Geschäftsbericht 2020

Umweltbelange

Ungefähr ein Fünftel der Treibhausgasemissionen in Europa entstehen beim Transport von Personen und Gütern auf der Straße – Tendenz steigend. Wir steuern bewusst dagegen und haben den Klimaschutz bei unseren Fahrzeugen und in unseren Werken zu einem Kernelement unserer Geschäftsstrategie gemacht.

Für uns ist das Pariser Klimaabkommen mehr als eine Verpflichtung – wir bekennen uns aus Überzeugung zu seinen Zielen und betrachten es als unseren Auftrag, durch technische Innovationen weltweit für CO2-neutrale Mobilität zu sorgen.

Bei Mercedes-Benz Cars & Vans lautet unsere Ambition: Bis 2039 soll unsere gesamte Pkw-Neufahrzeugflotte CO2-neutral werden. Erreichen wollen wir dies mit einem ganzheitlichen Ansatz: Er umfasst anspruchsvolle Ziele für alle Wertschöpfungsstufen des Automobils – von der Lieferkette über die Produktion bis hin zur Nutzungsphase und Entsorgung der Fahrzeuge. Bis 2022 wollen wir unseren Kunden in allen Segmenten von Mercedes-Benz Pkw verschiedene elektrifizierte Alternativen anbieten – vom smart bis zum großen SUV – und bis 2030 mehr als 50 % des Pkw-Absatzes mit Plug-in-Hybriden oder rein elektrischen Fahrzeugen erzielen. Des Weiteren streben wir an, bis 2030 die Treibhausgasemissionen der Neuwagenflotte während der Nutzungsphase (»well-to-wheel«) um mehr als 40 % im Vergleich zu 2018 zu reduzieren. Dieses Ziel wurde uns von der Science Based Targets Initiative bestätigt.

Bis 2039 wollen wir eine CO2-neutrale Neuwagenflotte von gewerblichen Transportern in Europa, Japan und Nordamerika. Dies umfasst die CO2-Emissionen im Fahrbetrieb (»tank-to-wheel«).

Daimler Trucks & Buses verfolgt das ultimative Ziel eines CO₂-neutralen Transports auf den Straßen bis 2050. Bis zum Jahr 2022 soll unser Fahrzeugportfolio in den Hauptabsatzregionen Europa, USA und Japan Serienfahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb umfassen. In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts planen wir, das Fahrzeugangebot zusätzlich um wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Serienfahrzeuge zu ergänzen. Da für eine vollständige Flottenerneuerung bis 2050 rund zehn Jahre nötig sind, ist es überdies unsere Ambition, bis zum Jahr 2039 in Europa, Japan und Nordamerika nur noch Neufahrzeuge anzubieten, die im Fahrbetrieb (»tank-to-wheel«) CO2-neutral sind. Die Unternehmensleitung ist dafür verantwortlich, strategische Ziele unter anderem zur Reduktion unserer CO2-Emissionen zu setzen und diese zu überprüfen.

Für all unsere Fahrzeugtypen – von Pkw und Transportern über Lkw bis hin zu Bussen – entwickeln wir rein elektrische und elektrifizierte Modellvarianten. Unsere Schwerpunkte dabei: für Pkw die batterieelektrische Mobilität, für Lkw und Busse vollelektrische Antriebe mit Batterie oder Brennstoffzelle. Im Product Steering Board (PSB) wird die Entwicklung der CO₂-Emissionen für die Pkw-Flotte für diesbezüglich regulierte Märkte überwacht und prognostiziert. Dabei berücksichtigt das PSB den steigenden Elektrifizierungsgrad der Fahrzeuge und Änderungen der gesetzlichen Anforderungen, etwa die Einführung des neuen Messverfahrens WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure). Über notwendige Maßnahmen entscheidet im Anschluss der Vorstand. Marktseitig können Preis- und Volumensteuerungsmaßnahmen das Erreichen der Ziele hingegen auch kurzfristig beeinflussen. Deshalb werden diese Maßnahmen im Rahmen der regelmäßigen Berichterstattung zur aktuellen CO2-Flotten-Compliance ebenfalls mit dem Vorstand diskutiert.

