Bericht des Aufsichtsrats

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Dr. Manfred Bischoff, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, Daimlers Geschäftsjahr 2018 spiegelt das ungebrochene Kundeninteresse für unsere Fahrzeuge genauso wider wie den Umbruch und die globalen Herausforderungen der Automobilindustrie. Digitalisierung, Vernetzung, Elektrifizierung, automatisiertes und autonomes Fahren, Veränderungen im Kundenverhalten, Mobilitätsservices – aber auch neue regulatorische Vorgaben – all das verändert die Branche mit hoher Geschwindigkeit. Darüber hinaus haben Belastungen aus der Vergangenheit, Emissionsthemen und aktuelle globale Handelsstreitigkeiten das Ergebnis im abgelaufenen Jahr beeinträchtigt. Daimler ist trotz vielfältiger Herausforderungen ungebrochen erfolgreich und wird seinen Aktionären eine angemessene Dividende ausschütten. Zukunftstechnologien und neue Mobilitätsmodelle erfordern extrem hohe Investitionen. Daimler investiert, forscht und entwickelt viel und ist darum bestens vorbereitet, auch in Zukunft eine bedeutende und führende Rolle in der Mobilität zu spielen und diese erfolgreich mitzugestalten.

Überwachungs- und Beratungstätigkeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Daimler AG hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben auch im Geschäftsjahr 2018 in vollem Umfang wahrgenommen. Dabei hat das Gremium den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens fortlaufend beraten und überwacht und bei strategisch wichtigen Fragestellungen zur Weiterentwicklung des Unternehmens begleitet.

Der Aufsichtsrat hat geprüft, ob der Jahres- und Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht und die weitere Finanzberichterstattung sowie der erstmalig für das Geschäftsjahr 2017 erstellte Nichtfinanzielle Bericht für die Daimler AG und den Daimler-Konzern den geltenden Anforderungen entsprechen.

Darüber hinaus hat er nach sorgfältiger Prüfung und Beratung zahlreiche seiner Zustimmung unterliegende Geschäftsvorfälle gebilligt. Neben der Zustimmung zur Umsetzung der divisionalen Struktur durch Bildung rechtlich selbstständiger Einheiten im Rahmen des »Projekts Zukunft« gehörten dazu unter anderem die Finanz- und Investitionsplanung, bedeutende Eigenkapitalmaßnahmen in Konzern- beziehungsweise Beteiligungsgesellschaften sowie Vertragsabschlüsse mit besonderer Bedeutung für das Unternehmen. Über eine Vielzahl weiterer Maßnahmen und Geschäftsvorfälle hat der Vorstand den Aufsichtsrat informiert und diese mit ihm intensiv und detailliert erörtert, so beispielsweise über die Maßnahmen im Zusammenhang mit den Anordnungen des Kraftfahrtbundesamts zum Rückruf bestimmter Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge sowie über die mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur laufend geführten Gespräche.

Der Vorstand informierte den Aufsichtsrat regelmäßig über alle maßgeblichen wirtschaftlichen Entwicklungen des Konzerns und der Geschäftsfelder. Er unterrichtete den Aufsichtsrat im Berichtszeitraum fortlaufend über alle grundsätzlichen Fragen der Unternehmensplanung einschließlich der Finanz-, Investitions-, Absatz- und Personalplanung, aktuelle Entwicklungen bei Konzerngesellschaften, die Umsatzentwicklung, die Lage der Gesellschaft und der Geschäftsfelder sowie über den aktuellen Stand und die Einschätzung der wesentlichen rechtlichen Verfahren. Zudem berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat kontinuierlich über die Rentabilität des Eigenkapitals und die Liquiditätssituation des Unternehmens, die Entwicklung der Absatz- und Beschaffungsmärkte, die gesamtwirtschaftliche Situation und die Entwicklungen an den Kapitalmärkten und im Finanzdienstleistungsbereich. Weitere Themen waren die Weiterentwicklung des Produktportfolios, die langfristige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sowie die weitere Umsetzung der Maßnahmen zur Sicherstellung einer nachhaltigen, zukunftsweisenden Mobilität. Der Aufsichtsrat hat sich im Einzelnen auch mit der Aktionärsstruktur, der Aktienkursentwicklung und deren Hintergründen sowie den erwarteten Wirkungen der strategischen Vorhaben auf die Kursentwicklung befasst.

Daimlers Erfolg basiert auf einer tief reichenden und integrativen automobilen Kompetenz sowie strategischen Weitsicht. Die 5C-Strategie, bestehend aus CORE, CASE, CULTURE, COMPANY und CUSTOMER, die innerhalb des Kapitels Ziele und Strategie des Geschäftsberichts erläutert ist, befindet sich in der Umsetzungsphase. Sie stellt die Weichen für eine lokal emissionsfreie und elektrische Zukunft und rückt die Kunden und die Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Daimler investiert massiv in den Wandel der sich radikal verändernden Automobilindustrie. Dies sowie globale Handelsstreitigkeiten und emissions- und kartellrechtliche Themen belasten die Bilanz des Unternehmens. Letztere Themen betreffen auch die Glaubwürdigkeit der gesamten Branche. Daimler fühlt sich seinen Kunden und Aktionären gegenüber verpflichtet, die Mobilität der Zukunft mit nachhaltigen Produkten und innovativen Services neu zu gestalten.

