Geschäftsbericht 2020

Finanzlage

B.20 Net Assets (Nettovermögen) des Daimler-Konzerns zum Jahresende

2020 2019 20/19
in Millionen € Veränd. in %
Net Assets1
Immaterielle Vermögenswerte 15.686 15.077 +4
Sachanlagen 34.904 36.782 -5
Vermietete Gegenstände 17.949 18.799 -5
Vorräte 25.298 28.420 -11
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 9.929 11.045 -10
Abzgl. Rückstellungen für sonstige Risiken -19.396 -19.865 -2
Abzgl. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -11.605 -11.896 -2
Abzgl. übrige Vermögenswerte und Schulden -33.092 -33.624 -2
Vermögenswerte und Schulden aus Ertragsteuern1 2.116 2.559 -17
Eigenkapital Daimler Mobility 14.315 14.983 -4
Daimler-Konzern 56.104 62.280 -10
1 Soweit nicht Daimler Mobility zugeordnet

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Das Finanzmanagement im Daimler-Konzern umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement, das Management von Marktpreisrisiken (Währungen, Zinsen, Rohstoffpreise) sowie das Management des Pensionsvermögens und von Kreditausfall- und Länderrisiken. Das weltweite Finanzmanagement wird von der Treasury-Organisation des Daimler-Konzerns im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen für alle Konzerngesellschaften einheitlich ausgeführt. Grundsätzlich operiert es in einem vorgegebenen Rahmen von Richtlinien, Limits und Benchmarks; organisatorisch ist es auf operativer Ebene getrennt von den Funktionen Abwicklung, Finanzcontrolling, Berichterstattung und Rechnungslegung.

Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften. Die Kapitalausstattung der Mobility-, Produktions-, Vertriebs- oder Finanzierungsgesellschaften von Daimler wird nach den Grundsätzen kosten- und risikooptimaler Finanz- und Kapitalausstattung vorgenommen.

Das Liquiditätsmanagement bezweckt, dass der Konzern jederzeit seine Zahlungsverpflichtungen erfüllen kann. Hierzu erfasst der Konzern die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung. Die entstehenden Finanzierungsbedarfe werden mittels geeigneter Instrumente zur Liquiditätssteuerung (zum Beispiel Bankkredite, Commercial Paper, Anleihen) gedeckt; Liquiditätsüberschüsse legt der Konzern unter Berücksichtigung von Rendite- und Risikoerwartungen im Geld- oder Kapitalmarkt an. Unser Ziel ist es, die als notwendig erachtete Liquidität kostenoptimal bereitzustellen. Zusätzlich zur operativen Liquidität verfügt der Daimler-Konzern über weitere Liquiditätsreserven, die kurzfristig verfügbar sind. Bestandteile dieser zusätzlichen Absicherung sind am Kapitalmarkt verbriefbare Forderungen aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft, eine vertraglich zugesagte syndizierte Kreditlinie sowie eine in 2020 zusätzlich vereinbarte Kreditlinie für den Fall nicht durchführbarer Kapitalmarkttransaktionen (Bridge Facility).

Im Cash Management werden Zahlungsmittelbedarfe und-überschüsse zentral ermittelt. Dabei wird die Liquidität über Cash-Pooling-Verfahren in verschiedenen Währungen zentral auf Bankkonten des Daimler-Konzerns konzentriert. Ein Großteil von Zahlungen zwischen Konzerngesellschaften erfolgt dabei über interne Verrechnungskonten, sodass die Anzahl externer Zahlungsflüsse auf ein Mindestmaß reduziert wird. Der Daimler-Konzern hat zur Steuerung seiner Bankkonten und der internen Verrechnungskonten sowie zur Durchführung automatisierter Zahlungsvorgänge standardisierte Prozesse und Systeme etabliert.

Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen, Zinssätzen und Rohstoffen (Commodities) auf das Ergebnis der Geschäfts-felder und des Konzerns zu begrenzen. Hierzu wird zunächst das konzernweite Risikovolumen (Exposure) für diese Markt-preisrisiken ermittelt; auf dieser Basis trifft der Konzern dann Sicherungsentscheidungen. Diese beinhalten das zu sichernde Volumen, den abzusichernden Zeitraum sowie die Wahl der Sicherungsinstrumente. Die Sicherungsstrategie wird auf Konzernebene vorgegeben und bei den Segmenten einheitlich umgesetzt. Entscheidungsgremien sind regelmäßig tagende interne Komitees für Währungen, Commodities und das Asset-/Liability-Management (Liquidität und Zinsen).

