Geschäftsbericht 2020

Ertragslage

Gewinn- und Verlustrechnung des Daimler-Konzerns

Der Umsatz des Daimler-Konzerns lag im Jahr 2020 mit 154,3 (i. V. 172,7) Mrd. € deutlich unter dem Vorjahreswert. Auch bereinigt um negative Wechselkursveränderungen lag der Umsatz deutlich unter dem Vorjahreswert. (Vgl. Tabelle B.13 und B.14)

Wir hatten im Lagebericht 2019 für den Daimler-Konzern einen Umsatz auf Vorjahresniveau prognostiziert. Infolge der starken Belastungen durch die COVID-19-Pandemie in den automobilen Segmenten haben wir diese Einschätzung im Laufe des Jahres 2020 im Rahmen unserer Kapitalmarktberichterstattungen auf die Erwartung eines Umsatzes deutlich unter dem Vorjahresniveau angepasst.

Die Umsatzkosten betrugen im Berichtsjahr 128,7 Mrd. € und gingen gegenüber dem Vorjahr um 10,3 % zurück. Der Rückgang der Umsatzkosten ist verursacht durch Produktions- und Kostenanpassungen als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie. Gegenläufig wirkten sich Aufwendungen im Zusammenhang mit der Anpassung und Neuausrichtung der Kapazitäten innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks im Segment Mercedes-Benz Cars & Vans negativ auf die Umsatzkosten aus. Im Segment Daimler Mobility belasteten erhöhte Aufwendungen für Kreditrisikovorsorge sowie die Wertminderung einer Softwarelösung im Rahmen der Optimierung der IT-Architektur die Umsatzkosten.

Im Vorjahr hatte eine Neueinschätzung von Risiken im Zusammenhang mit laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge in verschiedenen Regionen zu starken Ergebnisbelastungen in den Umsatzkosten geführt. Darüber hinaus belasteten im Vorjahr Aufwendungen im Zusammenhang mit einer aktualisierten Risikobewertung für einen erweiterten Rückruf von Takata-Airbags in Europa und weiteren Märkten und Aufwendungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Produktion der X-Klasse die Umsatzkosten. (Vgl. Tabelle B.14)

B.13 Umsatz nach Segmenten und Regionen

2020 2019 20/19
in Millionen € Veränd. in %
Daimler-Konzern 154.309 172.745 -11
Segmente
Mercedes-Benz Cars & Vans 98.576 106.897 -8
Daimler Trucks & Buses 34.671 44.429 -22
Daimler Mobility 27.699 28.646 -3
Überleitung -6.637 -7.227 8
Regionen
Europa 64.226 69.541 -8
davon Deutschland 25.262 26.339 -4
Nordamerika 42.937 52.196 -18
davon USA 37.801 45.422 -17
Asien 39.944 40.657 -2
davon China 21.343 18.954 13
Übrige Märkte 7.202 10.351 -30

B.14 Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung

Daimler-Konzern Daimler Mobility Daimler Mobility
2020 2019 2020 2019 2020 2019
in Millionen €
Umsatzerlöse 154.309 172.745 126.610 144.099 27.699 28.646
Umsatzkosten -128.721 -143.580 -104.153 -118.626 -24.568 -24.954
Bruttoergebnis vom Umsatz 25.588 29.165 22.457 25.473 3.131 3.692
Vertriebskosten -11.058 -12.801 -10.375 -12.038 -683 -763
Allgemeine Verwaltungskosten -3.534 -4.050 -2.752 -3.139 -782 -911
Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten -6.116 -6.586 -6.116 -6.586 - -
Sonstiges betriebliches Ergebnis 1.280 -1.632 1.119 -2.517 161 885
Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzinvestitionen 797 479 1.157 1.245 -360 -766
Übriges Finanzergebnis -354 -262 -323 -265 -31 3
EBIT 6.603 4.313 5.167 2.173 1.436 2.140
Zinsergebnis -264 -483 -254 -474 -10 -9
Ergebnis vor Ertragsteuern 6.339 3.830 4.913 1.699 1.426 2.131
Ertragsteuern -2.330 -1.121 -1.817 -505 -513 -616
Konzernergebnis 4.009 2.709 3.096 1.194 913 1.515
davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis 382 332
davon Anteile der Aktionäre der Daimler AG 3.627 2.377
Ergebnis je Aktie
(in €) auf Basis des Ergebnisanteils der Aktionäre der Daimler AG
Unverwässert 3,39 2,22
Verwässert 3,39 2,22