Auch um dies zu erreichen, unterstützt der Aufsichtsrat nachdrücklich die Konzern-Reorganisation, das sogenannte Projekt Zukunft. Daimler handelt mit der Reorganisation proaktiv im Wesentlichen aus fünf Gründen: Fokus schärfen. Die angestrebten rechtlich selbstständigen Geschäftseinheiten mit eigenen Entscheidungsgremien schaffen größere Kundennähe und ermöglichen eine punktgenauere Marktbearbeitung. Unternehmerisches Handeln stärken. Die neuen Geschäftseinheiten werden über höhere Freiheitsgrade und einen größeren Handlungsspielraum verfügen. Innovations-/Kooperationspartner gewinnen. Die rechtlich voneinander getrennten Geschäftseinheiten werden attraktive Kooperationspartner. Darüber hinaus bietet die neue Aufstellung einen größeren Spielraum, um in einem dynamischen Wettbewerbsumfeld handlungsfähig zu bleiben. Es ist nicht geplant, dass sich die Daimler AG von einzelnen Geschäftsbereichen trennt. Attraktivität am Kapitalmarkt steigern. Die Neuaufstellung erhöht die Transparenz über die einzelnen Unternehmensteile und damit die Attraktivität der Daimler AG am Kapitalmarkt. Synergien sichern. Mit der Neuaufstellung bleiben Skaleneffekte zum Beispiel im Einkauf oder bei der Finanzierung erhalten. Auch die gemeinsame Nutzung der Rechte am geistigen Eigentum einschließlich der Marken ist in der neuen Struktur weiterhin gesichert.

Arbeitskultur und Themen der Aufsichtsratstätigkeit

Im Geschäftsjahr 2018 trat der Aufsichtsrat zu neun Sitzungen zusammen. Die Sitzungsteilnahme der Mitglieder lag wieder auf hohem Niveau. Sämtliche Mitglieder des Aufsichtsrats haben im abgelaufenen Geschäftsjahr an deutlich mehr als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse, denen sie angehören, teilgenommen. Die Aufsichtsratsarbeit war von einem offenen und intensiven Austausch geprägt. Auf anstehende Beschlüsse bereiteten sich die Aufsichtsratsmitglieder regelmäßig anhand von Unterlagen vor, die der Vorstand vorab zur Verfügung gestellt hatte. Die Arbeitnehmer- und Anteilseignervertreter bereiteten die Sitzungen zudem regelmäßig in getrennten Gesprächen vor, an denen auch Mitglieder des Vorstands teilnahmen. Der Aufsichtsrat wurde von seinen Ausschüssen intensiv unterstützt, und die Mitglieder des Aufsichtsrats erörterten die zur Entscheidung anstehenden Maßnahmen und Geschäfte jeweils eingehend mit dem Vorstand. Für die Sitzungen wurden regelmäßig Executive Sessions anberaumt, um Themen auch in Abwesenheit des Vorstands besprechen zu können.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands nahmen außerhalb der regulären Sitzungen zusätzlich bilaterale Termine zum Meinungsaustausch wahr. Über die wichtigsten Indikatoren der Geschäftsentwicklung und bestehende Risiken unterrichtete der Vorstand den Aufsichtsrat auch durch schriftliche Berichte und legte ihm die Zwischenfinanzberichte vor. Auch zwischen den Sitzungen wurde der Aufsichtsrat über besondere Vorgänge in Kenntnis gesetzt.

Die für ihre Aufgaben erforderliche Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, wie beispielsweise zu Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen und zu neuen, zukunftsweisenden Technologien, nehmen die Mitglieder des Aufsichtsrats eigenverantwortlich wahr und werden dabei von der Gesellschaft unterstützt. Neue Mitglieder des Aufsichtsrats haben in einem eigens dafür vorgesehenen Onboarding-Programm Gelegenheit, die Mitglieder des Vorstands und fachverantwortliche Führungskräfte zu einem bilateralen Austausch über grundsätzliche und aktuelle Themen der jeweiligen Vorstandsbereiche zu treffen und sich so einen Überblick über die relevanten Themen des Unternehmens sowie die Governance-Struktur zu verschaffen.

In seiner Sitzung am 31. Januar 2018 hat der Aufsichtsrat im Beisein von Vertretern des Abschlussprüfers die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2017 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag an die Hauptversammlung 2018 erörtert und zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat stellte fest, dass keine Einwendungen gegen die Veröffentlichung bestehen. Die vorläufigen Kennzahlen zum Geschäftsjahr 2017 und der Gewinnverwendungsvorschlag wurden in der Jahrespressekonferenz am 1. Februar 2018 veröffentlicht.

In der Aufsichtsratssitzung am 9. Februar 2018 entschied der Aufsichtsrat, Renata Jungo Brüngger mit Wirkung vom 1. Januar 2019 für die Dauer von weiteren fünf Jahren zum Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für das Ressort »Integrität und Recht«, zu bestellen. Anschließend behandelte er den jeweils vom Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss der Gesellschaft, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2017 sowie die Berichte des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats, die mit dem Corporate Governance Bericht zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung, den Vergütungsbericht, den mit einem Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers gemäß ISAE 3000 versehenen Nichtfinanziellen Bericht und den Gewinnverwendungsvorschlag. Zur Vorbereitung standen den Aufsichtsratsmitgliedern umfangreiche Unterlagen zur Verfügung.

Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben diese Unterlagen eingehend behandelt und im Beisein des Abschlussprüfers intensiv erörtert. Der Abschlussprüfer berichtete dabei über die Ergebnisse seiner Prüfungen und ging dabei auch auf die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters) und die jeweilige Vorgehensweise bei der Prüfung inklusive der Schlussfolgerungen sowie die freiwillige Prüfung des Nichtfinanziellen Berichts im Rahmen einer Limited Assurance ein und stand für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prüfung schloss sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfungen durch den Abschlussprüfer an. Er stellte fest, dass Einwendungen nicht zu erheben waren, billigte die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht und stellte somit den Jahresabschluss 2017 der Daimler AG fest. Auf dieser Grundlage hat sich der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen. Der Aufsichtsrat billigte ferner den Nichtfinanziellen Bericht und verabschiedete den Bericht des Aufsichtsrats, die mit dem Corporate Governance Bericht zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung und den Vergütungsbericht sowie seine Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung 2018.

In seiner Sitzung vom 9. Februar 2018 erteilte der Aufsichtsrat seine Zustimmung zu einer Reihe von zustimmungspflichtigen Maßnahmen, insbesondere zur Kapazitätserweiterung bei der Beijing Benz Automotive Co. Ltd für den weiteren Ausbau der lokalen Produktion von Mercedes-Benz Fahrzeugen. Darüber hinaus behandelte der Aufsichtsrat die Vorstandsvergütung und genehmigte im Rahmen des Tagesordnungspunktes Corporate Governance die in der Sitzung vorgestellten sonstigen Mandate und Nebentätigkeiten der Vorstandsmitglieder. Schließlich befasste sich der Aufsichtsrat auch mit den aktuellen rechtlichen Themen sowie insbesondere auch mit der Frage, ob im Zusammenhang mit dem Kartellverfahren der Europäischen Kommission gegen Lkw-Hersteller Schadensersatzansprüche gegen ehemalige oder amtierende Vorstandsmitglieder geltend zu machen sind. Auf der Grundlage der bis dahin unter Inanspruchnahme einer unabhängigen Rechtsanwaltskanzlei veranlassten, mehrfach aktualisierten Prüfungen, einer weiteren Prüfung durch einen unabhängigen Rechtswissenschaftler und eingehenden, dem Gesellschaftswohl Rechnung tragenden Erörterungen im Aufsichtsrat hielt dieser auf der bestehenden Erkenntnisgrundlage an der bisherigen Beschlussfassung fest, derzeit keine Ansprüche geltend zu machen. Dabei hat der Aufsichtsrat zur Absicherung des bisherigen Erkenntnisstandes die weitere Aufklärung des Sachverhalts veranlasst und die Expertise eines unabhängigen Rechtswissenschaftlers eingeholt, die zu dem Ergebnis kam, dass der Aufsichtsrat seinen ihm insoweit obliegenden aktienrechtlichen Pflichten vollumfänglich nachgekommen ist. Ende Juli 2018 erörterte er in diesem Zusammenhang zudem die Frage der Einrichtung eines unabhängigen Sonderausschusses. In der Sitzung im Dezember 2018 befasste sich der Aufsichtsrat auf der Grundlage der durch die weitere Aufklärung des Sachverhalts neu gewonnenen Erkenntnisse wiederholt mit der Angelegenheit.

In der Sitzung Ende März 2018 befasste sich der Aufsichtsrat mit der paritätischen Zusammenlegung der Mobilitätsdienstleistungen von Daimler mit jenen von BMW in den Bereichen »Carsharing«, »Ride-Hailing«, »Parking«, »Charging« sowie »Multimodalität« und stimmte dem Vorhaben zu.

In der Hauptversammlung am 5. April 2018 wurden die vom Aufsichtsrat vorgeschlagenen Kandidaten Sari Baldauf und Dr. Jürgen Hambrecht erneut sowie Marie Wieck erstmals als Vertreter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat gewählt. In der sich anschließenden Aufsichtsratssitzung wählten die Anteilseignervertreter Sari Baldauf erneut zum Mitglied des Nominierungsausschusses und Dr. Jürgen Hambrecht erneut zum Mitglied des Vermittlungsausschusses. Zudem wählte der Aufsichtsrat Dr. Jürgen Hambrecht erneut zum Mitglied des Präsidialausschusses. Ferner fasste der Aufsichtsrat in dieser Sitzung Beschlüsse im Hinblick auf die mit Wirkung zum 5. April 2018 gewählten Arbeitnehmervertreter. So wurden Michael Brecht zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, Michael Brecht und Ergun Lümali zu Mitgliedern des Prüfungsausschusses und Roman Zitzelsberger zum Mitglied des Präsidialausschusses gewählt. Darüber hinaus wählten die Arbeitnehmervertreter Roman Zitzelsberger zum Mitglied des Vermittlungsausschusses und die Mitglieder des Prüfungsausschusses Michael Brecht zum stellvertretenden Vorsitzenden dieses Ausschusses.

