Menschenrechts-Compliance

Die Achtung von Menschenrechten ist für Daimler ein grundlegender Bestandteil verantwortungsvoller Unternehmensführung. In unserer konzernweiten Nachhaltigkeitsstrategie zählt die Achtung der Menschenrechte daher zu den zentralen Fokusthemen. Es ist unser Anspruch und Ziel, dass die Menschenrechte in allen unseren Einheiten eingehalten werden und auch bei unseren Zulieferern Beachtung finden.

Von zentraler Bedeutung und Referenzrahmen für die im Rahmen des HRRS definierten Sorgfaltspflichten sind dabei insbesondere

  • der UN Global Compact,
  • die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte,
  • die Internationale Menschenrechtscharta,
  • der Deutsche Nationale Aktionsplan für Wirtschaft und ­Menschenrechte sowie
  • die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation.

Unsere hierauf basierenden Erwartungen haben wir entsprechend klar in unserer Richtlinie für integres Verhalten sowie in den Daimler-Supplier-Sustainability-Standards festgeschrieben. Letztere definieren Anforderungen an Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Umweltschutz und Sicherheit, Geschäftsethik und Compliance und sind Teil unserer Geschäfts­bedingungen. Unsere direkten Zulieferer in aller Welt sind aufgefordert, diese Nachhaltigkeitsstandards einzuhalten, sie ihren Mitarbeitern zu vermitteln und sie auch in ihre vorgelagerten Wertschöpfungsketten hineinzutragen und deren Einhaltung zu kontrollieren. Risikobasiert führen wir zudem unsererseits Kontrollen in den kritischen Lieferketten durch, bei denen wir über den direkten Lieferanten hinaus die Einhaltung unserer Standards in weiteren Gliedern der Lieferkette kontrollieren. Vom Ausgangspunkt, dem Tier-1-Lieferanten, geht der Weg entlang der kritischen Stellen in der Lieferkette, bei Bedarf bis zur Mine.

Das Human Rights Respect System (HRRS) bauen wir dabei unter regelmäßiger Konsultation externer Stakeholder sukzessive aus. Das HRRS orientiert sich an unserem konzernweit gültigen Compliance Management System (CMS) und konzentriert sich anhand eines risikobasierten Vorgehens sowohl auf Daimler-Mehrheitsbeteiligungen inklusive unserer Produktionsstandorte als auch auf unsere Lieferkette.

Due Diligence mit dem Human Rights Respect System

Als proaktives Risikomanagement zielt das HRRS darauf ab, systemische Risiken und potenzielle negative Auswirkungen unseres unternehmerischen Handelns auf die Achtung der Menschenrechte frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Damit dient das HRRS primär dem Schutz Dritter und soll auch in unsere Lieferkette hinein wirksam sein. Es umfasst vier Schritte, die sowohl auf die Daimler-Mehrheitsbeteiligungen als auch auf die Lieferkette angewendet werden:

  1. potenzielle Menschenrechtsrisiken identifizieren (Risikoprüfung),
  2. Präventiv- und Gegenmaßnahmen definieren, einleiten und steuern (Programmsteuerung),
  3. die Effektivität der Maßnahmen, insbesondere in Einheiten mit erhöhtem potenziellen Risiko und Lieferketten mit hohen menschenrechtlichen Risiken, überwachen (Monitoring),
  4. regelmäßig intern über relevante Fragen berichten und zugleich externe Berichtsanforderungen erfüllen (Reporting).

Zum HRRS gehört vor allem auch der Austausch mit den sogenannten Rechteinhabern, zum Beispiel mit Mitarbeitern und deren Vertretern, sowie externen Dritten, zum Beispiel zivilgesellschaftlichen Gruppen oder der lokalen Bevölkerung vor Ort.

Identifizierung von Menschenrechtsrisiken in ­Daimler-Mehrheitsbeteiligungen

Die Risikoprüfung erfolgt in einem zweistufigen Prozess. Den ersten Schritt bildet die Klassifizierung der Mehrheitsbeteiligungen auf Basis von festgelegten Kriterien wie landesspezifischen und geschäftsspezifischen Risiken. Einheiten mit einem erhöhten Menschenrechtsrisiko sollen dann in einem zweiten Schritt Vor-Ort-Überprüfungen unterzogen werden. Unser modularer Ansatz berücksichtigt dabei die zentralen menschenrechtlichen Normen, die sich etwa aus der internationalen Menschenrechtscharta ergeben oder die von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) formuliert wurden.

Im Berichtsjahr haben wir unser Verfahren zur Risikoprüfung methodisch angepasst und von externen Stakeholdern verifizieren lassen. Deren Rückmeldungen fließen in die Weiterentwicklung des Systems ein. Zudem erarbeiten wir derzeit einen effektiven Ansatz für Programmsteuerung, Monitoring und Reporting.

Identifizierung von Menschenrechtsrisiken in unserer ­Lieferkette

Seit 2008 definieren wir in unseren Supplier-Sustainability-Standards Anforderungen an unsere Lieferanten in Bezug auf Nachhaltigkeit. Wesentliche Bestandteile sind die Einhaltung der Menschenrechte und hierbei insbesondere Anforderungen zu Arbeitsbedingungen. Um unserer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht noch systematischer nachzukommen, haben wir für verschiedene Produktbereiche (beispielsweise Produktionsmaterial oder Dienstleistungen) zugeschnittene Risikoklassifizierungen entwickelt. Hierdurch werden menschenrechtlich potenziell kritische Dienstleistungen und Risikorohstoffe einschließlich konfliktbehafteter Mineralien identifiziert. Darauf aufbauend haben wir im laufenden Berichtsjahr damit begonnen, zielgerichtet Maßnahmen zu definieren und umzusetzen, die bei Bedarf auch über unsere Direktlieferanten hinausgehen.

Weitere konzernweite Maßnahmen

Im Vertrieb nehmen wir bei potenziell kritischen Transaktionen Einzelprüfungen vor. Dies geschieht in Abstimmung mit den beteiligten Bereichen. Auch unsere Beschäftigten informieren und sensibilisieren wir im Rahmen der laufenden Trainings zur Achtung von Menschenrechten, wie in der Richtlinie für integres Verhalten festgeschrieben. Mitarbeiter wie auch externe Personen können über verschiedene Kanäle – wie zum Beispiel das Hinweisgebersystem BPO (Business Practices Office) oder die Weltarbeitnehmervertretung – auf vermutete Menschenrechtsverletzungen hinweisen und Abhilfe einfordern, so wie es der Anforderung nach »Zugang zu Abhilfe« – der dritten Säule der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte – entspricht. (Vgl. daimler.com/konzern/corporate-governance/compliance/grundsaetze.html und Compliance)

Einbinden der Unternehmensführung

Für die Steuerung des Themas Menschenrechte ist das Vorstandsressort Integrität und Recht verantwortlich. Das zuständige Vorstandsmitglied informiert sich regelmäßig über die Menschenrechtsaktivitäten und erhält die entsprechenden Berichte. Hinzu kommt die regelmäßige Berichterstattung an den Gesamtvorstand und das Corporate Sustainability Board (CSB) sowie das Procurement Council (PC) im Rahmen der Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie.

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