Geschäftsbericht 2020

Weltwirtschaft

Die Corona-Pandemie und insbesondere die zu ihrer Bekämpfung eingesetzten Maßnahmen haben die Weltwirtschaft im Berichtsjahr mit einem realen Rückgang von rund 4,0 % in die tiefste Rezession seit Ende des Zweiten Weltkriegs gestürzt. Das globale Bruttoinlandsprodukt schrumpfte damit in etwa doppelt so stark wie in der Finanzkrise 2008/09. Notenbanken und Regierungen weltweit haben mit umfassenden und ungewöhnlich expansiven Maßnahmen gegengesteuert, um die Folgen dieses enormen Rückgangs der Wirtschaftsaktivität für Unternehmen und Arbeitsplätze abzumildern. Dank dieser Unterstützung wurde im Jahresverlauf der wirtschaftliche Tiefpunkt weltweit bereits im zweiten Quartal durchschritten, als mit nationalen »Lockdowns« in fast allen großen Volkswirtschaften das Wirtschaftsleben in weiten Teilen erheblich eingeschränkt wurde. Mit den anschließenden stufenweisen Lockerungen setzte zunächst eine dynamische Erholung ein, die jedoch gegen Jahresende infolge erneut rapide ansteigender Infektionszahlen in einigen Regionen spürbar an Schwung verlor. Auch der Welthandel schrumpfte angesichts der Rezession und der mit der Pandemie einhergehenden Beschränkungen deutlich, was vor allem das Wachstum in den exportabhängigen Volkswirtschaften zusätzlich bremste.

Die Volkswirtschaften der Industrieländer wurden von der Pandemie heftig getroffen. Dies galt auch für die US-Wirtschaft, die in der ersten Jahreshälfte einen starken Einbruch erlebte, der mit einem massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit einherging. Dank zahlreicher geld- und fiskalpolitischer Maßnahmen und der – trotz anhaltend hoher Infektionszahlen – vergleichsweise moderaten behördlichen Einschränkungen setzte in der zweiten Jahreshälfte eine recht dynamische Erholung ein. Im Gesamtjahr ging die Wirtschaftsleistung der USA dennoch um 3,5 % im Vergleich zum Vorjahr zurück. Auch die Eurozone wurde durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Eindämmungsmaßnahmen im ersten Halbjahr in eine tiefe Rezession gestürzt, die Industrie- und Dienstleistungssektoren gleichermaßen erfasste. Der Rückgang fiel jedoch in den einzelnen Mitgliedsstaaten recht unterschiedlich aus und wurde nicht nur von der Intensität des Infektionsgeschehens bestimmt, sondern auch von der Abhängigkeit von Wirtschaftsbereichen wie Tourismus und Gastgewerbe, die in der Krise besonders stark betroffen waren. Mit der Lockerung der Beschränkungen nahm auch in Europa die wirtschaftliche Aktivität über den Sommer wieder deutlich zu, wurde aber durch neuerliche Einschränkungen im Zuge einer ausgeprägten zweiten Infektionswelle ab dem Herbst erneut getroffen und verzeichnete im Gesamtjahr ein Minus von rund 7,0 %. Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt konnten durch Instrumente wie Kurzarbeit und andere Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung zumindest abgemildert werden. Die deutsche Wirtschaft schrumpfte in diesem Umfeld um geschätzte 5,0 %.

China war von der Pandemie als erstes Land betroffen, konnte jedoch auch als erstes Land die Ausbreitung des Virus eindämmen und so nach einem deutlichen Einbruch im ersten Quartal bereits im Jahresverlauf wieder auf das Vorkrisenniveau zurückkehren. Als einzige der großen Volkswirtschaften weltweit erzielte China im Gesamtjahr ein positives Wachstum von 2,3 %. Die übrigen Volkswirtschaften in Asien waren ebenfalls – in unterschiedlichem Maße – von der Pandemie betroffen, konnten aber zum Teil von der schnellen Erholung in China profitieren. Besonders ausgeprägt war der wirtschaftliche Einbruch jedoch in Indien, das in absoluten Zahlen betrachtet zu den Ländern mit den meisten Infektionen weltweit zählte; dort ging das Bruttoinlandsprodukt um rund 7,5 % zurück.

Der südamerikanische Wirtschaftsraum wurde von der Pandemie besonders heftig getroffen; hohe Infektionszahlen und lange andauernde Lockdown-Maßnahmen in Verbindung mit bereits vor der Krise angeschlagenen Staatshaushalten und Währungen sorgten hier für einen tiefen Einbruch der Wirtschaftsleistung und eine nur langsame Erholung. Auch die Region Mittel- und Osteuropa verzeichnete aufgrund hoher Infektionszahlen, gestörter industrieller Lieferketten und der wirtschaftlichen Abhängigkeit von der Eurozone einen ausgeprägten Rückgang. Volkswirtschaften des Mittleren und Nahen Ostens litten zusätzlich zu den Auswirkungen der Pandemie unter dem deutlich niedrigeren Ölpreis, der im zweiten Quartal kurzfristig sogar unter 20 USD je Barrel fiel und trotz einer Erholung im Jahresverlauf mit rund 40 USD je Barrel signifikant unter dem Niveau des Vorjahres lag. In Summe ging die Wirtschaftsleistung der Schwellenländer um etwa 2,0 % zurück.

In diesem rezessiven Umfeld waren die Wechselkurse volatil. Der Kurs des US-Dollars zum Euro bewegte sich im Jahresverlauf zwischen 1,070 und 1,228. Zum Jahresende war der Euro rund 9 % stärker als zum Jahresende 2019. Beim japanischen Yen ergab sich eine Schwankungsbreite zum Euro von 114,6 bis 127,2. Im Jahresendvergleich ergab sich eine Aufwertung des Euro um knapp 4 %. Der Wert des britischen Pfunds gegenüber dem Euro war zum Jahresende 2020 im Vergleich zum Vorjahresabschluss um etwa 6 % niedriger. Gegenüber dem brasilianischen Real legte der Euro um rund 40 % zu, im Vergleich zur türkischen Lira betrug die Aufwertung des Euro rund 35 %. Gegenüber dem russischen Rubel gewann der Euro mit einer Aufwertung von rund 30 % deutlich an Wert.

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