Auslandssitzung des Aufsichtsrats

Ende April 2018 kam der Aufsichtsrat zu einer zweitägigen Auslandssitzung in Ungarn zusammen. Schwerpunkte waren neben der Erörterung der aktuellen politischen Rahmenbedingungen in Osteuropa vor allem auch der Werksbesuch am Standort Kecskemét. Im Rahmen der Auslandssitzung fand auch eine reguläre Sitzung des Aufsichtsrats statt. Dort entschied der Aufsichtsrat unter anderem über die künftige Produktion von Mercedes-Benz Elektrofahrzeugen im französischen Werk in Hambach. Zudem erteilte der Aufsichtsrat die Zustimmung zur Übertragung von Versorgungsverpflichtungen gegenüber Rentnern der Daimler AG auf die Daimler Pensionsfonds AG. Ferner beschloss der Aufsichtsrat auf Empfehlung des Prüfungsausschusses Anpassungen der Geschäftsordnung des Prüfungsausschusses im Hinblick auf den regelmäßigen Bericht an den Prüfungsausschuss, die durch die geänderte Zuständigkeit des Hinweisgebersystems BPO (Business Practices Office) veranlasst waren. Außerdem informierte sich der Aufsichtsrat zum Stand der Prüfung und zur Einleitung erster vorbereitender Maßnahmen zur Stärkung der divisionalen Struktur im Rahmen des Projekts Zukunft. Schließlich ließ sich der Aufsichtsrat eingehend zu den aktuellen rechtlichen Themen, auch in Bezug auf die Anfragen, Ermittlungen, Untersuchungen, Anordnungen und Verfahren im Zusammenhang mit Dieselabgasemissionen, berichten.

In einer weiteren Sitzung Anfang Juli 2018 diskutierte der Aufsichtsrat ausführlich die Streitbeilegung der Schiedsgerichtsverfahren in Sachen Toll Collect und stimmte dem Abschluss einer Vergleichsvereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland, der Daimler Financial Services AG, den anderen Konsortialpartnern (Deutsche Telekom AG und Cofiroute S. A.), der Toll Collect GbR und der Toll Collect GmbH zur Erledigung der Schiedsgerichtsverfahren zu.

In der Sitzung Ende Juli 2018 erteilte der Aufsichtsrat nach eingehender vorausgegangener Erörterung, auch in den Anteilseigner- und Arbeitnehmervorgesprächen, die Zustimmung zur Umsetzung von Projekt Zukunft und damit zur Abbildung der divisionalen Struktur des Konzerns durch rechtlich selbstständige Einheiten. Ferner erörterte der Aufsichtsrat in dieser Sitzung mit dem Vorstand im Detail den Geschäftsverlauf und die Ergebnisse des ersten Halbjahres und informierte sich über die aktuellen rechtlichen Themen. Außerdem befasste sich der Aufsichtsrat in dieser Sitzung auch mit der Frage, ob zur Aufklärung einer etwaigen Vorstandsverantwortlichkeit im Zusammenhang mit dem Kartellverfahren der Europäischen Kommission gegen Lkw-Hersteller ein unabhängiger Sonderausschuss des Aufsichtsrats der Daimler AG eingerichtet werden soll. Da die Bewertung der Sachverhalte und zu treffenden Entscheidungen vom Aufsichtsrat als Gesamtorgan vorgenommen werden sollen und im Hinblick darauf, dass allen unabhängigen Mitgliedern des Aufsichtsrats bei diesen Erörterungen eine besondere Rolle zukommt und er in dieser Angelegenheit von einer unabhängigen Rechtsanwaltskanzlei und einem weiteren unabhängigen Rechtswissenschaftler beraten wird, hat er keinen Anlass gesehen, einen Sonderausschuss zu bilden. Im Übrigen bestehen nach Einschätzung des Aufsichtsrats bei keinem Aufsichtsratsmitglied konkrete Anhaltspunkte für relevante Umstände oder Beziehungen, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen könnten und die deshalb gegen die Unabhängigkeit sprächen.

