Geschäftsbericht 2020

Weltwirtschaft

Wir gehen für das Jahr 2021 davon aus, dass die Weltwirtschaft nach der tiefen Rezession im Vorjahr kräftig wachsen wird; dies gilt sowohl für die Industrie- als auch für die Schwellenländer. Dabei dürften jedoch vor allem auf der nördlichen Halbkugel die ersten Monate des Jahres noch durch die Eindämmung der COVID-19-Pandemie geprägt sein. Mit der erwarteten Verbreitung wirksamer Impfstoffe in der Bevölkerung dürfte sich die Lage ab dem zweiten Quartal verbessern und die Erholung an Dynamik gewinnen. Im Laufe des Jahres sollte die Weltwirtschaft entsprechend ihr Vorkrisenniveau vom vierten Quartal 2019 wieder erreichen können. Auch der Welthandel dürfte nach dem tiefen Einbruch im Vorjahr wieder deutlich zunehmen.

Die Wirtschaft der Europäischen Währungsunion bleibt voraussichtlich auch im Jahr 2021 stark geprägt durch die Corona-Pandemie, sollte jedoch nach einem schwachen Start im weiteren Jahresverlauf zunehmend an Dynamik gewinnen. Hierbei dürfte sowohl die Erholung des Welthandels unterstützend wirken als auch verbesserte Perspektiven für die Inlandsnachfrage, wenn die Beschränkungen des Wirtschaftslebens nach und nach gelockert beziehungsweise aufgehoben werden. Zudem dürfte die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank weiterhin sehr expansiv bleiben und die wirtschaftliche Erholung unterstützen. Die Investitionstätigkeit in der Eurozone sollte darüber hinaus von der beginnenden Umsetzung des EU-Wiederaufbaufonds profitieren. Insgesamt dürften diese Entwicklungen zu einer Wachstumsrate in der Europäischen Währungsunion von rund 4 % führen, wobei die Entwicklung innerhalb der Region weiter sehr heterogen bleiben sollte. Die deutsche Wirtschaft dürfte sich nach einem ähnlichen Muster entwickeln und vor allem dank einer erwarteten starken zweiten Jahreshälfte um etwa 3,5 % zulegen. Die Wirtschaft Großbritanniens sollte sich ebenfalls weiter erholen, dürfte jedoch vor allem in den ersten Monaten des Jahres noch spürbar unter den strengen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und wachstumsdämpfenden Effekten des zum 1. Januar 2021 erfolgten Austritts aus dem EU-Binnenmarkt leiden.

Auch für die US-amerikanische Volkswirtschaft erwarten wir im aktuellen Jahr mit rund 5 % ein kräftiges Wachstum, angetrieben vor allem durch eine dynamische Entwicklung des privaten Konsums und ein mögliches zusätzliches Konjunkturprogramm. Mit steigenden Impfquoten dürften sich vor allem jene Sektoren im Bereich der Dienstleistungen erholen, die stark von den pandemiebedingten Einschränkungen betroffen waren. Dies sollte auch dafür sorgen, dass die Arbeitslosigkeit noch einmal spürbar sinkt. Die US-amerikanische Zentralbank (Fed) dürfte ihre expansive Geldpolitik wie angekündigt beibehalten und die wirtschaftliche Erholung weiter unterstützen.

Die japanische Volkswirtschaft wird sich in diesem Jahr voraussichtlich mit rund 3 % eher moderat erholen, angetrieben vor allem durch kräftiges Exportwachstum im Rahmen der Erholung des globalen Handels.

In China rechnen wir mit einer kräftigen Wachstumsdynamik, da neben Industrieproduktion und Exporten auch der private Konsum mehr und mehr an Fahrt gewinnt. Auf Basis einer Erholung auf dem Arbeitsmarkt und einer verbesserten Verbraucherstimmung dürfte der Konsum in diesem Jahr deutlich zum erwarteten Wachstum von mehr als 8 % beitragen. Vor dem Hintergrund dieser robusten Entwicklung dürfte die chinesische Regierung ihre fiskalischen und monetären Unterstützungsmaßnahmen nach und nach zurückfahren.

Auch die Schwellenländer in Summe werden sich in diesem Jahr spürbar erholen, wobei sich die positiven Effekte einer Impfung gegen das Coronavirus im Vergleich zu den Industrieländern erst mit einer gewissen Verzögerung einstellen sollten. Dabei dürfte sich die Region Asien am kräftigsten erholen, jedoch bleibt die Dynamik der einzelnen Länder voraussichtlich sehr unterschiedlich. Dagegen wird die Erholung in Lateinamerika und den mittel- und osteuropäischen Volkswirtschaften voraussichtlich deutlich moderater ausfallen. Die Länder des Mittleren und Nahen Ostens dürften zwar von einer leichten Erholung des Ölpreises profitieren; im langfristigen Vergleich wird der Ölpreis nach heutiger Einschätzung aber weiterhin moderat bleiben. Zusammen genommen sollten die Schwellenländer im Jahr 2021 ein gesamtwirtschaftliches Wachstum in der Größenordnung von 6 % erzielen.

Insgesamt dürfte die Weltwirtschaft im Jahr 2021 mit einem Wachstum von etwa 5 % eine kräftige Erholung verzeichnen und mit einem im langfristigen Vergleich deutlich überdurchschnittlichen Tempo expandieren.

Prognosebericht
Automobilmärkte