Das Management von Pensionsvermögen (Planvermögen) beinhaltet die Anlage des Vermögens, das zur Deckung der Pensionsverpflichtungen vorgehalten wird. Die Planvermögen sind rechtlich vom Unternehmensvermögen separiert und überwiegend in Fonds investiert; sie stehen nicht für allgemeine Unternehmenszwecke zur Verfügung. Die Planvermögen sind ausgehend von der erwarteten Entwicklung der Pensionsverpflichtungen mithilfe einer Risiko-Rendite-Optimierung auf verschiedene Anlageklassen gestreut, beispielsweise Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, alternative Investments und Immobilien. Den Erfolg der Vermögensanlage misst der Konzern mit festgelegten Referenzindizes. Über eine konzernweite Richtlinie werden die Risiken der Kapitalanlage limitiert. Darüber hinaus bestehen lokale Regelungen für das Risikomanagement der einzelnen Planvermögen. Zusätzliche Informationen zu den Pensionsplänen und ähnlichen Verpflichtungen enthält Anmerkung 22 des »Konzernanhangs«.

Das beim Management von Kreditausfallrisiken betrachtete Risikovolumen umfasst weltweit alle Gläubigerpositionen des Daimler-Konzerns gegenüber Finanzinstituten, Emittenten von Wertpapieren und Kunden aus dem Finanzdienstleistungs- sowie dem Liefer- und Leistungsgeschäft. Das Kreditrisiko gegenüber Finanzinstituten und Emittenten von Wertpapieren ergibt sich vor allem aus der Anlage liquider Mittel im Rahmen des Liquiditätsmanagements sowie durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Das Management dieser Kreditrisiken basiert im Wesentlichen auf einem internen Limitsystem, das sich an der Bonität des Finanzinstituts beziehungsweise des Emittenten orientiert. Das Kreditrisiko gegenüber Kunden aus dem Liefer- und Leistungsgeschäft resultiert aus der Beziehung zu Vertragshändlern und Generalvertretern, sonstigen Firmenkunden sowie Privatkunden. Im Rahmen des Exportgeschäfts werden bei Generalvertretungen, die – als Ergebnis unserer Bonitätsanalysen – über keine ausreichende Bonität verfügen, im Regelfall Kreditsicherheiten, beispielsweise erstklassige Bankgarantien, angefordert. Das Kreditrisiko gegenüber Endkunden aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft steuert Daimler Mobility auf Basis eines einheitlichen Risikomanagementprozesses. In diesem Prozess werden Mindestanforderungen an das Kredit- und Leasinggeschäft definiert und Standards für die Kreditprozesse sowie für das Identifizieren, Messen und Steuern von Risiken gesetzt. Wesentliche Elemente für die Steuerung der Kreditrisiken sind eine sachgerechte Kreditbeurteilung, die durch statistische Risikoklassifizierungsverfahren unterstützt wird, sowie eine strukturierte Portfolioanalyse und -überwachung.

Das Management von Länderrisiken beinhaltet mehrere Risikoaspekte: das Risiko aus Kapitalanlagen in Tochtergesell-schaften und Joint Ventures, das Risiko aus grenzüberschrei-tenden Finanzierungen von Konzerngesellschaften in Risikoländern sowie das Risiko aus dem direkten Verkauf an Kunden in diesen Ländern. Der Daimler-Konzern verfügt über ein internes Ratingsystem, bei dem alle Länder, in denen der Daimler-Konzern operativ tätig ist, in Risikoklassen eingeteilt werden. Risiken aus grenzüberschreitenden Forderungen werden teilweise abgesichert durch Exportkreditversicherungen, Akkreditive und Bankgarantien zugunsten der Daimler AG und anderer Konzerngesellschaften. Ferner wird im Rahmen eines internen Komitees die Höhe von Hartwährungsportfolios bei Daimler-Mobility-Gesellschaften in Risikoländern festgelegt und begrenzt.

Weitergehende Informationen zum Management der Markt-preis-, Kreditausfall- und Liquiditätsrisiken enthält Anmerkung 33 des »Konzernanhangs«.

Cash Flow

Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit (vgl. Tabelle B.21) belief sich im Jahr 2020 auf 22,3 (i. V. 7,9) Mrd. € und war insbesondere geprägt durch die weltweiten Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Während im Vorjahr ein Anstieg des Leasings- und Absatzfinanzierungsportfolios den Cash Flow der Geschäftstätigkeit belastete, ergab sich durch den Rückgang des Absatzfinanzierungsgeschäfts infolge der Corona-Krise im Berichtszeitraum eine deutliche Entlastung des Cash Flows. Temporäre Produktionsunterbrechungen im zweiten Quartal 2020, die sich im Verlauf des zweiten Halbjahrs wieder erholende Kundennachfrage sowie die Maßnahmen zur aktiven Working Capital-Steuerung waren die wesentlichen Einflussfaktoren auf die Entwicklung des Working Capitals. Im Vergleich zum Vorjahr waren in allen automobilen Segmenten insgesamt positive Effekte zu verzeichnen. Des Weiteren wirkten im Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit der höhere Zahlungsmittelzufluss aus den von Beijing Benz Automotive Co., Ltd. ausgeschütteten Dividenden sowie die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Zahlungen, die im Zusammenhang mit laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und den damit zusammenhängenden Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge stehen. Das Vorjahr war insbesondere belastet durch die gezahlte Geldbuße von 870 Mio. €, die im Rahmen der Beendigung des Ordnungswidrigkeitenverfahrens gegen die Daimler AG getätigt wurde.

Gegenläufige Wirkungen ergaben sich aus der Veränderung des zahlungswirksamen Ergebnisses vor Ertragsteuern, da die gute Geschäftsentwicklung in der zweiten Jahreshälfte die negativen Folgen der COVID-19-Pandemie nicht vollumfänglich ausgleichen konnte. Darüber hinaus wirkten Zahlungen, die im Rahmen der Überprüfung und Priorisierung des Produktportfolios für die anstehende Beendigung der Produktion der X-Klasse im ersten Quartal 2020 geleistet wurden.

Aus dem Cash Flow aus der Investitionstätigkeit (vgl. Tabelle B.21) ergab sich ein Mittelabfluss von 6,4 (i. V. 10,6) Mrd. €. Der Rückgang war insbesondere auf die in Folge der eingeleiteten Einsparmaßnahmen niedrigeren Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte zurückzuführen. Positive Effekte resultierten zudem aus den im Rahmen des Liquiditätsmanagements vorgenommenen Käufen und Verkäufen von Wertpapieren und ähnlichen Geldanlagen. Im Berichtsjahr 2020 ergaben sich insgesamt höhere Mittelzuflüsse (netto). Zudem war der Cash Flow der Investitionstätigkeit im Vorjahr beeinflusst durch die im ersten Quartal 2019 durchgeführte Zusammenlegung der Mobilitätsdienste des Daimler-Konzerns und der BMW Group, die im Saldo zu Zahlungsmittelabflüssen (netto) von 0,7 Mrd. € führte. Hier wirkten insbesondere Kapitalerhöhungen in die Gemeinschaftsunternehmen.

Aus dem Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit (vgl. Tabelle B.21) resultierte im Berichtszeitraum ein Mittelabfluss von 10,7 (i. V. Mittelzufluss 5,6) Mrd. €. Der Rückgang im Vergleich zur Vorjahresperiode ist im Wesentlichen auf die Veränderung der Finanzierungsverbindlichkeiten zurückzuführen, die insbesondere im Zusammenhang mit der Refinanzierung der Leasing- und Absatzfinanzierung stehen. Positive Effekte resultierten dagegen aus der im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Dividendenzahlung an die Aktionäre der Daimler AG.

Seit dem 31. Dezember 2019 stiegen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unter Berücksichtigung von Wechselkurseffekten um 4,2 Mrd. €. Die Liquidität, die zusätzlich die verzinslichen Wertpapiere und ähnlichen Geldanlagen umfasst, erhöhte sich um 1,9 Mrd. € auf 29,4 Mrd. €.

B.21 Verkürzte Kapitalflussrechnung

Daimler-Konzern Industriegeschäft Daimler Mobility
2020 2019 2020 2019 2020 2019
in Millionen €
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresanfang 18.883 15.853 16.152 12.799 2.731 3.054
Ergebnis vor Ertragsteuern 6.339 3.830 4.913 1.699 1.426 2.131
Abschreibungen/Wertminderungen 8.957 7.751 8.653 7.597 304 154
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge sowie Ergebnis aus dem Verkauf von Aktiva -705 -737 -1.147 -824 442 87
Veränderung betrieblicher Aktiva und Passiva
Vorräte 2.039 99 1.941 1 98 98
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.339 -346 901 -410 438 64
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -299 -1.625 -285 -1.651 -14 26
Forderungen aus Finanzdienstleistungen 2.397 -4.664 -41 -8 2.438 -4.656
Vermietete Fahrzeuge 1.822 -1.156 -122 550 1.944 -1.706
Sonstige betriebliche Aktiva und Passiva 653 5.641 1.227 5.789 -574 -148
Erhaltene Dividenden von at-equity bewerteten Finanzinvestitionen 1.783 1.202 1.782 1.201 1 1
Gezahlte Ertragsteuern -1.993 -2.107 -806 -959 -1.187 -1.148
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 22.332 7.888 17.016 12.985 5.316 -5.097
Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten -8.560 -10.835 -8.472 -10.645 -88 -190
Erwerb und Erlöse aus dem Verkauf von Anteilsbesitz -402 -1.225 -404 -582 2 -643
Erwerb und Verkauf verzinslicher Wertpapiereund ähnlicher Geldanlagen 2.149 1.054 1.929 883 220 171
Sonstige Ein- und Auszahlungen 392 399 338 358 54 41
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -6.421 -10.607 -6.609 -9.986 188 -621
Veränderung der Finanzierungsverbindlichkeiten -9.503 9.404 -12.045 6.760 2.542 2.644
Dividendenzahlungen -1.245 -3.740 -1.231 -3.725 -14 -15
Sonstige Transaktionen mit Anteilseignern 1 -36 -12 -26 13 -10
Interne Eigenkapital- und Finanzierungstransaktionen - - 7.966 -2.767 -7.966 2.767
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -10.747 5.628 -5.322 242 -5.425 5.386
Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -999 121 -893 112 -106 9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresende 23.048 18.883 20.344 16.152 2.704 2.731

Die von Daimler verwendete Messgröße für die Finanzkraft seiner industriellen Aktivitäten ist der Free Cash Flow des Industriegeschäfts (vgl. Tabelle B.22), dessen Ableitung auf Grundlage der veröffentlichten Cash Flows aus der Geschäfts- und Investitionstätigkeit erfolgt. Die im Cash Flow aus der Investitionstätigkeit enthaltenen Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von verzinslichen Wertpapieren und ähnlichen Geldanlagen werden herausgerechnet, da diese Wertpapiere der Liquidität zugeordnet sind und deren Veränderung daher nicht Bestandteil des Free Cash Flows des Industriegeschäfts ist. Demgegenüber werden Effekte im Zusammenhang mit der Abbildung der Nutzungsrechte, die aus der Leasingnehmerbilanzierung resultieren und im Wesentlichen zahlungsunwirksam sind, im Free Cash Flow des Industriegeschäfts berücksichtigt.

Die übrigen Anpassungen betreffen die Effekte aus der Finanzierung konzerninterner Händler sowie Effekte aus konzerninternen Geldanlagen. Darüber hinaus werden die im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit auszuweisenden Zahlungsströme im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Veräußerung von Anteilen an Tochtergesellschaften ohne Beherrschungsverlust im Free Cash Flow berücksichtigt. In der Vorjahresperiode wirkten die Effekte aus den im Zusammenhang mit »Projekt Zukunft« durchgeführten konzerninternen Käufen und Verkäufen von Anteilsbesitz, die im Cash Flow der Investitionstätigkeit ausgewiesen und im Free Cash Flow des Industriegeschäfts storniert wurden.

Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts belief sich im Jahr 2020 auf 8,3 Mrd. € und lag deutlich über dem Vorjahreswert von 1,4 Mrd. €. Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts hat damit die im Prognosebericht zum 31. Dezember 2019 veröffentlichten Erwartungen vollumfänglich erfüllt.

Der Anstieg des Free Cash Flows im Industriegeschäft um 6,9 auf 8,3 Mrd. € ist insbesondere geprägt durch die weltweiten Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Temporäre Produktionsunterbrechungen im zweiten Quartal 2020, die sich im Verlauf des zweiten Halbjahrs wieder erholende Kundennachfrage sowie die Maßnahmen zur aktiven Working Capital Steuerung waren die wesentlichen Einflussfaktoren auf die Entwicklung des Working Capitals. Im Vergleich zum Vorjahr waren in allen automobilen Segmenten insgesamt positive Effekte zu verzeichnen. Des Weiteren zeigten die eingeleiteten Einsparmaßnahmen Wirkung und führten zu rückläufigen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Positive Effekte resultierten außerdem aus dem höheren Zahlungsmittelzufluss aus den von Beijing Benz Automotive Co., Ltd. ausgeschütteten Dividenden sowie aus im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Zahlungen, die im Zusammenhang mit laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und den damit zusammenhängenden Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge stehen. Im Vorjahr wirkte insbesondere die gezahlte Geldbuße von 870 Mio. €, die im Rahmen der Beendigung des Ordnungswidrigkeitenverfahrens gegen die Daimler AG getätigt wurde.

B.22 Free Cash Flow des Industriegeschäfts

2020 2019 20/19
in Millionen € Veränderung
Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit 17.016 12.985 +4.031
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -6.609 -9.986 +3.377
Veränderung der verzinslichen Wert-
papiere und ähnlichen Geldanlagen
-1.929 -883 -1.046
Nutzungsrechte -351 -987 +636
Übrige Anpassungen 132 239 -107
Free Cash Flow des Industriegeschäfts 8.259 1.368 +6.891
Rechtliche Verfahren (und damit zusammenhängende Maßnahmen) 595 1.341 -746
Restrukturierungsmaßnahmen 301 - +301
M&A-Transaktionen - - -
Bereinigter Free Cash Flow des ­Industriegeschäfts 9.155 2.709 +6.446

Gegenläufige Wirkungen ergaben sich aus der Veränderung des zahlungswirksamen Ergebnisses vor Ertragsteuern, da die gute Geschäftsentwicklung in der zweiten Jahreshälfte die negativen Folgen der COVID-19-Pandemie nicht vollumfänglich ausgleichen konnte. Darüber hinaus wirkten Zahlungen, die im Rahmen der Überprüfung und Priorisierung des Produktportfolios für die anstehende Beendigung der Produktion der X-Klasse im ersten Quartal 2020 geleistet wurden.

Zur transparenteren Darstellung des laufenden Geschäfts ermitteln und berichten wir zudem ab dem ersten Quartal 2020 einen bereinigten Free Cash Flow des Industriegeschäfts (vgl. Tabelle B.22). In den Bereinigungen aus rechtlichen Verfahren sind Zahlungen des Industriegeschäfts enthalten, die im Zusammenhang mit laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und den damit zusammenhängenden Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge stehen. Die Bereinigungen aus Restrukturierungsmaßnahmen beinhalten die Zahlungen, die im Rahmen der Überprüfung und Priorisierung des Produktportfolios geleistet wurden. Der bereinigte Free Cash Flow des Industriegeschäfts führte zu einem Zahlungsmittelzufluss von 9,2 (i.V. 2,7) Mrd. €.

Im Jahr 2020 führte der Free Cash Flow des Daimler-Konzerns zu einem Mittelzufluss von 13,4 (i. V. Mittelabfluss 4,8) Mrd. €. Neben den Effekten aus dem Free Cash Flow des Industriegeschäfts ist der Free Cash Flow des Daimler-Konzerns insbesondere durch das Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäft von Daimler Mobility beeinflusst. Zudem wirkten im Vorjahr die Zahlungsmittelabflüsse (netto) infolge der Zusammenlegung der Mobilitätsdienste des Daimler-Konzerns und der BMW Group.

B.23 Überleitung vom CFBIT zum Free Cash Flow des Industriegeschäfts

2020 2019
in Millionen €
CFBIT Mercedes-Benz Cars & Vans 7.048 598
CFBIT Daimler Trucks & Buses 2.513 2.654
Gezahlte/erstattete Ertragsteuern -806 -959
Gezahlte/erhaltene Zinsen 21 -388
Übrige Überleitungsposten -517 -537
Free Cash Flow des Industriegeschäfts 8.259 1.368

Neben der Ableitung auf Grundlage der veröffentlichten Cash Flows aus der Geschäfts- und Investitionstätigkeit kann der Free Cash Flow des Industriegeschäfts auf Basis der Cash Flows vor Zinsen und Steuern (CFBIT) der automobilen Segmente abgeleitet werden. Die Überleitung vom CFBIT von Mercedes-Benz Cars & Vans und Daimler Trucks & Buses zum Free Cash Flow des Industriegeschäfts umfasst darüber hinaus die gezahlten Steuern und Zinsen. Die übrigen Überleitungsposten beinhalten neben den Eliminierungen zwischen den Segmenten die Sachverhalte, die dem Industriegeschäft zuzuordnen sind, aber nicht von den automobilen Segmenten verantwortet werden. In der Tabelle B.23 wird die Überleitung vom CFBIT der automobilen Segmente zum Free Cash Flow des Industriegeschäfts dargestellt.

Der CFBIT der automobilen Segmente leitet sich aus dem EBIT und der Veränderung der Net Assets ab und enthält auch die Zugänge der Nutzungsrechte. Die Tabelle B.24 zeigt für Mercedes-Benz Cars & Vans und Daimler Trucks & Buses die Zusammensetzung des CFBIT. In der Tabelle B.25 wird für die automobilen Segmente die Überleitung vom CFBIT zum bereinigten CFBIT sowie die bereinigte Cash Conversion Rate dargestellt. Während Mercedes-Benz Cars & Vans mit einer bereinigten Cash Conversion Rate von 1,2 die zum 30. September 2020 auf 1 angepasste Prognose erfüllte, erzielte Daimler Trucks & Buses mit 3,7 eine bereinigte Cash Conversion Rate, die deutlich über der zum 30. September 2020 auf 2 verbesserten Prognose lag. Ursprünglich war im Lagebericht zum 31. Dezember 2019 für Mercedes-Benz Cars & Vans eine bereinigte Cash Conversion Rate von 0,7 bis 0,9 und für Daimler Trucks & Buses von 0,8 bis 1,0 prognostiziert worden.

B.24 CFBIT

Mercedes-Benz Cars & Vans Daimler Trucks & Buses
2020 2019 2020 2019
in Millionen €
EBIT 5.172 -109 525 2.672
Veränderung im Working Capital 1.560 -1.916 980 -149
Nettofinanzinvestitionen -301 -314 -77 -138
Nettoinvestitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -7.567 -9.834 -888 -1.334
Abschreibungen/Wertminderungen 7.303 6.289 1.349 1.315
Übrige 881 6.482 624 288
CFBIT 7.048 598 2.513 2.654

B.25 Überleitung zum bereinigten CFBIT

Mercedes-Benz Cars & Vans Daimler Trucks & Buses
2020 2019 2020 2019
in Millionen €
CFBIT 7.048 598 2.513 2.654
Rechtliche Verfahren (und damit zusammenhängende Maßnahmen) 568 1.341 - -
Restrukturierungsmaßnahmen 301 - - -
M&A-Transaktionen - - - -
Bereinigter CFBIT 7.917 1.939 2.513 2.654
Bereinigtes EBIT 6.802 6.151 678 2.672
Bereinigte Cash Conversion Rate1 1,2 0,3 3,7 1,0
1 Die bereinigte Cash Conversion Rate berechnet sich aus dem Verhältnis von bereinigtem CFBIT zu bereinigtem EBIT.

Die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts (vgl. Tabelle B.26) errechnet sich als Bestand der bilanziell ausgewiesenen Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und der in das Liquiditätsmanagement einbezogenen verzinslichen Wertpapiere und ähnlichen Geldanlagen abzüglich des währungsgesicherten Rückzahlungsbetrags der Finanzierungsverbindlichkeiten. Soweit die konzerninterne Refinanzierung des Finanzdienstleistungsgeschäfts durch Gesellschaften des Industriegeschäfts erfolgt, wird diese bei der Ermittlung der Verschuldung des Industriegeschäfts abgezogen.

Seit dem 31. Dezember 2019 erhöhte sich die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts um 6,9 Mrd. € auf 17,9 Mrd. €. Der Anstieg ist insbesondere auf den positiven Free Cash Flow des Industriegeschäfts zurückzuführen, der durch die Zahlung der Dividende an die Aktionäre der Daimler AG teilweise kompensiert wurde.

Die auf Konzernebene vor allem aus der Refinanzierung des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts resultierende Netto-Verschuldung hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2019 um 18,5 Mrd. € auf 115,2 Mrd. € verringert. (Vgl. Tabelle B.27)

Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielleVerpflichtungen

Zum 31. Dezember 2020 betrug der bestmögliche Schätzwert der Eventualverbindlichkeiten 2,8 (i. V. 1,6) Mrd. €.

Im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist der Konzern zudem sonstige finanzielle Verpflichtungen eingegangen, die über die in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2020 ausgewiesenen Verbindlichkeiten hinausgehen. Diese betreffen vertragliche Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und vermieteten Gegenständen sowie unwiderrufliche Kreditzusagen.

Detaillierte Informationen zu Eventualverbindlichkeiten und sonstigen finanziellen Verpflichtungen können der Anmerkung 31 des »Konzernanhangs« entnommen werden.

Refinanzierung

Die von Daimler im Jahr 2020 durchgeführten Finanzierungen dienten vor allem der Refinanzierung des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts. Daimler nutzte dafür ein breites Spektrum von unterschiedlichen Finanzierungsinstrumenten in verschiedenen Währungen und Märkten. Diese beinhalten Bankkredite, kurzfristige Schuldverschreibungen im Geldmarktbereich (Commercial Paper), Anleihen mit mittleren und langen Laufzeiten im Kapitalmarkt, Schuldscheindarlehen, die Kundeneinlagen bei der Mercedes-Benz Bank sowie die Verbriefung von Kundenforderungen des Finanzdienstleistungsgeschäfts (Asset-Backed Securities).

B.26 Netto-Liquidität des Industriegeschäfts

31.12.2020 31.12.2019 20/19
in Millionen € Veränderung
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 20.344 16.152 +4.192
Verzinsliche Wertpapiere und ähnliche Geldanlagen 5.468 7.522 -2.054
Liquidität 25.812 23.674 +2.138
Finanzierungsverbindlichkeiten -9.168 -13.289 +4.121
Marktbewertung und Währungsabsicherung für Finanzierungsverbindlichkeiten 1.211 612 +599
Finanzierungsverbindlichkeiten (nominal) -7.957 -12.677 +4.720
Netto-Liquidität 17.855 10.997 +6.858

B.27 Netto-Verschuldung des Daimler-Konzerns

31.12.2020 31.12.2019 20/19
in Millionen € Veränderung
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 23.048 18.883 +4.165
Verzinsliche Wertpapiere und ähnliche Geldanlagen 6.397 8.655 -2.258
Liquidität 29.445 27.538 +1.907
Finanzierungsverbindlichkeiten -145.842 -161.780 +15.938
Marktbewertung und Währungsabsicherung für Finanzierungsverbindlichkeiten 1.224 579 +645
Finanzierungsverbindlichkeiten (nominal) -144.618 -161.201 +16.583
Netto-Verschuldung -115.173 -133.663 +18.490

Für längerfristige Mittelaufnahmen am Kapitalmarkt existieren verschiedene Emissionsprogramme. Dazu zählt beispielsweise das 70 Mrd. € umfassende Euro-Medium-Term-Note (EMTN)-Programm, unter dem die Daimler AG und mehrere Tochtergesellschaften Anleihen in verschiedenen Währungen emittieren können. Daneben bestehen weitere, im Vergleich zum EMTNProgramm jedoch deutlich kleinere, lokale Kapitalmarktprogramme. Derartige Programme ermöglichen eine flexible, wiederholte Inanspruchnahme der Kapitalmärkte.

Die Situation an den Anleihemärkten wurde im Berichtsjahr maßgeblich durch die COVID-19-Pandemie beeinflusst. Die unterstützenden Maßnahmen der Politik und der Notenbanken führten dazu, dass in der zweiten Jahreshälfte die Risikoaufschläge für Unternehmen mit einem Rating im Investment-Grade-Bereich wieder ein moderates Niveau erreichten.

B.28 Benchmark-Emissionen

Emittentin Volumen Monat der Emission Fälligkeit
Daimler Finance North America LLC 1.250 Mio. US$ 03.2020 03.2023
Daimler Finance North America LLC 450 Mio. US$ 03.2020 03.2025
Daimler Finance North America LLC 450 Mio. US$ 03.2020 03.2030
Daimler AG 1.500 Mio. € 04.2020 04.2025
Daimler AG 1.000 Mio. € 05.2020 08.2023
Daimler AG 1.250 Mio. € 05.2020 08.2026
Daimler AG 750 Mio. € 05.2020 05.2030
Daimler AG 1.000 Mio. € 09.2020 09.2030

B.29 Refinanzierungsinstrumente

Durchschnittszinssätze Buchwerte
31.12.2020 31.12.2019 31.12.2020 31.12.2019
in % in Millionen €
Anleihen und Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen 1,60 2,03 93.230 99.557
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2,25 2,68 32.391 39.811
Einlagen aus Direktbankgeschäft 0,40 0,50 14.516 13.119

Im Berichtszeitraum deckte der Konzern seinen Refinanzierungsbedarf insbesondere durch die Emission von Anleihen. Ein Großteil dieser Papiere wurde in Form von sogenannten Benchmark-Emissionen (Anleihen mit hohem Nominalvolumen) durch die Daimler AG im Euro-Markt und die Daimler Finance North America LLC im US-Dollar-Raum platziert. Darin enthalten ist eine »grüne Anleihe« im Volumen von 1,0 Mrd. €. Weitere Informationen zu dieser Anleihe finden sich im Kapitel »Nachhaltigkeit bei Daimler«. (Vgl. Tabelle B.28)

Am chinesischen Kapitalmarkt konnte die Daimler International Finance B.V. drei Anleihen, sogenannte Panda Bonds, mit einem Gesamtvolumen von 6,0 Mrd. CNY platzieren. Darüber hinaus wurde im Konzern eine Vielzahl kleinerer Anleihen in verschiedenen Währungen und Märkten begeben.

Im Jahr 2020 hat Daimler zudem in geringem Umfang auch Commercial-Paper-Emissionen durchgeführt.

Im Berichtsjahr wurden Asset-Backed Securities (ABS) in weltweit acht Ländern emittiert. In den USA wurde im Jahr 2020 in sieben Transaktionen ein Refinanzierungsvolumen über insgesamt 8,8 Mrd. USD generiert. Darüber hinaus wurden in Deutschland zwei ABS-Anleihen mit einem Refinanzierungsvolumen von 2,4 Mrd. € emittiert, von denen 1,3 Mrd. € am Markt platziert wurden. Die restlichen 1,1 Mrd. € an Wertpapieren hat die Mercedes-Benz Bank AG selbst erworben (»retained interests«). Die Wertpapiere können als Sicherheit für Offenmarktgeschäfte mit der Deutschen Bundesbank genutzt werden. Im Geschäftsjahr 2020 sind der Mercedes-Benz AG aus diesen Offenmarktgeschäften 0,9 Mrd. € zugeflossen. Des Weiteren wurden in China drei ABS-Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 15,5 Mrd. CNY durchgeführt. Auch in Kanada, Australien, Großbritannien, Frankreich und Südkorea konnten ABS-Transaktionen erfolgreich bei Investoren platziert werden.

Eine weitere wichtige Säule der Refinanzierung waren auch im Jahr 2020 Bankkredite. Diese Kredite wurden sowohl von global agierenden Banken als auch von national operierenden Banken bereitgestellt. Kreditgeber waren daneben supranationale Banken (beispielsweise die Europäische Investitionsbank) und die brasilianische Entwicklungsbank.

Seit Juli 2018 steht Daimler eine mit einem Konsortium internationaler Banken geschlossene syndizierte Kreditlinie mit einem Volumen von 11 Mrd. € zur Verfügung. Nach Ausübung einer Verlängerungsoption um ein weiteres Jahr gewährt sie Daimler zusätzliche finanzielle Flexibilität bis zum Jahr 2025. Daimler beabsichtigt nicht, die Kreditlinie in Anspruch zu nehmen.

Des Weiteren steht Daimler seit Anfang April 2020 eine zusätzlich vereinbarte Kreditlinie zur Verfügung (Bridge Facility). Nach Durchführung von Kapitalmarkttransaktionen im Jahr 2020 hat sich der ursprünglich vereinbarte Betrag von 12,0 Mrd. € auf 8,8 Mrd. € reduziert. Zum 31. Dezember 2020 wurde die noch verfügbare Kreditlinie nicht in Anspruch genommen.

Die Buchwerte der wesentlichen Refinanzierungsinstrumente sowie die gewogenen Durchschnittszinssätze sind in Tabelle B.29 dargestellt. Diese entfallen zum 31. Dezember 2020 überwiegend auf die folgenden Währungen: 46 % auf Euro, 24 % auf US-Dollar, 10 % auf Chinesische Renminbi, 3 % auf Britische Pfund, 3 % auf Kanadische Dollar und 3 % auf Japanische Yen.

Zum 31. Dezember 2020 betrugen die in der Konzernbilanz ausgewiesenen gesamten Finanzierungsverbindlichkeiten 145,8 (i. V. 161,8) Mrd. €.

Detaillierte Informationen zu den Beträgen und Laufzeiten der wesentlichen Posten der Finanzierungsverbindlichkeiten können den Anmerkungen 24 und 33 des »Konzernanhangs« entnommen werden. Anmerkung 33 des »Konzernanhangs« gibt zudem Auskunft über die Fälligkeiten der übrigen finanziellen Verbindlichkeiten.

Rating

Das Kreditrating der Daimler AG hat sich im Geschäftsjahr 2020 bei drei der von uns beauftragten Agenturen verändert. Fitch Ratings und S&P Global Ratings haben ihre Einstufung des langfristigen Ratings um jeweils eine Bewertungsstufe zurückgenommen. DBRS hat das Langfristrating um zwei Stufen abgesenkt und das Kurzfristrating von R-1 (low) auf R-2 (high) herabgestuft. Die Langfrist- und Kurzfristratings der Daimler AG beziehungsweise ihrer Finanzgesellschaften bei Moody’s Investors Service und Scope Ratings blieben im Jahresverlauf 2020 unverändert. (Vgl. Tabelle B.30)

Am 26. März 2020 stufte S&P Global Ratings (S&P) das langfristige Unternehmensrating der Daimler AG von A- auf BBB+ herunter. Der Ausblick wurde auf »negativ« belassen. Das Kurzfristrating blieb mit A-2 unverändert. S&P begründete diese Maßnahme im Wesentlichen mit den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den Absatz von Daimler, der niedriger als ursprünglich erwartet ausfallen werde. Darüber hinaus würden Produktionskürzungen den Umsatz und den Cash Flow des Konzerns im Jahr 2020 belasten.

Am 21. Januar 2021 hat S&P den Ausblick für unser langfristiges Rating von »negativ« auf »stabil« geändert. S&P erwartet, dass Daimler zunehmend von einer Stabilisierung der Nachfrage, den Kostensenkungsmaßnahmen und einem günstigeren Modellmix profitieren wird. Insgesamt rechnet S&P damit, dass sich diese Faktoren positiv auf die Profitabilität und den industriellen Free Cash Flow auswirken werden.

Am 14. April 2020 senkte Fitch Ratings (Fitch) das langfristige Emittenten-Rating von A- auf BBB+ mit stabilem Ausblick für die Daimler AG. Das Kurzfristrating blieb mit F1 unverändert. Fitch begründete diesen Schritt mit der Verschlechterung des Finanzprofils des Konzerns. Fitch erwartet, dass sich eine Erholung nur langsam vollziehen werde. Ferner geht Fitch davon aus, dass ein anhaltend geschwächtes wirtschaftliches Umfeld und dessen Auswirkungen auf den Verkauf von Neuwagen und schweren Lastkraftwagen in den nächsten ein bis zwei Jahren die strukturellen Herausforderungen für den Konzern verschärfen werden.

Die kanadische Agentur DBRS hat das Langfristrating der Daimler AG und ihrer in das Rating einbezogenen Tochtergesellschaften am 11. August 2020 von A auf BBB (high) herabgestuft. Gleichzeitig senkte DBRS das Kurzfristrating von R-1 (low) auf R-2 (high). Der Ausblick wurde dagegen von »negativ« auf »stabil« gesetzt. DBRS begründete diese Veränderung mit dem strukturellen Gegenwind, der durch die globale Eskalation der COVID-19-Pandemie erheblich verschärft wurde. Dieser bestünde maßgeblich in der Elektrifizierung des Produktportfolios von Daimler, den laufenden Investitionen in autonomes Fahren und damit verbundene Aufwendungen bei Mercedes-Benz Cars.

B.30 Rating

Ende 2020 Ende 2019
Langfristiges Rating
S&P BBB+ A-
Moody‘s A3 A3
Fitch BBB+ A-
Scope A A
DBRS BBB (high) A
Kurzfristiges Rating
S&P A-2 A-2
Moody‘s P-2 P-2
Fitch F1 F1
Scope S-1 S-1
DBRS R-2 (high) R-1 (low)
Ertragslage
Vermögenslage