Strategiesitzung des Aufsichtsrats

Zu Beginn des zweitägigen Strategie-Workshops in Böblingen und Filderstadt Ende September hat sich der Aufsichtsrat mit der Nachfolgeplanung befasst und personelle Veränderungen beschlossen: Da das Mandat des Aufsichtsratsvorsitzenden regulär mit Ablauf der Hauptversammlung im Jahr 2021 endet, wollte der Aufsichtsrat in Anbetracht der Herausforderungen der Transformation in der Automobilbranche frühzeitig die Weichen für eine geeignete Nachfolge stellen und hat daher durch Beschluss seine Absicht bekundet, der Hauptversammlung 2021 die Wahl von Dr. Dieter Zetsche in den Aufsichtsrat vorzuschlagen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dr. Manfred Bischoff, beabsichtigt, Dr. Dieter Zetsche für den Fall seiner Wahl durch die Hauptversammlung 2021 als seinen Nachfolger im Vorsitz des Aufsichtsrates zu empfehlen. Zur Wahrung der zweijährigen Cooling-off-Periode wird Dr. Dieter Zetsche deshalb zum Ende der Hauptversammlung im Jahr 2019 sein Vorstandsmandat bei der Daimler AG und die Leitung von Mercedes-Benz Cars niederlegen. Der Aufsichtsrat hat infolgedessen beschlossen, Ola Källenius ab dem Zeitpunkt der Beendigung der Hauptversammlung 2019 für eine neue Amtszeit von fünf Jahren als Vorsitzenden des Vorstands der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars zu berufen. Als Nachfolger von Ola Källenius wird Markus Schäfer ab diesem Zeitpunkt das Ressort »Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung« im Vorstand der Daimler AG übernehmen.

Ferner stimmte der Aufsichtsrat in dieser Sitzung der Beteiligung am Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Luftqualität in Deutschland zu. Außerdem befasste sich der Aufsichtsrat unter anderem auch mit dem aktuellen Stand zu den Überlegungen im Hinblick auf ein neues Vergütungsmodell für den Vorstand, das ab 1. Januar 2019 gelten soll (Vgl. Vergütungsbericht).

Im Fokus des Strategie-Workshops standen neben einleitenden Diskussionen zur Daimler-5C-Strategie und zur Strategie Mercedes-Benz Cars drei der vier Bereiche von CASE: »Autonomous«, »Shared & Services« und »Electric«. Der Aufsichtsrat befasste sich mit der Elektrifizierung der Fahrzeugflotten sowie unter anderem auch mit der Batterie- und Zelltechnologie. Ferner informierte er sich über das Portfolio für Mobilitätsdienstleistungen, insbesondere auch vor dem Hintergrund der wachsenden Mobilitätsanforderungen in urbanen Räumen. Außerdem wurden dem Aufsichtsrat aktuelle Entwicklungen und Lösungsansätze in Bezug auf das automatisierte und autonome Bewegen von Menschen und Gütern aufgezeigt. Dabei wurden auch verschiedene Fahrzeugexponate präsentiert. Unter Einbeziehung der für die dargestellten Themen verantwortlichen Führungskräfte haben die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands in konstruktivem und offenem Dialog erörtert, wie sich Daimler auf neue Herausforderungen einstellen wird und welche Weiterentwicklungen bevorstehen. Dabei wurde auch auf das sich verändernde Wettbewerbsumfeld eingegangen. Ferner diskutierte das Gremium die wesentlichen finanziellen Kennzahlen und die Ziele für den Konzern und die Geschäftsfelder. Außerdem informierte sich der Aufsichtsrat in der Sitzung ausführlich über die aktuellen rechtlichen Themen, wie etwa die Einleitung einer förmlichen Prüfung möglicher Absprachen über Emissionsminderungssysteme durch die Europäische Kommission. Der Aufsichtsrat hat sich insoweit mit der unternehmensinternen Aufarbeitung der Vorgänge und unter Hinzuziehung einer unabhängigen Rechtsanwaltskanzlei auch mit den Konsequenzen für die weitere Aufklärung und Prüfung einer etwaigen Vorstandsverantwortlichkeit befasst, die in einem engen Zusammenhang mit dem Fortgang des Verfahrens stehen.