Insgesamt ging das Bruttoergebnis vom Umsatz von 16,9 % auf 16,6 % zurück.

Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und die daraus resultierenden Maßnahmen führten auch in den anderen Funktionskostenbereichen zu Kostenreduktionen.

Die Vertriebskosten gingen um 1,7 Mrd. € auf 11,1 Mrd. € zurück. Der Anteil der Vertriebskosten an den Umsatzerlösen verringerte sich von 7,4 % auf 7,2 %. (Vgl. Tabelle B.14)

Im abgelaufenen Geschäftsjahr verringerten sich die allgemeinen Verwaltungskosten um 0,5 Mrd. € auf 3,5 Mrd. €. Der Anteil der allgemeinen Verwaltungskosten an den Umsatzerlösen blieb mit 2,3 (i. V. 2,3) % auf dem Niveau des Vorjahres. (Vgl. Tabelle B.14)

Die Forschungs- und nicht aktivierten Entwicklungskosten lagen im Geschäftsjahr mit 6,1 Mrd. € unter dem Niveau des Vorjahres (i. V. 6,6 Mrd. €). Diese stehen in erster Linie im Zusammenhang mit der Entwicklung neuer Modelle, den Vorleistungen für die Erneuerung bestehender Modelle und der Weiterentwicklung von kraftstoffeffizienten und umweltschonenden Antriebsarten sowie Sicherheitstechnologien, dem automatisierten und autonomen Fahren und der digitalen Vernetzung unserer Produkte. Der Anteil der Forschungs- und nicht aktivierten Entwicklungskosten an den Umsatzerlösen stieg von 3,8 % auf 4,0 % an. Weitere Informationen zu den Forschungs- und Entwicklungsleistungen des Konzerns können dem Kapitel »Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Geschäftsverlauf«, Abschnitt »Investitions- und Forschungstätigkeit« entnommen werden. (Vgl. Tabelle B.14)

Das sonstige betriebliche Ergebnis lag mit 1,3 Mrd. (i. V. -1,6 Mrd.) € über dem Vorjahresniveau. Das Jahr 2019 beinhaltete deutlich höhere Aufwendungen im Zusammenhang mit laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge in verschiedenen Regionen. Darüber hinaus war im Vorjahr ein Ertrag von 0,7 Mrd. € aus der Zusammenlegung der Geschäftseinheiten für Mobilitätsdienste des Daimler-Konzerns und der BMW Group enthalten. (Vgl. Tabelle B.14)

Im Jahr 2020 lag das Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzinvestitionen mit 0,8 (i. V. 0,5) Mrd. € über dem Niveau des Vorjahres. Ergebnisverbessernd wirkten sich um 0,5 Mrd. € geringere Ergebnisbelastungen aus den Mobilitätsdiensten der YOUR NOW-Gruppe sowie ein um 0,2 Mrd. € gestiegenes Ergebnis aus der There Holding B. V. aus. Gegenläufig ergaben sich im Jahr 2020 Ergebnisbelastungen aus der Wertminderung der Anteile an BAIC Motor Corporation Ltd. (BAIC Motor) von 0,3 Mrd. €. (Vgl. Tabelle B.14)

Das übrige Finanzergebnis verschlechterte sich um 0,1 Mrd. € auf -0,4 Mrd. €. (Vgl. Tabelle B.14)

Das Ergebnis vor Zinsergebnis und Ertragsteuern (EBIT) lag im Geschäftsjahr 2020 mit 6,6 Mrd. € deutlich über dem Vorjahreswert von 4,3 Mrd. €. Das bereinigte EBIT betrug 8,6 (i. V. 10,3) Mrd. €. Wechselkurseffekte wirkten sich im Saldo positiv aus. (Vgl. Tabelle B.14)

Die Überleitung vom EBIT zum bereinigten EBIT ist in Tabelle B.16 enthalten.

