Geschäftsbericht 2020

Bericht des Prüfungsausschusses

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

als Vorsitzender des Prüfungsausschusses freue ich mich, Ihnen nachfolgend die Aufgabe und Tätigkeit dieses Gremiums im Geschäftsjahr 2020 vorzustellen.

Verantwortung

Auf der Grundlage der gesetzlichen Vorschriften, des Deutschen Corporate Governance Kodex und der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse behandelt der Prüfungsausschuss insbesondere Fragen der Rechnungslegung, der Finanzberichterstattung sowie der nichtfinanziellen Berichterstattung. Darüber hinaus befasst er sich mit der Abschlussprüfung und überprüft die Qualifikation sowie die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Ferner erörtert er die Wirksamkeit und die Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystems, des internen Kontrollsystems, des internen Revisionssystems sowie des Compliance Management Systems. Nach Bestellung des Abschlussprüfers durch die Hauptversammlung beauftragt der Prüfungsausschuss den Prüfer mit der Abschlussprüfung und mit der prüferischen Durchsicht von Zwischenfinanzberichten. Darüber hinaus legt der Prüfungsausschuss die Prüfungsschwerpunkte fest und trifft die Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer. Der Prüfungsausschuss beauftragt den Prüfer zudem mit der freiwilligen Prüfung des Nichtfinanziellen Berichts im Rahmen einer Limited Assurance beziehungsweise mit der Prüfung der Nichtfinanziellen Erklärung als Teil des Lageberichts.

Paritätische Besetzung

Im Geschäftsjahr 2020 waren auf der Seite der Anteilseigner Dr. Clemens Börsig als Vorsitzender und Joe Kaeser im Prüfungsausschuss vertreten. Beide sind unabhängig und verfügen über Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und besondere Kenntnisse und Erfahrungen in Bezug auf die Abschlussprüfung und in der Anwendung interner Kontrollverfahren. Die Arbeitnehmer wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr durch Michael Brecht als stellvertretenden Ausschussvorsitzenden und durch Ergun Lümali repräsentiert.

Sitzungen und Teilnehmer

Der Prüfungsausschuss tagte im Geschäftsjahr 2020 sechs Mal. An allen Sitzungen nahm der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dr. Manfred Bischoff, als ständiger Gast teil. Weitere ständige Teilnehmer waren der Vorstandsvorsitzende, die für Finanzen und Controlling sowie für Integrität und Recht zuständigen Vorstandsmitglieder sowie die Vertreter des Abschlussprüfers. Zu einzelnen Tagesordnungspunkten informierten auch die Leiter von Fachabteilungen wie beispielsweise der Bereiche Accounting, Interne Revision, Compliance und der Rechtsabteilung.

Zusätzlich führte der Prüfungsausschussvorsitzende insbesondere zur Vorbereitung von anstehenden Sitzungen regelmäßig Einzelgespräche, unter anderem mit den vorgenannten Vorstandsmitgliedern, dem Abschlussprüfer, dem Leiter Interne Revision, dem Leiter Compliance, dem Leiter Recht sowie bei Bedarf mit den Leitern weiterer Fachabteilungen.

Information an den Aufsichtsrat

Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses informierte den Aufsichtsrat in dessen jeweils folgender Sitzung über die Tätigkeit des Ausschusses sowie den Inhalt von Sitzungen und Gesprächen.

Themen im Jahr 2020

In der Sitzung am 10. Februar 2020 behandelte der Prüfungsausschuss die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernabschlusses 2019 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands. Nach sorgfältiger Prüfung nahm der Ausschuss die präsentierten Zahlen zustimmend zur Kenntnis, stellte fest, dass keine Einwendungen gegen die vorgeschlagene Veröffentlichung bestehen, und empfahl dem im Anschluss tagenden Aufsichtsrat, sich dieser Einschätzung anzuschließen. Die vorläufigen Kennzahlen und der Gewinnverwendungsvorschlag wurden in der Jahrespressekonferenz am 11. Februar 2020 veröffentlicht.

In einer weiteren Sitzung am 19. Februar 2020 prüfte und erörterte der Ausschuss eingehend den jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehenen Jahresabschluss, Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2019 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag. Dabei hat sich der Prüfungsausschuss insbesondere mit den im jeweiligen Bestätigungsvermerk beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalten (Key Audit Matters) und der jeweiligen Vorgehensweise bei der Prüfung inklusive der Schlussfolgerungen beschäftigt. Ferner prüfte und erörterte der Prüfungsausschuss auch den mit einem Vermerk nach ISAE 3000 versehenen Nichtfinanziellen Bericht. Die Vertreter des Abschlussprüfers berichteten über die Ergebnisse der Abschlussprüfung und der freiwilligen Prüfung des Nichtfinanziellen Berichts im Rahmen einer Limited Assurance und standen für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Die Prüfungsberichte zum Jahres- und Konzernabschluss inklusive zusammengefasstem Lagebericht und zum Internal Control System, der Vermerk zum Nichtfinanziellen Bericht sowie wesentliche Vorgänge hinsichtlich der Rechnungslegung wurden gemeinsam mit dem Abschlussprüfer erörtert. Darüber hinaus befasste sich der Prüfungsausschuss auch mit dem Risikomanagementsystem. Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat nach intensiver Prüfung und Erörterung, die aufgestellten Abschlüsse, den zusammengefassten Lagebericht, die mit dem Corporate Governance Bericht zusammengefasste Erklärung zur Unternehmensführung, den Nichtfinanziellen Bericht und den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zur Zahlung einer Dividende von 0,90 € je dividendenberechtigter Stückaktie zu billigen. Der Prüfungsausschuss verabschiedete ferner den Bericht des Prüfungsausschusses über das Geschäftsjahr 2019.

Darüber hinaus behandelte der Ausschuss in dieser Sitzung den Bericht über die im Geschäftsjahr 2019 an den Abschlussprüfer insgesamt für Prüfungsleistungen und Nicht-Prüfungsleistungen gezahlten Honorare und legte den Genehmigungsrahmen für die Beauftragung des Abschlussprüfers mit Nicht-Prüfungsleistungen für den Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis 15. Februar 2021 fest. Der Prüfungsausschuss beschloss zudem die an den Aufsichtsrat beziehungsweise im weiteren Verlauf an die Hauptversammlung gerichtete Empfehlung, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Abschlussprüfer, Konzernabschlussprüfer und Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten für das Geschäftsjahr 2020 sowie zum Prüfer für die prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten für das Geschäftsjahr 2021 im Zeitraum bis zur ordentlichen Hauptversammlung im Geschäftsjahr 2021 zu bestellen. Dabei wurden die Erörterung der Qualität der Abschlussprüfung und die Ergebnisse der Unabhängigkeitsprüfung berücksichtigt, bei der keine Anhaltspunkte für Befangenheitsgründe oder für eine Gefährdung der Unabhängigkeit festgestellt worden waren. Ferner beschloss der Ausschuss, dem Aufsichtsrat zu empfehlen, den Nichtfinanziellen Bericht für das Jahr 2020 erneut im Rahmen einer freiwilligen inhaltlichen Prüfung (mit Limited Assurance) überprüfen zu lassen. Vorbehaltlich der Wahlentscheidung der Hauptversammlung erörterte der Ausschuss auch den Vorschlag für die mit dem Prüfer für das Geschäftsjahr 2020 zu treffende Honorarvereinbarung. Schließlich befasste sich der Prüfungsausschuss mit dem Jahresprüfplan 2020 der Internen Revision sowie im Rahmen seiner Zuständigkeit mit den Tagesordnungspunkten für die ordentliche Hauptversammlung 2020, die zu diesem Zeitpunkt noch für den 1. April 2020 geplant war.

Im Jahresverlauf 2020 erörterte der Prüfungsausschuss in den quartalsbezogenen Sitzungen mit dem Vorstand und mit dem Abschlussprüfer die Zwischenfinanzberichte und die Ergebnisse der prüferischen Durchsicht vor deren Veröffentlichung. Darüber hinaus nahm der Ausschuss die Berichte der Bereiche Interne Revision, Compliance und der Rechtsabteilung entgegen. Der Vorstand berichtete dem Ausschuss zudem regelmäßig über den aktuellen Stand der wesentlichen rechtlichen Verfahren, einschließlich der kartellrechtlichen Verfahren sowie Anfragen, Ermittlungen, Untersuchungen, Anordnungen und Verfahren im Zusammenhang mit Dieselabgasemissionen. Außerdem ließ sich der Prüfungsausschuss regelmäßig über mögliche Regelverstöße berichten, die Mitarbeiter und Externe an das unternehmenseigene Hinweisgebersystem BPO (Business Practices Office) meldeten.

Im April 2020 behandelte der Ausschuss den Zwischenfinanzbericht für das erste Quartal 2020 und befasste sich dabei intensiv mit den finanzwirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Des Weiteren nahm der Prüfungsausschuss Berichte der Internen Revision, des Bereichs Compliance und der Rechtsabteilung entgegen, in welchen ebenfalls auf die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie eingegangen wurde. Gegenstand der Tagesordnung war ferner die Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2020.

In seiner Sitzung im Juni 2020 erörterte der Prüfungsausschuss Aspekte des Risikomanagementsystems und befasste sich dabei insbesondere mit dessen Änderungen und Weiterentwicklungen. Ebenfalls besprochen wurden Methoden, ­Prozesse und Anpassungen des internen Kontrollsystems. Gegenstand der Sitzung waren des Weiteren die Honorarvereinbarung mit dem Wirtschaftsprüfer und die Erörterung der Planung der Abschlussprüfung einschließlich der Prüfungsschwerpunkte für das Geschäftsjahr 2020. Ferner befasste sich der Prüfungsausschuss eingehend mit aktuellen Themen der Rechnungslegung. Hierzu zählten die für das Unternehmen wesentlichen regulatorischen Verlautbarungen in Bezug auf COVID 19 sowie der methodische Ansatz für die Bewertung des Leasingbestandes. Außerdem diskutierte der Ausschuss in dieser Sitzung die Ergebnisse der intern durchgeführten Qualitätsanalyse der Abschlussprüfung für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019. Schließlich informierte sich der Prüfungsausschuss über die Liquiditätssteuerung im Konzern und den Teilkonzernen und den methodischen Ansatz zur Absicherung von Rohstoff- und Währungsrisiken. Abschließend nahm das Gremium einen Bericht zu aktuellen steuerlichen Themen zur Kenntnis.

In seiner Sitzung im Juli 2020 befasste sich das Gremium mit den Ergebnissen des zweiten Quartals 2020. Dabei wurde auf die finanzwirtschaftlichen Implikationen der COVID-19-Pandemie eingegangen. Im Rahmen der Risikoberichterstattung erörterte der Prüfungsausschuss neben Absatz- und Produktionsrisiken vor allem rechtliche Verfahren. Zudem nahm der Ausschuss die quartalsbezogenen Berichte der Bereiche Compliance, Interne Revision und der Rechtsabteilung entgegen. Schließlich diskutierte der Prüfungsausschuss mit dem Vorstand den jährlichen Bericht des Konzernbeauftragten für den Datenschutz.

Im Oktober 2020 behandelte der Ausschuss den Zwischenfinanzbericht für das dritte Quartal 2020. Des Weiteren nahm das Gremium eine Erweiterung der Prüfungsschwerpunkte des Abschlussprüfers sowie die jährliche Überprüfung der zugelassenen Nichtprüfungsleistungen des Abschlussprüfers vor und beschloss Anpassungen des Katalogs der zugelassenen Nichtprüfungsleistungen. Auf Grundlage der Entscheidung des Vorstands, den vormaligen Nichtfinanziellen Bericht als Nichtfinanzielle Erklärung in den Lagebericht zu integrieren, beschloss der Ausschuss, dem Aufsichtsrat vorzuschlagen, die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts durch den Konzernabschlussprüfer entsprechend zu erweitern. Die aktuelle öffentliche Debatte zum Thema Treuhandkonten nahm der Prüfungsausschuss zum Anlass, sich ausführlich über das Management der Bank- und Treuhandkonten im Daimler Konzern berichten zu lassen. Zudem nahm der Ausschuss die quartalsbezogenen Berichte des Bereichs Compliance und der Rechtsabteilung entgegen. Ferner ließ er sich über die Arbeit und Aufstellung des bei der internen Revision verorteten Post Settlement Audit Team (PSAT) berichten. Das PSAT wurde im Berichtsjahr auf Grundlage des Vergleichs mit US-Regulierungsbehörden im Zusammenhang mit Emissionskontrollsystemen eingerichtet und prüft die Einhaltung des Vergleichs sowie umweltrechtlicher Vorschriften in einem bestimmten Umfang durch das Unternehmen.

Jahres- und Konzernabschluss 2020

In seiner Sitzung am 17. Februar 2021 prüfte und erörterte der Ausschuss eingehend den jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehenen Jahresabschluss, Konzernabschluss und zusammengefassten Lagebericht einschließlich der Nichtfinanziellen Erklärung für die Daimler AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2020, die Erklärung zur Unternehmensführung sowie den Gewinnverwendungsvorschlag. Dabei berichteten die Vertreter des Abschlussprüfers über die Ergebnisse der Abschlussprüfung und gingen dabei insbesondere auf die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters) und die jeweilige Vorgehensweise bei der Prüfung inklusive der Schlussfolgerungen ein und standen für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Die Prüfungsberichte zum Jahres- und Konzernabschluss (einschließlich der besonders wichtigen Prüfungssachverhalte in den Bestätigungsvermerken) und zum Internal Control System sowie wesentliche Vorgänge hinsichtlich der Rechnungslegung wurden gemeinsam mit dem Abschlussprüfer diskutiert. Darüber hinaus befasste sich der Prüfungsausschuss auch mit dem Risikomanagementsystem. Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat nach intensiver Prüfung und Erörterung, die aufgestellten Abschlüsse, den zusammengefassten Lagebericht einschließlich der Nichtfinanziellen Erklärung, die Erklärung zur Unternehmensführung sowie den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands zur Zahlung einer Dividende von 1,35 € je dividendenberechtigter Stückaktie zu billigen. Der Prüfungsausschuss beschäftigte sich zudem mit der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers inklusive dem »non audit Fee« Cap für das Geschäftsjahr 2020. Der Prüfungsausschuss verabschiedete ferner den Bericht des Prüfungsausschusses über das Geschäftsjahr 2020.

Selbstbeurteilung

Der Prüfungsausschuss führte im Jahr 2020 auf Grundlage eines umfangreichen unternehmensspezifischen Fragebogens eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durch. Die erneut sehr positiven Ergebnisse dieser Selbstbeurteilung wurden in der Sitzung am 17. Februar 2021 vorgestellt und diskutiert. Handlungsbedarf im Hinblick auf die Aufgaben des Ausschusses, den Inhalt oder den Ablauf der Sitzungen ergab sich dabei nicht.

Stuttgart, im Februar 2021

Der Prüfungsausschuss

Dr. Clemens Börsig
Vorsitzender

Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung
Erklärung zur Unternehmensführung