Sitzung zur Operativen Planung 2019/2020

Am Vortag der Sitzung im Dezember 2018 hatten die Mitglieder des Aufsichtsrats Gelegenheit, an einer Produktpräsentation teilzunehmen. Im Rahmen der eigentlichen Sitzung am 12. Dezember 2018 beschloss das Gremium die Wahlvorschläge für zwei Anteilseignervertreter an die Hauptversammlung 2019. Des Weiteren befasste sich das Gremium mit bedeutenden Einzelthemen zum Projekt Zukunft. Im weiteren Verlauf behandelte und verabschiedete der Aufsichtsrat auf Basis einer umfassenden Dokumentation die Operative Planung für die Jahre 2019 und 2020 und diskutierte in diesem Zusammenhang bestehende Chancen und Risiken sowie das Risikomanagement des Unternehmens.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Information zu den aktuellen rechtlichen Themen, unter anderem in Bezug auf die Anfragen, Ermittlungen, Untersuchungen, Anordnungen und Verfahren im Zusammenhang mit Dieselabgasemissionen. Behandelt wurde erneut auch die Frage einer etwaigen Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen gegen ehemalige oder amtierende Vorstandsmitglieder im Zusammenhang mit dem Kartellverfahren der Europäischen Kommission gegen Lkw-Hersteller. Nach sorgfältiger Erörterung der durch die weitere Aufklärung des Sachverhalts gewonnenen Erkenntnisse und neuerlicher Abwägung der für und gegen eine Anspruchsgeltendmachung sprechenden Gründe unter Berücksichtigung des Gesellschaftswohls hat der Aufsichtsrat beschlossen, daran festzuhalten, gegenwärtig keine Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Darüber hinaus befasste sich das Gremium mit der Softwaredokumentation, der technischen Compliance-Organisation und dem Freigabeprozess in der Fahrzeugentwicklung und informierte sich über das Thema Vertrieb der Zukunft. Ferner informierte sich der Aufsichtsrat auch über das Thema Personalentwicklung und die Implementierung von Leadership 2020. Weitere Punkte der Sitzung bildeten Angelegenheiten der Corporate Governance, insbesondere die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex sowie die Überprüfung der gesamthaften Anforderungsprofile für Vorstand und Aufsichtsrat einschließlich deren Erfüllung. Ferner beschäftigte sich der Aufsichtsrat vorausschauend mit Schwerpunktthemen für das Geschäftsjahr 2019. Schließlich befasste er sich in dieser Sitzung auf der Grundlage der Vorbereitung durch den Präsidialausschuss mit der Weiterentwicklung des Vorstandsvergütungssystems und beschloss vor dem Hintergrund der fundamentalen technologischen Veränderungen in der Automobilindustrie mit Wirkung zum 1. Januar 2019 Änderungen beim Jahresbonus. Die Details zum Vorstandsvergütungssystem und zu den Änderungen beim Jahresbonus sind im Vergütungsbericht erläutert.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

Im Verlauf des Geschäftsjahres 2018 befasste sich der Aufsichtsrat kontinuierlich mit den Standards guter Corporate Governance.

In seiner Sitzung im Dezember 2018 hat der Aufsichtsrat die Entsprechenserklärung 2018 zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG verabschiedet. Mit der dort erläuterten Ausnahme wurde und wird allen Empfehlungen des Kodex entsprochen.

Im Sinne guter Corporate Governance sind die Aufsichtsratsmitglieder der Daimler AG verpflichtet, Interessenkonflikte, insbesondere solche, die aufgrund einer Beratungs- oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern der Daimler AG oder bei sonstigen Dritten entstehen können, dem Gesamtgremium offenzulegen.

Im Geschäftsjahr 2018 hat es keine Hinweise auf tatsächliche Interessenkonflikte gegeben. Zur Vermeidung punktueller potenzieller Interessenkonflikte haben Mitglieder des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2018 auf eine Teilnahme an der Behandlung einzelner Tagesordnungspunkte verzichtet: Dr. Jürgen Hambrecht und Dr. Bernd Pischetsrieder haben die Sitzungen während der rechtlichen Statusberichte verlassen, insbesondere als rechtliche Verfahren im Zusammenhang mit Dieselabgasemissionen erörtert wurden. Im Ergebnis bestanden damit im Berichtszeitraum in Erfüllung der Zielsetzung des Aufsichtsrats für mindestens die Hälfte der Anteilseignervertreter und für mindestens 15 Mitglieder des Gesamtgremiums keine Interessenkonflikte.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2018 turnusgemäß eine extern moderierte Effizienzprüfung durchführen lassen und erfüllt damit die Anforderungen seiner Geschäftsordnung und des Deutschen Corporate Governance Kodex zur regelmäßigen Durchführung einer Effizienzprüfung. Die Ergebnisse aus der Prüfung, mit denen sich der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 13. Februar 2019 intensiv befasste, bestätigen eine professionelle, sehr gute und von einem hohen Maß an Vertrauen geprägte Zusammenarbeit innerhalb des Aufsichtsrats und mit dem Vorstand. Grundsätzlicher Veränderungsbedarf hat sich nicht gezeigt, vielmehr wurden einzelne Anregungen gegeben, die umgesetzt werden.

Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen

Für paritätisch mitbestimmte Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen wie jenen der Daimler AG sieht das Aktiengesetz eine verbindliche Frauenquote von mindestens 30 % vor. Die Quote ist vom Aufsichtsrat insgesamt zu erfüllen. Widerspricht die Seite der Anteilseigner- oder Arbeitnehmervertreter vor der Wahl der Gesamterfüllung gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden, so ist der Mindestanteil für diese Wahl von der Seite der Anteilseigner und der Seite der Arbeitnehmer getrennt zu erfüllen.

Im Aufsichtsrat der Daimler AG sind auf Anteilseignerseite mit Sari Baldauf, Petraea Heynike und Marie Wieck zum 31. Dezember 2018 30 % Frauen und 70 % Männer vertreten. Auf Arbeitnehmerseite sind es zu diesem Zeitpunkt mit Elke Tönjes-Werner, Sibylle Wankel und Dr. Sabine Zimmer ebenfalls 30 % Frauen und 70 % Männer. Damit erfüllt der Aufsichtsrat auch insgesamt die gesetzliche Quote.

Der Aufsichtsrat hat sich in seiner Sitzung am 12. Dezember 2018 mit den konkreten Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung 2019 befasst und auf Empfehlung des Nominierungsausschusses beschlossen, der Hauptversammlung 2019 vorzuschlagen, Joe Kaeser und Dr. Bernd Pischetsrieder erneut in den Aufsichtsrat zu wählen. Im Falle der Wahl der vorgeschlagenen Kandidaten bleibt die gesetzliche Frauenquote sowohl auf Anteilseignerseite als auch für den Gesamtaufsichtsrat erfüllt, soweit sich keine sonstigen Veränderungen ergeben.

Für die Zusammensetzung des Vorstands hat der Aufsichtsrat im Dezember 2016 eine Zielsetzung für den Frauenanteil von mindestens 12,5 % bestimmt, die bis zum 31. Dezember 2020 gültig sein soll.

Die Corporate Governance bei Daimler wird im mit der Erklärung zur Unternehmensführung zusammengefassten Corporate Governance Bericht und im Vergütungsbericht ausführlich erläutert.

Arbeit in den Ausschüssen

Der Präsidialausschuss ist im vergangenen Geschäftsjahr zu fünf Sitzungen zusammengekommen. Dabei behandelte er insbesondere Personalangelegenheiten des Vorstands, Vergütungsfragen sowie Corporate Governance Themen. Wie in den Vorjahren bildeten Compliance-Ziele einen Teil der individuellen Zielvereinbarungen der Vorstandsmitglieder. Erneut wurden auch weitere nichtfinanzielle Zielvorgaben als Bemessungsgrundlage herangezogen. Für das vergangene Geschäftsjahr waren dies die Weiterentwicklung und Konsolidierung der Unternehmenswerte Integrität und Diversity im Sinne der Erhöhung des Anteils von Frauen in Managementpositionen sowie der Erhalt und die Steigerung einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit und einer hohen Produktqualität. Details zu den ab 1. Januar 2019 geltenden Änderungen im Vergütungssystem für den Vorstand sind im Vergütungsbericht dargestellt.

Der Prüfungsausschuss trat im Jahr 2018 zu sechs Sitzungen zusammen. Einzelheiten sind dem gesonderten Bericht dieses Ausschusses zu entnehmen. (Vgl. Bericht des Prüfungsausschuss)

Der Nominierungsausschuss ist im Geschäftsjahr 2018 zu zwei Sitzungen zusammengekommen. Der Ausschuss hat insbesondere die Empfehlungen für die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung 2019 erarbeitet. Die Vorschläge orientieren sich unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles am Unternehmensinteresse und streben die Ausfüllung des gesamthaften Anforderungsprofils einschließlich Kompetenzprofil und Diversitätskonzept für den Gesamtaufsichtsrat an.

Im Berichtszeitraum bestand kein Anlass, den Vermittlungsausschuss einzuberufen.

Veränderungen im Aufsichtsrat und im Vorstand

Die Hauptversammlung vom 5. April 2018 hat auf Vorschlag des Aufsichtsrats Sari Baldauf und Dr. Jürgen Hambrecht erneut und Marie Wieck erstmals als Anteilseignervertreter in den Aufsichtsrat gewählt, und zwar bis zum Ablauf der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2022 beschließt. Mit Beendigung der Hauptversammlung vom 5. April 2018 sind Andrea Jung auf Anteilseignerseite und Valter Sanches und Jörg Spies auf Arbeitnehmerseite aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. In den vor der Hauptversammlung durchgeführten Wahlen der Arbeitnehmervertreter sind zu diesem Zeitpunkt neben den wiedergewählten Arbeitnehmervertretern Raymond Curry und Dr. Sabine Zimmer erstmals zu Mitgliedern des Aufsichtsrats gewählt worden. Zum Jahresende 2018 ist auf Arbeitnehmerseite Wolfgang Nieke ausgeschieden, der durch das für ihn gewählte Ersatzmitglied Michael Häberle ersetzt wurde.

In der Aufsichtsratssitzung am 9. Februar 2018 wurde Renata Jungo Brüngger mit Wirkung vom 1. Januar 2019 für die Dauer von weiteren fünf Jahren zum Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für das Ressort »Integrität und Recht«, bestellt.

In der Aufsichtsratssitzung im September 2018 hat der Aufsichtsrat zugestimmt, dass Dr. Dieter Zetsche zum Ende der Hauptversammlung im Jahr 2019 sein Vorstandsmandat bei der Daimler AG und die Leitung von Mercedes-Benz Cars in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat niederlegt und Ola Källenius ab dem Zeitpunkt der Beendigung der Hauptversammlung 2019 für eine neue Amtszeit von fünf Jahren zum Vorsitzenden des Vorstands der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars berufen wird. Ferner wurde beschlossen, dass als Nachfolger von Ola Källenius ab diesem Zeitpunkt Markus Schäfer das Ressort »Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung« im Vorstand der Daimler AG übernehmen soll.

Im Oktober 2018 hat Bodo Uebber, verantwortlich für das Ressort »Finanzen & Controlling/Daimler Financial Services«, erklärt, dass er eine Verlängerung seiner bis Dezember 2019 laufenden Bestellung nicht anstrebt.

In der Sitzung im Dezember 2018 beschlossen die Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat auf Grundlage einer entsprechenden Empfehlung des Nominierungsausschusses den Vorschlag an die Hauptversammlung 2019, Joe Kaeser und Dr. Bernd Pischetsrieder erneut in den Aufsichtsrat zu wählen.

In der Aufsichtsratssitzung vom 13. Februar 2019 wurde Harald Wilhelm mit Wirkung vom 1. April 2019 für die Dauer von drei Jahren zum Mitglied des Vorstands der Daimler AG bestellt. Bodo Uebber scheidet mit Wirkung zum Ende der Hauptversammlung 2019 aus dem Vorstand der Daimler AG aus. Zum gleichen Zeitpunkt wird Harald Wilhelm die Verantwortung für das Ressort »Finance & Controlling/Daimler Financial Services« übernehmen.

Ferner wurde Britta Seeger mit Wirkung vom 1. Januar 2020 für die Dauer von weiteren fünf Jahren zum Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für das Ressort »Mercedes-Benz Cars Vertrieb«, bestellt.

Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses

Der Jahresabschluss der Daimler AG sowie der für die Daimler AG und den Konzern zusammengefasste Lagebericht 2018 sind ordnungsgemäß von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Dies gilt auch für den nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss 2018. Der Nichtfinanzielle Bericht für das Geschäftsjahr 2018 wurde von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin, – auf Basis einer vom Aufsichtsrat beschlossenen Durchführung einer freiwilligen inhaltlichen Prüfung der Nichtfinanziellen Berichterstattung – im Rahmen einer Limited Assurance geprüft und mit einem Vermerk nach ISAE 3000 versehen.

In einer Sitzung des Aufsichtsrats am 5. Februar 2019 wurden im Beisein von Vertretern des Abschlussprüfers die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2018 sowie der Gewinnverwendungsvorschlag an die Hauptversammlung 2019 erörtert und zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Aufsichtsrat stellte fest, dass keine Einwendungen gegen die Veröffentlichung bestehen. Die vorläufigen Kennzahlen zum Geschäftsjahr 2018 und der Gewinnverwendungsvorschlag wurden in der Jahrespressekonferenz am 6. Februar 2019 veröffentlicht.

In der Sitzung am 13. Februar 2019 behandelte der Aufsichtsrat den jeweils vom Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss der Gesellschaft, den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern sowie die Berichte des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats, die mit dem Corporate Governance Bericht zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung, den Vergütungsbericht, den mit einem Vermerk nach ISAE 3000 versehenen Nichtfinanziellen Bericht und den Gewinnverwendungsvorschlag. Zur Vorbereitung standen den Aufsichtsratsmitgliedern umfangreiche Unterlagen zur Verfügung, unter anderem der Geschäftsbericht mit dem nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss, der zusammengefasste Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern sowie die mit dem Corporate Governance Bericht zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung, der Vergütungsbericht, der Nichtfinanzielle Bericht, der Jahresabschluss der Daimler AG, der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands, die Prüfungsberichte der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für den Jahresabschluss der Daimler AG und den Konzernabschluss jeweils einschließlich des zusammengefassten Lageberichts und zum Internal Control System (ICS) sowie Entwürfe der Berichte des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses.

Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben diese Unterlagen eingehend behandelt und im Beisein des Abschlussprüfers, der über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtete und dabei insbesondere auch auf die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters) und die jeweilige Vorgehensweise bei der Prüfung inklusive der Schlussfolgerungen sowie die freiwillige Prüfung des Nichtfinanziellen Berichts im Rahmen einer Limited Assurance einging und für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung stand, intensiv erörtert. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prüfung schloss sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer an. Er stellte fest, dass Einwendungen nicht zu erheben waren, und billigte die vom Vorstand aufgestellten Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht. Damit war der Jahresabschluss 2018 der Daimler AG festgestellt. Auf dieser Grundlage hat sich der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns angeschlossen. Der Aufsichtsrat billigte ferner den Nichtfinanziellen Bericht und verabschiedete den Bericht des Aufsichtsrats, die mit dem Corporate Governance Bericht zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung und den Vergütungsbericht. Aufgrund der im Zusammenhang mit dem Projekt Zukunft auf den 22. Mai 2019 verschobenen ordentlichen Hauptversammlung wurden über den Gewinnverwendungsvorschlag hinaus in dieser Sitzung noch keine weiteren Beschlussvorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichen Hauptversammlung 2019 verabschiedet.

Dank

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Daimler-Konzerns und der Unternehmensleitung für ihren engagierten Beitrag in einem von Herausforderungen geprägten Umfeld zum abgeschlossenen Geschäftsjahr 2018.

Der Aufsichtsrat dankt ferner Andrea Jung, Valter Sanches, Jörg Spies und Wolfgang Nieke, die das Unternehmen durch ihr engagiertes Wirken im Aufsichtsrat eng begleitet haben und im vergangenen Jahr aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden sind.

Stuttgart, im Februar 2019

Der Aufsichtsrat

Dr. Manfred Bischoff
Vorsitzender

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