Geschäftsbericht 2020

Geschäftsentwicklung

Absatz

Daimler hat im Jahr 2020 insgesamt 2,84 (i. V. 3,34) Mio. Fahrzeuge abgesetzt. Die zu Jahresbeginn formulierte Erwartung, dass sich der Absatz im Jahr 2020 nur leicht unter dem Niveau des Vorjahres bewegen würde, konnte damit nicht gehalten werden. Allerdings hatten wir unsere Absatzprognose angesichts der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie bereits unterjährig entsprechend angepasst. Mercedes-Benz Cars (-13 %), Mercedes-Benz Vans (-15 %), Daimler Trucks (-27 %) und Daimler Buses (-38 %) blieben jeweils deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie konnte Mercedes-Benz Cars im Jahr 2020 immerhin das Niveau von über zwei Millionen Fahrzeugen mit insgesamt 2.087.200 (i. V. 2.385.400) Einheiten übertreffen. Mit 2.052.000 (i. V. 2.278.300) Fahrzeugen war Mercedes-Benz erneut die absatzstärkste Luxusmarke der Automobilbranche. Sowohl in Deutschland und einigen europäischen Kernmärkten als auch in Südkorea, Kanada, Südafrika und Japan sind wir weiterhin die Nummer eins im Premiumsegment. Darüber hinaus haben wir mit einem erneuten Absatzrekord auch in China mehr Premiumfahrzeuge ausgeliefert als jede andere Luxusmarke.

Die Modelle der A- und B-Klasse, einschließlich CLA und CLA Shooting Brake, erreichten einen Absatz von 449.000 Fahrzeugen (-15 %). Der Absatz der C-Klasse verringerte sich um 30 % auf 309.300 Limousinen, T-Modelle, Coupés und Cabriolets. Von der E-Klasse wurden 332.400 Fahrzeuge ausgeliefert (-21 %). Auch wenn im Jahr 2020 ein Rückgang auf 53.800 Fahrzeuge zu verzeichnen war, ist die S-Klasse Limousine weiterhin die meistverkaufte Luxuslimousine der Welt. Insgesamt sank unser Absatz in diesem Marktsegment auf 56.000 (i. V. 75.400) Fahrzeuge.

Besonders erfolgreich entwickelte sich das SUV-Segment. Mit 887.500 abgesetzten Fahrzeugen konnte ein Zuwachs von 12 % erreicht werden. Der Absatz unserer Sports Cars lag bei 17.800 Fahrzeugen und damit um 37 % unter dem Vorjahreswert.

In Europa hat Mercedes-Benz Cars mit 783.800 Fahrzeugen 21 % weniger Einheiten abgesetzt als im Vorjahr. Damit fiel der Absatzrückgang bei Mercedes-Benz Cars geringer aus als im europäischen Gesamtmarkt. Rückgänge mussten wir unter anderem in Deutschland (-16 %), Großbritannien (-35 %) und Frankreich (-23 %) verzeichnen. In China war Mercedes-Benz Cars erneut sehr erfolgreich und konnte mit einer Absatzsteigerung um 9 % auf 758.100 Fahrzeuge das Wachstum der vergangenen Jahre weiter ausbauen. In Nordamerika erreichte der Absatz mit 286.800 Fahrzeugen nicht das hohe Vorjahresniveau (i. V. 368.900). Im dortigen Hauptmarkt USA ging unser Absatz um 21 % auf 248.800 Einheiten zurück.

Vom smart konnten wir weltweit 35.200 (i. V. 107.100) Fahrzeuge der Modelle fortwo und forfour absetzen. Dieser Rückgang war durch die vollständige Umstellung auf den rein elektrischen Antrieb geprägt.