Für den Daimler-Konzern haben wir einen EBIT deutlich über dem Niveau des Vorjahres prognostiziert. Aufgrund der andauernden COVID-19-Pandemie haben wir diese Prognose im Laufe des Jahres im Rahmen unserer Kapitalmarktberichterstattungen auf die Erwartung eines EBIT auf Vorjahresniveau angepasst. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen konnte der Daimler-Konzern diese Erwartung aufgrund eines starken vierten Quartals deutlich übertreffen.

Das Zinsergebnis verbesserte sich um 0,2 Mrd. € auf -0,3 (i. V. -0,5) Mrd. €. (Vgl. Tabelle B.14)

Der unter den Ertragsteuern ausgewiesene Steueraufwand von -2,3 (i. V. -1,1) Mrd. € erhöhte sich im Wesentlichen aufgrund des gestiegenen Vorsteuergewinns. Die Steuerquote lag im Berichtsjahr bei 36,8 (i. V. 29,3) %. Im Jahr 2020 führte die Bildung von Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern sowie steuerlich nicht abziehbare Aufwendungen, welche im Wesentlichen im Zusammenhang mit Beteiligungen standen, zu einer Erhöhung der Steuerquote. (Vgl. Tabelle B.14)

Das Konzernergebnis lag mit 4,0 (i. V. 2,7) Mrd. € deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres. Dabei entfiel auf nicht beherrschende Anteile ein Gewinn von 0,4 (i. V. 0,3) Mrd. €. Der Anteil der Aktionäre der Daimler AG am Konzernergebnis betrug 3,6 (i. V. 2,4) Mrd. €; dies führte zu einem Anstieg des Ergebnisses je Aktie auf 3,39 (i. V. 2,22) €. (Vgl. Tabelle B.14)

Für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie wurde eine durchschnittliche Anzahl an ausstehenden Aktien von unverändert 1.069,8 Mio. Stück zugrunde gelegt.

Weitere Informationen zu den einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind in Anmerkung 4 ff. des »Konzernanhangs« enthalten.

Umsatz und EBIT der Segmente

Der Umsatz von Mercedes-Benz Cars & Vans sank im Geschäftsjahr 2020 aufgrund des deutlichen Absatzrückgangs durch die weltweiten Folgen der COVID-19-Pandemie um 8 % auf 98.576 (i. V. 106.897) Mio. €. Der Umsatz des Segments lag damit – entsprechend unserer im Lauf des Jahres angepassten Prognose – deutlich unter dem Niveau des Vorjahres; ursprünglich hatten wir im Lagebericht 2019 einen Umsatz auf Vorjahresniveau prognostiziert.

Die rückläufige Absatzentwicklung, insbesondere in Europa und Nordamerika, beeinflusste das Bruttoergebnis vom Umsatz stark negativ. Gegenläufig ergab sich ein positiver Effekt aus einer günstigeren Absatzstruktur sowie einer verbesserten Preisdurchsetzung. Aufwendungen für Produktmehrinhalte und ein höheres Abschreibungsniveau belasteten das Bruttoergebnis vom Umsatz, welche aber durch die infolge der COVID-19-Pandemie eingeleiteten Effizienzmaßnahmen kompensiert werden konnten. Folglich stieg das Bruttoergebnis vom Umsatz von 16,5 % auf 17,6 %. Darüber hinaus führten die eingeleiteten Maßnahmen, unter anderem die Nutzung von Kurzarbeit in Deutschland sowie die anhaltende und erfolgreiche Kostendisziplin, auch zu einer Kostenreduktion in den übrigen Funktionskostenbereichen.

Des Weiteren belasteten Restrukturierungsaufwendungen von 1.476 Mio. € das Ergebnis des Segments. Diese beinhalten ­Aufwendungen zur Anpassung und Neuausrichtung der Kapazitäten innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks von 871 Mio. €, die im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Verkauf des Pkw-Werks im französischen Hambach sowie mit Kapazitätsanpassungen in den Werken in Aguascalientes (Mexiko), Tuscaloosa (USA) und Iracemápolis (Brasilien) stehen. Darüber hinaus umfassten die Restrukturierungsaufwendungen Personalkostenoptimierungsprogramme von 605 Mio. €. Effekte aus laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge führten zu einer Ergebnisbelastung von 154 Mio. €. Im Vorjahr war das Ergebnis in wesentlichem Umfang durch Einzelsachverhalte im Zusammenhang mit laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge (4.491 Mio. €) sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Rückruf von Takata-Airbags (941 Mio. €) belastet. Des Weiteren führten Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Produktion der X-Klasse (828 Mio. €) zu einem Rückgang des Vorjahresergebnisses.

Das EBIT belief sich auf 5.172 (i. V. -109) Mio. €; das bereinigte EBIT belief sich auf 6.802 (i. V. 6.151) Mio. €. Die bereinigte Umsatzrendite lag mit 6,9 % über dem bereinigten Vorjahreswert von 5,8 %. Im Lagebericht 2019 wurde für das Segment eine bereinigte Umsatzrendite zwischen 4 % und 5 % prognostiziert. Diese haben wir im Laufe des Jahres im Rahmen unserer Kapitalmarktberichterstattungen auf die Erwartung einer bereinigten Umsatzrendite von 4,5 % bis 5,5 % angepasst. Diese Erwartung konnte das Segment Mercedes-Benz Cars & Vans aufgrund eines starken vierten Quartals deutlich übertreffen. (Vgl. Tabelle B.15)

Infolge eines deutlichen Absatzrückgangs verzeichnete Daimler Trucks & Buses im Jahr 2020 einen Umsatzrückgang um 22 % auf 34.671 (i. V. 44.429) Mio. €. Das Segment erzielte einen Umsatz deutlich unter dem Niveau des Vorjahres und bestätigte somit unsere Prognose zu Beginn des Jahres.

Die Umsatzentwicklung im Jahr 2020 war stark negativ von Volumenrückgängen geprägt. Die rückläufige Absatzentwicklung betraf alle Regionen und war im Wesentlichen auf Marktrückgänge infolge einer erwarteten Zyklizität sowie der COVID-19-Pandemie zurückzuführen. Negativ wirkte zudem ein nachfragebedingt rückläufiger Beitrag aus dem Aftersalesgeschäft. Die Umsatzkosten lagen entsprechend signifikant unter denen des Vorjahres und wurden darüber hinaus durch Zuführungen zur Garantierückstellung belastet. Das Bruttoergebnis vom Umsatz ging von 18,5 % auf 15,2 % zurück. Die eingeleiteten Maßnahmen zu Kosten- und Kapazitätsanpassungen als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie, unter anderem die Nutzung von Kurzarbeit in Deutschland, führten zu einer Kostenreduktion in allen Funktionskostenbereichen. Vorteilhaft wirkte insbesondere eine signifikante Reduzierung der Fixkosten, die durch strikte Kostenkontrolle und schrittweise Umsetzung von Restrukturierungsmaßnahmen erreicht werden konnte. Gegenläufig wirkten Aufwendungen für Personalkostenoptimierungsprogramme von 153 Mio. € in allen Funktionskostenbereichen.

Das EBIT betrug 525 (bereinigt 678; i. V. 2.672) Mio. €. Die bereinigte Umsatzrendite des Segments lag mit 2,0 % unter dem Vorjahreswert von 6,0 %. Die im Laufe des Jahres im Rahmen unserer Kapitalmarktberichterstattungen aufgrund der COVID-19-Pandemie angepasste Prognose von einer bereinigten Umsatzrendite zwischen 1 % und 2 % konnte Daimler Trucks & Buses damit bestätigen. Im Lagebericht 2019 hatten wir für das Segment ursprünglich mit einer bereinigten Umsatzrendite von 5 % gerechnet. (Vgl. Tabelle B.15)

B.15 EBIT des Industriegeschäfts

Industriegeschäft Mercedes-Benz Cars & Vans Daimler Trucks & Buses Überleitung
2020 2019 2020 2019 2020 2019 2020 2019
in Millionen €
Umsatzerlöse 126.610 144.099 98.576 106.897 34.671 44.429 -6.637 -7.227
Umsatzkosten -104.153 -118.626 -81.194 -89.266 -29.400 -36.198 6.441 6.838
Bruttoergebnis vom Umsatz 22.457 25.473 17.382 17.631 5.271 8.231 -196 -389
Vertriebskosten -10.375 -12.038 -8.539 -9.963 -2.520 -2.897 684 822
Allgemeine Verwaltungskosten -2.752 -3.139 -1.458 -1.575 -1.351 -1.479 57 -85
Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten -6.116 -6.586 -4.808 -5.061 -1.381 -1.613 73 88
Übrige Erträge/Aufwendungen 1.953 -1.537 2.595 -1.141 506 430 -1.148 -826
EBIT 5.167 2.173 5.172 -109 525 2.672 -530 -390

Die Geschäftsentwicklung des Segments Daimler Mobility hat sich trotz des schwierigen Marktumfelds zum Ende des Jahres stabilisiert. Das Neugeschäft lag allerdings unter dem Niveau des Vorjahres. Das Vertragsvolumen sank daher unter den Vorjahreswert. Der Umsatz des Segments Daimler Mobility ging ebenfalls leicht zurück und erreichte damit die Prognose, die wir aufgrund des rückläufigen Vertragsvolumens als Folge der COVID-19-Pandemie angepasst hatten; ursprünglich hatten wir einen Umsatz auf Vorjahresniveau prognostiziert.

Im Bruttoergebnis vom Umsatz wirkte sich vor allem eine erhöhte Kreditrisikovorsorge vor dem Hintergrund der volkswirtschaftlichen Entwicklung im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie sowie eine Wertminderung aktivierter Softwareentwicklungskosten im Rahmen der Optimierung der IT-Architektur aus. Zwar belasteten Aufwendungen im Zusammenhang mit Personalkostenoptimierungsprogrammen von 67 Mio. € die Funktionskosten, jedoch waren insgesamt positive Effekte in allen Funktionskostenbereichen aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenposition zu verzeichnen. Der Rückgang im sonstigen betrieblichen Ergebnis war auf einen positiven Effekt von 718 Mio. € aus der Zusammenlegung der Mobilitätsdienste des Daimler-Konzerns und der BMW Group im Vorjahr zurückzuführen. Das At-equity-Ergebnis beinhaltete insbesondere das Ergebnis der YOUR NOW Holding GmbH. Im Vergleich zum Vorjahr wirkten sich im Jahr 2020 jedoch um 313 Mio. € geringere Ergebnisbelastungen aus Restrukturierungsmaßnahmen aus.

Das EBIT belief sich im Jahr 2020 auf 1.436 (i. V. 2.140) Mio. €; das bereinigte EBIT betrug 1.595 (i. V. 1.827) Mio. €. Die bereinigte Eigenkapitalrendite lag mit 10,9 % unter dem bereinigten Vorjahreswert von 13,1 %. Zu Beginn des Jahres hatten wir eine bereinigte Eigenkapitalrendite von 12 % prognostiziert. Diese haben wir im Laufe des Jahres im Rahmen unserer Kapitalmarktberichterstattungen auf die Erwartung einer bereinigten Eigenkapitalrendite von 9 % bis 10 % angepasst. Diese Erwartung konnte das Segment Daimler Mobility übertreffen.

Die Überleitung der operativen Ergebnisse der Segmente auf das EBIT des Konzerns umfasst die zentral verantworteten Sachverhalte sowie Ergebniseffekte aus der Eliminierung konzerninterner Transaktionen zwischen den Segmenten.

Aus den zentral verantworteten Sachverhalten resultierten im Jahr 2020 Aufwendungen von 652 Mio. € (i. V. 361) Mio. €. Darin enthalten ist die Wertminderung auf den Beteiligungsbuchwert der BAIC Motor. Darüber hinaus sind Aufwendungen aus laufenden Personalkostenoptimierungsprogrammen von 86 Mio. € enthalten. Im Vorjahr belasteten insbesondere Aufwendungen im Zusammenhang mit »Projekt Zukunft« das Ergebnis.

Aus der Eliminierung konzerninterner Transaktionen ergaben sich im Jahr 2020 Erträge von 122 (i. V. Aufwendungen von 29) Mio. €.

Die Überleitungen vom EBIT zum bereinigten EBIT sind in Tabelle B.16 enthalten.

B.16 Überleitung EBIT zum bereinigten EBIT

Mercedes-Benz Cars & Vans Daimler Trucks & Buses Daimler Mobility Überleitung Daimler-Konzern
in Millionen €
2020
EBIT 5.172 525 1.436 -530 6.603
Rechtliche Verfahren (und damit zusammenhängende Maßnahmen) 154 - - 10 164
Restrukturierungsmaßnahmen 1.476 153 159 86 1.874
M&A-Sachverhalte - - - - -
bereinigtes EBIT 6.802 678 1.595 -434 8.641
Umsatzrendite/Eigenkapitalrendite(in %) 5,2 1,5 9,8
bereinigte Umsatzrendite/Eigenkapitalrendite(in %)1 6,9 2,0 10,9
2019
EBIT -109 2.672 2.140 -390 4.313
Rechtliche Verfahren (und damit zusammenhängende Maßnahmen) sowie Takata 5.432 - - 16 5.448
Restrukturierungsmaßnahmen 828 - 405 - 1.233
M&A-Sachverhalte - - -718 - -718
bereinigtes EBIT 6.151 2.672 1.827 -374 10.276
Umsatzrendite/Eigenkapitalrendite(in %) -0,1 6,0 15,3
bereinigte Umsatzrendite/Eigenkapitalrendite(in %)1 5,8 6,0 13,1
1 Die bereinigte Umsatzrendite ermittelt sich als Verhältnis von bereinigtem EBIT zu Umsatzerlösen. Die bereinigte Eigenkapitalrendite wird als Verhältnis von bereinigtem EBIT und durchschnittlichem Eigenkapital der Quartale bestimmt.

Value Added

Wie im Kapitel »Steuerungssystem« im Schaubild B.03 erläutert, ermittelt sich der Value Added als Differenz aus der Ergebnisgröße und den Kapitalkosten. Während für die berichtspflichtigen Segmente das EBIT in der Berechnung herangezogen wird, basiert die Ergebnisgröße für den Konzern auf dem Net Operating Profit. Dieser beinhaltet zusätzlich zum EBIT der Segmente auch Ergebniseffekte, die nicht durch die Segmente zu verantworten sind. Hierzu zählen Ertragsteuern sowie sonstige Überleitungsposten. Die in die Berechnung des Value Added einfließenden Kapitalkosten basieren auf den durchschnittlichen Net Assets und dem Kapitalkostensatz.

Die Tabelle B.17 zeigt den Value Added des Daimler-Konzerns und der Segmente. Die Überleitung des EBIT der Segmente zum Net Operating Profit sowie die durchschnittlichen Net Assets werden in den Tabellen B.18 und B.19 dargestellt. Wie sich die Net Assets aus der Konzernbilanz ableiten, verdeutlicht Tabelle B.20.

Der Value Added des Daimler-Konzerns verbesserte sich im Berichtsjahr um +1,5 Mrd. €. Dennoch blieb er mit -0,6 Mrd. € negativ; dies entspricht einer Verzinsung des eingesetzten Kapitals von 7,0 (i. V. 4,8) %. Der Kapitalkostensatz des Konzerns von 8 % wurde somit nicht erreicht. Die positive Entwicklung des Value Added war vor allem auf den Anstieg des EBIT der Geschäftsfelder um 2,4 Mrd. € zurückzuführen. Darüber hinaus wirkte der Rückgang der durchschnittlichen Net Assets um 3,9 Mrd. € ebenfalls positiv auf den Value Added. Ursächlich hierfür waren hauptsächlich rückläufige durchschnittliche Vorratsbestände und höhere durchschnittliche Rückstellungen für sonstige Risiken, zum Teil kompensiert durch den Anstieg der aktivierten Entwicklungskosten.

Im Segment Mercedes-Benz Cars & Vans lag der Value Added mit 1,2 Mrd. € deutlich über dem Vorjahresniveau von -4,3 Mrd. €. Dies war vor allem auf die positive Ergebnisentwicklung zurückzuführen. Des Weiteren trugen auch rückläufige durchschnittliche Net Assets um 2,3 Mrd. € zur Steigerung des Value Added bei, im Wesentlichen begründet durch rückläufige durchschnittliche Vorratsbestände und höhere durchschnittliche Rückstellungen für sonstige Risiken. Diese wurden zum Teil kompensiert durch den Anstieg der aktivierten Entwicklungskosten.

Bei Daimler Trucks & Buses ging der Value Added – bedingt durch die EBIT Entwicklung – stark um 2,0 Mrd. € auf -0,6 Mrd. € zurück. Das rückläufige EBIT konnte durch den deutlichen Rückgang der durchschnittlichen Net Assets auf 9,5 Mrd. € leicht kompensiert werden. Die Entwicklung des durchschnittlich gebundenen Kapitals erklärt sich im Wesentlichen aus rückläufigen durchschnittlichen Vorratsbeständen.

Der Value Added des Segments Daimler Mobility lag im Berichtsjahr bei –0,3 Mrd. € und somit deutlich unter dem Vorjahreswert von 0,3 Mrd. €. Die Eigenkapitalrendite belief sich auf 9,8 (i. V. 15,3) %. Die Entwicklung des Value Added war hauptsächlich auf das um 0,7 Mrd. € niedrige Ergebnis zurückzuführen.

B.17 Value Added

2020 2019 20/19
in Millionen € Veränderung
Daimler-Konzern -591 -2.046 +1.455
Mercedes-Benz Cars & Vans 1.239 -4.317 +5.556
Daimler Trucks & Buses -616 1.361 -1.977
Daimler Mobility -316 325 -641

B.18 Überleitung zum Net Operating Profit

2020 2019 20/19
in Millionen € Veränderung
Mercedes-Benz Cars & Vans 5.172 -109 +5.281
Daimler Trucks & Buses 525 2.672 -2.147
Daimler Mobility 1.436 2.140 -704
EBIT der Segmente 7.133 4.703 +2.430
Ertragsteuern1 -2.404 -1.256 -1.148
Sonstige Überleitung -530 -390 -140
Net Operating Profit 4.199 3.057 +1.142
1 Angepasst um Ertragsteuern auf das Zinsergebnis.

B.19 Net Assets (Durchschnitt)

2020 2019 20/19
in Millionen € Veränd. in %
Mercedes-Benz Cars & Vans 32.768 35.070 -7
Daimler Trucks & Buses 9.513 10.921 -13
Daimler Mobility1 14.601 13.961 +5
Net Assets der Segmente 56.882 59.952 -5
At-equity bewertete Finanzinvestitionen2 463 662 -30
Vermögenswerteund Schulden aus Ertragsteuern3 2.088 2.720 -23
Sonstige Überleitung3 436 448 -3
Daimler-Konzern 59.869 63.782 -6
1 Eigenkapital.
2 Soweit nicht den Segmenten zugeordnet. 
3 Soweit nicht Daimler Mobility zugeordnet.
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Finanzlage