Geschäftsbericht 2020

Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen

Nach dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst hat der Aufsichtsrat einer börsennotierten oder der Mitbestimmung unterliegenden Gesellschaft für den Frauenanteil im Vorstand eine Zielgröße festzulegen. Der Vorstand einer solchen Gesellschaft hat seinerseits Zielgrößen für den Frauenanteil in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Liegt der Frauenanteil zur Zeit der Festlegungen von Vorstand und Aufsichtsrat unter 30 %, so dürfen die Zielgrößen den jeweils bereits erreichten Anteil nicht mehr unterschreiten. Gleichzeitig mit der Festlegung der Zielgrößen sind Fristen für deren Erreichung zu bestimmen, die nicht länger als fünf Jahre sein dürfen.

Mit Beschluss vom 8. Dezember 2016 hat der Aufsichtsrat der Daimler AG eine Zielquote für den Frauenanteil im Vorstand der Daimler AG von 12,5 % und eine Frist bis zum 31. Dezember 2020 festgelegt. Zum 31. Dezember 2020 sind in dem aus insgesamt acht Mitgliedern bestehenden Vorstand mit Renata Jungo Brüngger und Britta Seeger zwei Frauen vertreten, woraus sich ein Frauenanteil von 25 % errechnet. Mit Beschluss vom 3. Dezember 2020 hat der Aufsichtsrat eine Zielgröße für den Frauenanteil im Vorstand der Daimler AG von 25 % und eine Frist bis zum 31. Dezember 2025 bestimmt.

Bei einem Frauenanteil von 8,0 % auf der ersten und 12,4 % auf der zweiten Managementebene unterhalb des Vorstands zum Zeitpunkt der Beschlussfassung hat der Vorstand mit Beschluss vom 8. November 2016 für die erste und zweite Managementebene der Daimler AG unterhalb des Vorstands jeweils 15 % als Zielgrößen für den Frauenanteil und eine Frist zu deren Erreichung bis zum 31. Dezember 2020 gesetzt. Zum 31. Dezember 2020 beträgt der Frauenanteil auf der ersten Managementebene unterhalb des Vorstands 11,8 % und auf der zweiten Managementebene unterhalb des Vorstands 23,5 %. Die Zielgröße für die erste Managementebene unterhalb des Vorstands konnte bis zum 31. Dezember 2020 nicht erreicht werden. Zum Zeitpunkt ihrer Festlegung 2016 war die Ausgliederung der Geschäftsfelder Cars & Vans und Trucks & Buses auf die neu gegründete Mercedes-Benz AG beziehungsweise die Daimler Truck AG, die im Geschäftsjahr 2019 stattfand, nicht absehbar. Diese Ausgliederung hatte zur Folge, dass sich viele Managementpositionen von der Daimler AG in die Mercedes-Benz AG und die Daimler Truck AG verlagert haben. Für die Daimler AG resultiert daraus eine sehr geringe Grundgesamtheit an Managementpositionen auf der ersten Ebene unterhalb des Vorstands, für die eine Zielerreichung im Geschäftsjahr 2020 nicht mehr möglich war. Letztlich fehlte für die Zielerreichung nur eine weibliche Stellenbesetzung.

Der Vorstand der Daimler AG hat sich auch für die kommenden Jahre das Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen im Topmanagement weiter zu steigern. Mit Beschluss vom 25. November 2020 hat er deshalb eine Zielgröße für den Frauenanteil vom 20% für die erste und 25% für die zweite Ebene unterhalb des Vorstands und eine Frist bis zum 31. Dezember 2025 bestimmt.

Paritätisch mitbestimmte Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen müssen sich zu mindestens 30% aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammensetzen. Die Quote ist vom Aufsichtsrat insgesamt zu erfüllen. Widerspricht die Seite der Anteilseigner- oder Arbeitnehmervertreter vor der Wahl der Gesamterfüllung gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden, so ist der Mindestanteil für diese Wahl von der Seite der Anteilseigner und der Seite der Arbeitnehmer getrennt zu erfüllen.

Im Aufsichtsrat der Daimler AG sind auf Anteilseignerseite mit Sari Baldauf, Petraea Heynike und Marie Wieck zum 31. Dezember 2020 30% Frauen und 70% Männer vertreten. Auf Arbeitnehmerseite sind es zu diesem Zeitpunkt mit Elke Tönjes-Werner, Sibylle Wankel und Dr. Sabine Zimmer ebenfalls 30% Frauen und 70% Männer. Der Aufsichtsrat hat sich in seiner Sitzung am 3. Dezember 2020 mit dem konkreten Wahlvorschlag an die Hauptversammlung 2021 befasst und auf Empfehlung des Nominierungsausschusses beschlossen, der Hauptversammlung 2021 vorzuschlagen, Elizabeth Centoni, Ben van Beurden und Dr. Martin Brudermüller in den Aufsichtsrat zu wählen. Im Falle der Wahl der vorgeschlagenen Kandidaten bleibt die gesetzliche Frauenquote sowohl auf Anteilseignerseite als auch für den Gesamtaufsichtsrat erfüllt, soweit sich keine sonstigen Veränderungen ergeben.

Außer der Daimler AG selbst unterliegen weitere Konzerngesellschaften der Mitbestimmung und haben eigene Zielgrößen für den Frauenanteil in den jeweiligen Aufsichtsräten, Geschäftsleitungsorganen und auf den jeweiligen beiden Ebenen unterhalb des Geschäftsleitungsorgans sowie eine Frist für deren Erreichung festgelegt und entsprechend den gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht.

Zusammensetzung und Arbeitsweise des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse
Gesamthafte Anforderungsprofile für die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsrat