Geschäftsbericht 2020

Investitions- und Forschungstätigkeit

Sachinvestitionen

Mit den Strategien unserer Geschäftsfelder wollen wir die Transformation der Automobilindustrie aus einer führenden Position heraus gestalten – nachhaltig, kundenorientiert, innovativ und effizient. Insbesondere das Thema Nachhaltigkeit und speziell die Elektrifizierung unseres Produktportfolios sowie die digitale Vernetzung unserer Produkte und Prozesse auf allen Stufen der Wertschöpfungskette sind vor diesem Hintergrund von besonderer Bedeutung. Dazu werden weiterhin umfangreiche Investitionen in unser weltweites Produktionsnetzwerk erforderlich sein. Dabei priorisieren wir in allen Geschäftsfeldern mit Nachdruck, in welche Projekte unsere Investitionen künftig fließen. So sollen beispielweise bei Mercedes-Benz Cars die Sachinvestitionen bis 2025 um mehr als 20 % gegenüber 2019 verringert werden. Diese Fokussierung hat dabei wie viele weitere Maßnahmen im gesamten Unternehmen zum Ziel, unsere Kostenbasis nachhaltig zu senken und unseren industriellen Footprint zu verbessern.

Im Berichtsjahr sind unsere Investitionen in Sachanlagen, abweichend zur Prognose im Geschäftsbericht 2019, mit 5,7 (i. V. 7,2) Mrd. € deutlich geringer ausgefallen als im Jahr zuvor. Hauptgrund für diesen Rückgang und die damit verbundene Abweichung zur Prognose waren unsere Maßnahmen zur Kostensenkung und Liquiditätssicherung, die wir als Reaktion auf die Sonderbelastungen durch die unerwartete COVID-19-Pandemie vorgenommen haben.

Der Schwerpunkt der Sachinvestitionen von Mercedes-Benz Cars & Vans lag im Jahr 2020 auf den Produktionsvorbereitungen der neuen S-Klasse und der Nachfolgemodelle der Kompaktwagen sowie der Anlaufvorbereitung für die neue C-Klasse. Außerdem wurden weiterhin umfangreiche Mittel für die Batteriefertigung eingesetzt. Insgesamt lagen die Sachinvestitionen im Jahr 2020 mit 4,9 Mrd. € um 17 % unter dem hohen Vorjahresniveau.

Die Investitionen in Sachanlagen von Daimler Trucks & Buses lagen für das Jahr 2020 bei 0,8 (i. V. 1,1) Mrd. €. Davon entfielen etwa 55 % auf die Optimierung des Vertriebsnetzwerks sowie Investitionen in andere Infrastrukturprojekte. Dieser erhöhte Anteil der Nicht-Produktprojekte ist auf eine COVID-19-bedingte Reduktion der Produktprojekte zurückzuführen. Trotz der durch die Corona-Pandemie intensivierten Effizienz- und Kapazitätsmaßnahmen haben wir an unseren wichtigsten strategischen Zielen festgehalten: Investitionen in Zukunftstechnologien wie Elektromobilität und automatisiertes Fahren. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf globalen Aggregateprojekten im Bereich Emissionsstandards und Kraftstoffeffizienz, Folgegenerationen bestehender Produkte sowie maßgeschneiderten Produkten für wichtige Wachstumsmärkte.

Forschung und Entwicklung

Auch bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung lassen wir uns von den Ansprüchen unserer Kunden leiten. Um die individuelle Mobilität und den Transport von morgen maßgeblich mitgestalten zu können, wird unsere Ingenieurskraft weiterhin in richtungsweisende Produkte und Innovationen fließen. Wie bei den Sachinvestitionen wollen wir auch die Forschungs- und Entwicklungsausgaben künftig stärker priorisieren, um auch damit unsere Ertragskraft nachhaltig zu steigern.

Im Jahr 2020 haben wir die Forschungs- und Entwicklungsleistungen gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 8,6 (i. V. 9,7) Mrd. € verringert. Darin schlagen sich sowohl Kostensenkungsmaßnahmen angesichts der COVID-19-Pandemie nieder als auch der Auslauf einzelner Entwicklungsprojekte. Zum Jahresbeginn 2020 waren wir noch von einer Entwicklung auf Vorjahresniveau ausgegangen.

Von den Entwicklungsleistungen wurden 2,5 (i. V. 3,1) Mrd. € aktiviert; das entspricht einer Aktivierungsquote von 29 (i. V. 32) %. Die Abschreibungen auf aktivierte Forschungs- und Entwicklungsleistungen erreichten im Berichtsjahr 1,9 (i. V. 1,8) Mrd. €.

Gemessen am Umsatz bewegten sich die Forschungs- und Entwicklungsleistungen mit einer Quote von 5,6 (i. V. 5,6) % weiterhin auf einem hohen Niveau. Schwerpunkte waren neben Produktionsanläufen die Weiterentwicklung unserer Plattformen sowie der elektrischen und konventionellen Antriebsstränge. Weitere Themengebiete waren die Digitalisierung und das automatisierte Fahren.

Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen von Mercedes-Benz Cars & Vans lagen bei 7,2 (i. V. 8,1) Mrd. €. Hierbei standen Themen wie die nächste Generation der Elektrofahrzeuge und die Batteriefertigung im Mittelpunkt. Zudem wurden unsere Forschungs- und Entwicklungsleistungen für die Digitalisierung und das automatisierte Fahren weiter vorangetrieben.

Im Jahr 2020 betrugen die Forschungs- und Entwicklungsleistungen von Daimler Trucks & Buses 1,5 (i. V. 1,7) Mrd. €. Trotz pandemiebedingter Reduzierungen im Entwicklungsbudget spielten die Themen automatisiertes Fahren, Elektromobilität ‒ unter anderem für den eActros - sowie Konnektivität eine wichtige Rolle. Weitere Schwerpunkte sind die Nachfolgegenerationen für bestehende Produkte, Kraftstoffeffizienz und Emissionsreduzierung sowie maßgeschneiderte Produkte und Technologien für wichtige Wachstumsmärkte.

B.12 Forschungs- und Entwicklungsleistungen nach Geschäftsfeldern

2020 2019 20/19
in Millionen € Veränd. in %
­Daimler-Konzern  8.614 9.662 -11
davon aktiviert 2.498 3.076 -19
Mercedes-Benz Cars & Vans 7.199 8.061 -11
davon aktiviert 2.391 3.000 -20
­Daimler Trucks & Buses 1.488 1.689 -12
davon aktiviert 107 76 +41
Geschäftsentwicklung
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage