Klimaschutz

Ziel

Das Pariser Abkommen zum Klimaschutz verfolgt das Ziel, die weltweite Klimaerwärmung verglichen mit dem vorindustriellen Niveau auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Daraus ergibt sich eine signifikante Verschärfung, insbesondere der CO2-Ziele, für alle Staaten und Branchen. Wir entwickeln für alle Geschäftsfelder spezifische Ziele zur Reduktion der CO2-Emissionen unserer Produkte. Diese Ziele beziehen sich auf den Zeitraum bis 2030 und gelten für den Daimler-Konzern weltweit.

Unser laufendes Reduktionsziel für den Fahrbetrieb (Tank to Wheel) lautet -44 % (2007 bis 2021) für Pkw der Neufahrzeugflotte in Europa. Dieses Ziel verfolgen wir mit unverminderten Anstrengungen weiter.

Maßnahmen

Unser Ziel ist es, Mobilität auch für kommende Generationen sicherzustellen. Dazu wollen wir unseren Kunden möglichst sichere, effiziente und emissionsarme Fahrzeuge und Dienstleistungen anbieten. Ein auf die Anforderungen des Marktes abgestimmter Antriebs-Mix ist hierbei eines der Kernelemente. Die übergeordneten Entwicklungsschwerpunkte für neue, besonders kraftstoffeffiziente und umweltschonende Antriebstechnologien in allen automobilen Geschäftsfeldern haben wir in unserer Initiative »Der Weg zum emissionsfreien Fahren« festgelegt:

  • Weiterentwicklung unserer Fahrzeuge mit modernsten Verbrennungsmotoren mit dem Ziel, Verbrauch und Emissionen deutlich zu senken,
  • weitere Effizienzsteigerung durch Hybridisierung,
  • Elektrofahrzeuge mit Batterie- und Brennstoffzellenantrieb.

Due-Diligence-Prozesse

Eine vom Vorstand verabschiedete Umweltleitlinie formuliert unseren Anspruch: Wir entwickeln Produkte, die in ihrem jeweiligen Marktsegment besonders umweltverträglich und energieeffizient sind. Bereits in den ersten Phasen der Entwicklung entscheidet sich weitgehend, welche ökologischen Lasten ein Fahrzeug verursacht. Je früher die umweltgerechte Produktentwicklung (Design for Environment, DfE) in den Entwicklungsprozess integriert ist, desto effizienter können die Umweltauswirkungen minimiert werden. Die Umweltverträglichkeit stetig zu verbessern ist deshalb eine wichtige Anforderung bei der Festlegung der Produktlastenhefte. Für jedes Fahrzeugmodell und jede Motorisierungsvariante legen diese Lastenhefte die zu realisierenden Eigenschaften und Zielwerte fest. Dazu gehören unter anderem Vorgaben zu Kraftstoffverbrauch, CO2-Emissionen und Grenzwerten für Stickoxide. Im Laufe des Entwicklungsprozesses überprüfen wir regelmäßig die Einhaltung dieser Vorgaben.

In einem unmittelbar unterhalb der Vorstandsebene angesiedelten Gremium bewerten die Verantwortlichen jeder ­Fahrzeugbaureihe die Ergebnisse dieser Überprüfung und entscheiden über eventuell nötige Korrekturmaßnahmen. Sind Korrekturen erforderlich, wird das jeweils zuständige Leitungsgremium des Geschäftsfeldes einbezogen und bei weiterer Eskalation auch das zuständige Vorstandsmitglied.

Der CO2-Prozess in der Fahrzeugentwicklung

Die Einbindung aller fahrzeugbezogenen Ziele, einschließlich der umweltrelevanten Ziele, in den Fahrzeugentwicklungsprozess erfolgt in allen Geschäftsfeldern nach einem ähnlichen Muster. Schaubild E.01 zeigt beispielhaft das Mercedes-Benz Development System (MDS). Für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge gibt es in vielen Märkten Kraftstoffverbrauchs- und CO2-Flottenziele, das heißt ein Gesamtziel für alle im Markt verkauften Neufahrzeuge. Nachfolgend wird die entsprechende Steuerung zur Erreichung des CO2-Flottenverbrauchszieles am Beispiel Pkw Europa (EU-28) dargestellt.

Daimler GB2018 E.01 Fahrzeug Produktentwicklungsprozess für Einzelfahrzeuge

Maßgeblich für die Zielwerte beim Kraftstoffverbrauch und bei den CO2-Emissionen sind technologische Möglichkeiten, gesetzliche Vorgaben inklusive der Flottenverbrauchsziele sowie Kundenwünsche. Für die Einhaltung der Ziele sowie die Transparenz des Zielerreichungsgrades ist der CO2-Steuerkreis verantwortlich, der vom Vorstandsmitglied für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung geleitet wird.