Mercedes-Benz Vans hat das Geschäftsjahr 2020 mit weltweit 374.700 (i. V. 438.400) abgesetzten Fahrzeugen abgeschlossen. Der deutliche Rückgang um 15 % ist wesentlich von den Folgen der COVID-19-Pandemie geprägt. In der Kernregion EU30 lag der Absatz mit 245.200 (i. V. 298.100) Einheiten unter dem Vorjahresniveau. Dabei setzten wir in Deutschland 109.500 (i. V. 121.300) Fahrzeuge ab. Auch in Nordamerika ging der Absatz auf 54.400 (i. V. 56.500) Einheiten zurück. Allerdings konnten wir in den USA mit 47.500 (i. V. 45.700) Fahrzeugen einen neuen Bestwert erzielen. In Lateinamerika gingen unsere Verkäufe auf 12.000 (i. V. 18.600) Einheiten zurück. In China verzeichneten wir mit 30.500 (i. V. 29.500) Einheiten einen Bestwert.

B.08 Marktanteile 1

2020 2019 20/19
in % Veränd.Prozentpunkte
Mercedes-Benz Cars
Europäische Union 6,3 6,4 -0,1
davon Deutschland 10,9 10,8 +0,1
USA 1,9 1,9 0,0
China 3,9 3,3 +0,6
Südkorea 4,7 5,1 -0,4
Japan 1,5 1,6 -0,1
Mercedes-Benz Vans
Mittelgroße und große Transporter EU30 17,1 16,8 +0,3
davon Deutschland 27,0 27,0 0,0
Kleine Transporter EU30 2,2 2,4 -0,2
Große Transporter USA 10,5 8,8 +1,7
Daimler Trucks
Schwere und mittelschwere Lkw EU30 19,5 20,0 -0,5
davon Deutschland 36,5 35,2 +1,3
Schwere Lkw Nordamerika (Klasse 8) 40,0 38,8 +1,2
Mittelschwere Lkw Nordamerika (Klasse 6 und 7) 32,4 32,9 -0,5
Schwere und mittelschwere Lkw Brasilien 31,8 29,2 +2,6
Lkw Japan 20,4 18,8 +1,6
Lkw Indonesien 49,0 44,2 +4,8
Schwere und mittelschwere Lkw Indien 9,1 5,8 +3,3
Daimler Buses
Busse über 8 t EU30 27,6 27,5 +0,1
davon Deutschland 49,0 50,8 -1,8
Busse über 8 t Brasilien 46,7 53,8 -7,1
1 Basierend auf Schätzwerten in einzelnen Märkten.

Auch der Absatz von Daimler Trucks lag im Jahr 2020 deutlich unter dem Vorjahresniveau. Diese Entwicklung war vor allem durch starke Marktrückgänge in unseren weltweiten Kernmärkten im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie bedingt. Besonders stark betroffen war das erste Halbjahr; im zweiten Halbjahr setzte eine Erholung ein. Insgesamt haben wir im Berichtsjahr 358.300 (i. V. 488.500) schwere, mittelschwere und leichte Lkw sowie Busse der Marken Thomas Built Buses und FUSO ausgeliefert. In Nordamerika lagen unsere Verkäufe bei 139.400 (i. V. 201.100) Einheiten. Nach den hohen Absatzzahlen in den Vorjahren war hier bereits eine Normalisierung des Marktes erwartet worden. Infolge der COVID-19-Pandemie ging die Nachfrage noch etwas stärker als erwartet zurück. In der Region EU30 lagen unsere Verkäufe bei 60.600 (i. V. 79.800) Lkw.

Auch in Lateinamerika sank der Absatz auf 33.200 (i. V. 42.600) Lkw deutlich. Wenngleich der Rückgang in unserem dortigen Hauptmarkt Brasilien etwas weniger stark als in Lateinamerika insgesamt ausfiel, so war er doch ebenfalls signifikant und der Absatz sank auf 25.300 (i. V. 29.700) Lkw.