Im Berichtsjahr sind die durchschnittlichen CO2-Emissionen unserer Pkw-Gesamtflotte in Europa (Europäische Union, Vereinigtes Königreich, Norwegen und Island) unter Anwendung der gesetzlichen Regelungen auf voraussichtlich 104 g/km (NEFZ, inklusive Transporter, die als Personenkraftwagen zugelassen sind) gesunken. Damit haben wir die CO2-Ziele in Europa (Europäische Union, Vereinigtes Königreich, Norwegen und Island) in 2020 erreicht. Während im Jahr 2020 die CO2-Flottenziele basierend auf den NEFZ-Werten ermittelt wurden, werden diese im Jahre 2021 den regulatorischen Anforderungen entsprechend auf den WLTP-Werten basieren. Damit werden Verbrauchsziele angepasst und die Zertifizierungswerte steigen. Aufgrund seiner gestiegenen Relevanz haben wir im Berichtsjahr 2020 erstmals die CO2-Emissionen unserer Pkw-Gesamt Neuwagenflotte in Europa als »bedeutsamsten« nichtfinanziellen Leistungsindikator definiert. Wie wir die Entwicklung unseres CO2-Flottenverbrauch bei Pkw in Europa weiter einschätzen, entnehmen Sie dem »Prognosebericht«.

In den USA gelten zwei aufeinander abgestimmte Flottenvorgaben zur Begrenzung von Treibhausgasen und Verbräuchen: der »Greenhouse Gas«-Standard (GHG) und die »Corporate Average Fuel Economy«-Standards (CAFE). Der GHG-CO2-Flottenwert der Daimler-Fahrzeuge in den USA hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Für das Modelljahr 2020 lag dieser Wert bei 256 g CO2/mi für die Pkw-Flotte sowie 289 g CO2/mi für die leichten Nutzfahrzeugen (auf Basis der letzten Prognose). Dennoch haben wir unsere durchschnittlichen Flottenziele von 196 g CO2/mi für die Pkw-Flotte beziehungsweise 265 g CO2/mi für die leichten Nutzfahrzeuge nicht erreicht. Die verbleibende Differenz konnten wir jedoch unter Ausnutzung der im Gesetz vorgesehenen Flexibilitäten (einschließlich des Erwerbs externer Credits) schließen.

In China werden inländisch produzierte (domestic) und in das Land importierte (imported) Pkw getrennt und im Gegensatz zu Europa und den USA nach Flottenverbrauchswerten ausgewiesen. Für unsere 100 %-Tochter Mercedes-Benz China (MBCL) ist damit der Wert der Import-Flotte relevant. Das Ziel lag bei 6,27 l/100 km, erreicht wurden 8,02 l/100 km (vorläufiger Flottenverbrauchswert – bei Einberechnung von Off-Cycle Technologien kann der finale Flottenverbrauchswert besser ausfallen). Zur kurzfristigen Deckung von Verbrauchslücken in der Flottenzielerreichung werden wir externe Credits erwerben. Mit der Portfolioerweiterung bei rein elektrischen Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden wollen wir die Emissionsziele in China mittelfristig gemeinsam mit unserem Joint Venture Partner Beijing Benz Automotive (BBAC) erreichen.

Für neue schwere Nutzfahrzeuge (>16t) schreibt die EU eine Minderung des CO2-Ausstoßes von 15 % bis zum Jahr 2025 und 30 % bis zum Jahr 2030 vor (Bezugszeitraum 2019/2020). Die EU-Kommission hat hierfür eigens ein europaweit einheitliches Simulationsprogramm namens VECTO (»Vehicle Energy Consumption Calculation Tool«) samt den dazugehörigen Test- und Messverfahren für CO₂-Emissionen und Kraftstoffverbrauch gemeinsam mit Herstellern, Wissenschaftlern und weiteren Experten entwickelt. Die Daten werden europaweit erfasst und transparent gemacht. Wir haben eine klare Technologie-Roadmap definiert, um die Vorgaben der EU zu erfüllen.

Weiterführende Informationen zu Klimaschutz, Luftreinhaltung und Ressourcenschonung finden Sie ab Ende März 2021 im Daimler Nachhaltigkeitsbericht auf unserer Website: nachhaltigkeitsbericht.daimler.com

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