Grundlage für die Berechnung der CO2-Flottenwerte sind die Verbrauchswerte der am Markt erhältlichen Fahrzeuge sowie die Verbrauchsvorgaben- und -prognosen der noch in der Entwicklung befindlichen Fahrzeuge. In Verbindung mit den Absatzprognosen ergeben sich hieraus die prognostizierten CO2-Flottenemissionswerte.

Verschiedene äußere Impulse, wie zum Beispiel Änderungen der Absatzstruktur oder auch der politischen Rahmenbedingungen, aber auch Änderungen bei den Verbrauchszielwerten der noch in der Entwicklung befindlichen Fahrzeuge können eine Abweichung von den prognostizierten Zielwerte bewirken. In diesem Fall veranlasst der CO2-Steuerkreis die Prüfung verschiedener Optionen und entscheidet über die einzuleitenden Maßnahmen. Bei besonders gravierendem Anpassungsbedarf erfolgt eine Eskalation in das zuständige Leitungsgremium. Strategisch umfasst dieser Prozess einen Zeitraum von rund zehn Jahren.

Ergebnis

Im Berichtsjahr sind die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Gesamtflotte von Mercedes-Benz Cars in Europa (EU28 +Island) auf 132 (i. V. 125) g/km (NEFZ) gestiegen.

Durch die Umstellung des gesetzlich vorgegebenen Messzyklus der CO2-Emissionen der Einzelfahrzeuge von NEFZ auf WLTP hat sich unser Flottenwert deutlich erhöht. Gleichzeitig haben die Verschiebung des Absatzes weg vom Diesel hin zum Benziner sowie der weiter steigende Absatz von größeren SUVs und Allradfahrzeugen den CO2-Flottenwert erhöht.

Da bis September 2019 alle Fahrzeugmodelle nach WLTP zertifiziert sein werden, rechnen wir für 2019 trotz weiterer Fortschritte bei der Verbrauchsreduzierung unserer Fahrzeuge nur mit einem geringfügig niedrigeren CO2-Flottenwert, bevor 2020 aufgrund der Fahrzeugelektrifizierung eine deutliche Verringerung des CO2-Flottenwertes zum Tragen kommen soll.

Der neue Testzyklus WLTP. Seit September 2017 werden alle neuen Pkw-Typen in Europa nach dem »Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure« (WLTP) zertifiziert. Dieses Prüfverfahren beinhaltet gegenüber dem bisherigen »Neuen Europäischen Fahrzyklus« (NEFZ) zahlreiche Änderungen. Dazu gehören unter anderem eine höhere Durchschnitts- und Spitzengeschwindigkeit, mehr Dynamik im Fahrverhalten, gleitende Schwungmassen statt Schwungmassenklassen, ein geringerer Stillstandsanteil sowie die Berücksichtigung von Sonderausstattungen und Ruhestrombedarf. Insgesamt führt all dies zu realitätsnäheren, aber auch höheren Verbrauchsangaben.

Nach den gesetzlichen Vorgaben müssen die Automobilhersteller den CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeugflotten in Europa bis zum Jahr 2021 mittels einer vorgegebenen Formel aus den inzwischen nach WLTP ermittelten Werten auf NEFZ-Werte zurückrechnen. Dies erklärt, warum jedes neue Fahrzeug nach WLTP zertifiziert wird, der europäische CO2-Flottenwert der Hersteller jedoch nach wie vor als NEFZ-Wert angegeben wird. Es geht dem Gesetzgeber um die Vergleichbarkeit der Hersteller-Flottenwerte, bis ab 2022 ein neuer Grenzwert in Kraft treten wird.

Wir arbeiten weiter intensiv daran, alle gesetzlichen CO2-Vorgaben zu erfüllen; das gilt auch für die sehr anspruchsvollen EU-Grenzwerte für 2021. Ob diese Flottenziele erreicht werden, hängt allerdings nicht allein davon ab, dass wir attraktive und hocheffiziente Fahrzeuge mit elektrifiziertem Antrieb anbieten. Vielmehr müssen sich unsere Kunden auch tatsächlich für diese Modelle entscheiden. Um hier bestmöglich aufgestellt zu sein, stellen wir unser Produktportfolio durchgängig auf die neuesten Motorengenerationen um und bauen es in Richtung Elektrifizierung durch Plug-in-Hybride und rein elektrische Fahrzeuge aus.

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