimmten Messzyklus (WLTC 1, 2, 3).

Nach Gesprächen mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Juni 2018 führt Daimler auf Anordnung des KBA einen verpflichtenden Rückruf für rund 690.000 Fahrzeuge in Europa (davon rund 280.000 in Deutschland) durch. Der überwiegende Teil dieser Fahrzeuge war bereits Bestandteil der im Juli 2017 angekündigten freiwilligen Servicemaßnahme. Die Maßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit den deutschen Zulassungsbehörden durchgeführt.

Daimler unterstützt das Konzept der deutschen Bundesregierung für saubere Luft und die Sicherung der individuellen Mobilität. Mit einem attraktiven Prämienprogramm in den definierten Schwerpunktregionen beschleunigen wir die Erneuerung des Fahrzeugbestands. Daimler leistet damit einen erheblichen Beitrag zum Konzept der Bundesregierung, um etwaige Nachteile für Diesel-Fahrer zu verhindern.

Ebenfalls hat Daimler bereits nach dem Koalitionsbeschluss Anfang Oktober 2018 angekündigt, sich im Rahmen des Konzeptes der deutschen Bundesregierung für saubere Luft und Sicherung der individuellen Moblität auch an einem Hardwarenachrüstungsprogramm für Diesel-Fahrzeuge in den festgelegten Schwerpunktregionen zu beteiligen. Vor diesem Hintergrund ist Daimler bereit, für Mercedes-Benz Kunden mit Euro-5-Diesel-Fahrzeugen in den Schwerpunktregionen die Kosten einer Hardwarenachrüstung bis zu einem Maximalbetrag von 3.000 Euro zu übernehmen. Die Nachrüstung muss durch einen Drittanbieter entwickelt und angeboten und vom Kraftfahrt-Bundesamt genehmigt werden. Sie muss nachweislich dazu berechtigen, in bestimmten Städten auch in Straßen mit Fahrverboten einzufahren. Daimlers Ziel ist, im Interesse der Kunden für Klarheit zu sorgen, welche Hardwarelösungen von Drittanbietern überhaupt angeboten werden können und zu welchem Zeitpunkt.

Aufstockung des Mobilitätsfonds. Wir haben unsere ursprünglich geplante Beteiligung am »Sofortprogramm Saubere Luft«, das im August 2017 auf dem Nationalen Forum Diesel vereinbart wurde, deutlich aufgestockt: Gemeinsam mit BMW und Volkswagen tragen wir nun den gesamten Anteil der Automobilindustrie.

Lokale Maßnahmen. Daimler konzentriert sich bei den lokalen Maßnahmen insbesondere auf Stuttgart. Beispielsweise unterstützen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie S-Bahn, Stadtbahn oder Bus zur Arbeit fahren. Dank einer Kostenübernahme von Daimler können Beschäftigte des Konzerns seit Januar 2018 an Tagen mit sogenanntem Feinstaubalarm kostenlos den öffentlichen Nahverkehr der Region Stuttgart für die Fahrt zwischen Wohnort und Arbeitsplatz nutzen.

Um die Auswirkungen moderner Dieselmotoren in der Flotte abschätzen und mögliche Fahrverbote in der Zukunft einkalkulieren zu können, haben wir gemeinsam mit der Firma Bosch und in enger Abstimmung mit der Stadt Stuttgart sowie den zuständigen Landesministerien Szenarien zur künftigen Luftqualität am Stuttgarter Neckartor berechnen lassen. Ein Beratergremium aus anerkannten Experten und Hochschullehrern begleitete die Studie, die von der Firma Aviso durchgeführt wurde. Die Grenzwerte am Neckartor werden nach den Szenarien der Studie zwar bis 2020 voraussichtlich nicht erreicht werden. Aber - je nach umgesetztem Maßnahmenpaket - wird der Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter Umgebungsluft voraussichtlich zwischen 2020 und 2025 dauerhaft eingehalten werden.

Ergebnis

Mit den neuen Dieselmotoren (OM 654, OM 656 und OM 608) erreichen Mercedes-Benz Fahrzeuge durchschnittliche Stickoxidemissionen (NOX-Emissionen) zwischen 40 und 60 Milligramm pro Kilometer – dies bei Tausenden Kilometern Laufleistung auf der Straße und unter den Bedingungen des Real-Driving-Emissions-Messverfahrens (RDE). Die Werte liegen deutlich unter dem derzeitigen RDE-Grenzwert von 80 Milligramm pro Kilometer mal dem Korrelationsfaktor 2,1 (Stufe 1). Der Korrelationsfaktor wurde per EU-Verordnung festgelegt, um die meist höheren Stickoxidemissionen im realen Betrieb für neue Fahrzeugtypen bis Ende 2019 abzudecken.

Möglich wird dies durch ein innovatives Gesamtpaket aus Motor und Abgasnachbehandlung, das mit der neuen Motorengeneration seit 2016 konsequent im Markt eingeführt und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Organisationen wie die Dekra, der TÜV sowie Fachzeitschriften haben die sehr guten Werte bei Tests auf der Straße vielfach bestätigt.

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