In Asien entwickelten sich unsere Verkäufe ebenfalls rückläufig und beliefen sich insgesamt auf 98.200 (i. V. 135.200) Einheiten. Dabei fielen die Rückgänge in Indonesien und Indien besonders stark aus. In Indonesien ging unser Absatz um 50 % auf 19.500 Einheiten und in Indien um 34 % auf 9.600 Fahrzeuge zurück. In unserem dritten asiatischen Kernmarkt, Japan, fiel der Rückgang wesentlich schwächer aus; hier lagen die Verkaufszahlen mit 39.100 (i. V. 42.200) Einheiten leicht unter dem Vorjahr.

Der Absatz der Auman Lkw, die wir in China in unserem Joint Venture Beijing Foton Daimler Automotive Co., Ltd. (BFDA) produzieren, stieg aufgrund der stark erhöhten Nachfrage im chinesischen Lkw-Markt mit 126.400 (i. V. 86.200) Einheiten deutlich über den Vorjahreswert.

Daimler Buses hat im Geschäftsjahr 2020 weltweit 20.200 (i. V. 32.600) Busse und Fahrgestelle abgesetzt. Der deutliche Rückgang war im Wesentlichen durch die weltweiten Folgen der COVID-19-Pandemie beeinflusst. In der Region EU30 hat Daimler Buses mit 7.500 Einheiten 19 % weniger Komplettbusse und Fahrgestelle der Marken Mercedes-Benz und Setra abgesetzt als im Vorjahr. Besonders deutlich ging dabei der Absatz im Reisebusbereich zurück. In Deutschland lag der Absatz mit 3.000 (i. V. 3.000) Einheiten auf dem Vorjahresniveau. In Mexiko gingen unsere Verkäufe mit 1.500 Einheiten deutlich zurück (-43 %). Auch in Brasilien, unserem Hauptmarkt in Lateinamerika, verzeichneten wir mit 5.600 Fahrgestellen einen Absatzrückgang, und zwar von 50 %. Ebenfalls deutlich rückläufig waren mit 500 (i. V. 1.600) Einheiten unsere Busverkäufe in Indien.

Zum Jahresende 2020 verzeichnete das Geschäftsfeld Daimler Mobility ein Vertragsvolumen von 150,6 Mrd. € (-8 %). Wechselkursbereinigt sank das Vertragsvolumen um 3 %. Zu Jahresbeginn waren wir von einer stabilen Entwicklung des Vertragsvolumens ausgegangen. Das Neugeschäft entwickelte sich aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie im ersten Halbjahr deutlich rückläufig, während im zweiten Halbjahr eine Stabilisierung zu verzeichnen war. Daimler Mobility schloss im Jahresverlauf 1,8 Mio. neue ­Finanzierungs- und Leasingverträge im Wert von insgesamt 67,8 Mrd. € ab. Damit lag der Wert aller Neuverträge deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (-9 %; wechselkursbereinigt -7 %). Unsere ursprüngliche Prognose von einem leichten Rückgang des Neugeschäfts konnten wir angesichts der Pandemieeffekte damit nicht halten. Das Neugeschäft war in fast allen Ländern der Region Europa rückläufig. In Deutschland zum Beispiel sank das Neugeschäft der Mercedes-Benz Bank auf 11,7 Mrd. € (-12 %). Insgesamt lag das Neugeschäft in Europa mit 27,4 Mrd. € deutlich unter Vorjahresniveau. Damit sank das Vertragsvolumen von Daimler Mobility in Europa um 4 % auf 64,8 Mrd. €. Das Flottengeschäft mit den Marken Athlon und Daimler Fleet Management verbuchte zum Jahresende 402.000 Verträge (-6 %). Das entsprach einem Vertragsvolumen von 6,6 Mrd. € (-5 %).

In Nord- und Südamerika wurden neue Finanzierungs-­ und Leasingverträge im Wert von 21,7 Mrd. € (-11 %) abgeschlossen. In den beiden größten Ländern der Region, USA (-7 %) und Kanada (-14 %), entwickelte sich das Neugeschäft deutlich rückläufig. Das Vertragsvolumen in Nord- und Südamerika lag Ende Dezember bei 51,2 Mrd. € und damit um 14 % unter dem Niveau vom Jahresende 2019.

In der Region Afrika & Asien-Pazifik (ohne China) lag das Neugeschäft mit 6,8 Mrd. € ebenfalls deutlich unter dem Vorjahresniveau (-19 %). Das Vertragsvolumen lag in dieser Region zum Jahresende mit 16,8 Mrd. € um 14 % unter dem Vorjahreswert. In China hingegen zog das Neugeschäft deutlich an. Im Jahr 2020 wurden dort neue Leasing- und Finanzierungsverträge im Wert von 11,9 Mrd. € abgeschlossen (+29 %). Das Vertragsvolumen in China betrug zum Jahresende 17,7 Mrd. € ‒ ein Plus von 8 % gegenüber dem Vorjahresniveau.

Im Versicherungsgeschäft wurden rund 2,3 Mio. Policen ­vermittelt. Das entspricht einem Rückgang von 2 %. Nach dem COVID-19-bedingten Rückgang im ersten Halbjahr hat sich die Zahl der Transaktionen bei den Mobilitätsdiensten der YOUR NOW Joint Ventures FREE NOW & REACH NOW, SHARE NOW sowie PARK NOW & CHARGE NOW zunächst wieder stabilisiert. Seit Beginn der zweiten COVID-19-Welle Mitte Oktober sind die Nutzungszahlen wieder etwas rückläufig. Gleichzeitig haben die Joint Ventures ihre Angebote im Jahr 2020 konsequent weiterentwickelt und ausgebaut.

Auftragslage

Die Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars & Vans und Daimler Trucks & Buses fertigen sowohl herstellerseitig vorkonfigurierte als auch auf Bestellung nach den Wünschen von Kunden ausgestattete Fahrzeuge. Dabei passen wir die Kapazitäten bei einzelnen Modellen flexibel der sich verändernden Nachfrage an. Vor allem aufgrund der Nachfrage in China und einer positiven Entwicklung der europäischen und nordamerikanischen Märkte erholte sich der Auftragseingang bei Mercedes-Benz Cars im Berichtsjahr trotz eines starken Rückgangs wegen der COVID-19-Pandemie in den Monaten März und April schneller als erwartet. Hierzu haben auf der Produktseite vor allem unsere Modelle der A- und B-Klasse, der E-Klasse sowie die weiterhin sehr erfolgreichen Geländewagen beigetragen. Auch Mercedes-Benz Vans verzeichnete in den Monaten März und April aufgrund der COVID-19-Pandemie einen starken Einbruch der Auftragseingänge. In den Folgemonaten erholten sich diese vor allem aufgrund der hohen Nachfrage in den USA und der positiven Entwicklung in China sowie in zahlreichen europäischen Märkten. Dazu haben insbesondere die von uns initiierten Verkaufsprogramme, Produkt- und Variantenverfügbarkeit, eine hohe Nachfrage nach dem Sprinter sowie die positive Entwicklung im Jahresverlauf beim Vito und bei der V-Klasse beigetragen. Bei Daimler Trucks & Buses lagen die Bestellungen zum Jahresende insgesamt auf Vorjahresniveau, der Auftragsbestand war zum Jahresende sogar deutlich über dem Vorjahresniveau. Ausschlaggebend dafür waren insbesondere die deutlich höheren Auftragszahlen in Nordamerika.

B.10 Sachinvestitionen nach Geschäftsfeldern

2020 2019 20/19
in Millionen € Veränd. in %
Daimler-Konzern 5.741 7.199 -20
in % vom Umsatz 3,7 4,2
Mercedes-Benz Cars & Vans 4.862 5.869 -17
in % vom Umsatz 4,9 5,5
Daimler Trucks & Buses 789 1.105 -29
in % vom Umsatz 2,3 2,5
Daimler Mobility 39 87 -55
in % vom Umsatz 0,1 0,3
Automobilmärkte
Investitions- und Forschungstätigkeit